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Reiseziel Iran: Wo die Freiheit im Geheimen ausgelebt wird

Seit der Lockerung des Embargos boomen Reisen in den Iran. Nach dem Erfolg seines Buches "Couchsurfing im Iran" hat Stephan Orth einen Bildband veröffentlicht, der das Land hinter den Kulissen zeigt - jenseits aller Klischees.

Persepolis

Besucher zwischen Ruinen der Unseco-Welterbestätte: Persepolis steht bei vielen Reisegruppen auf dem Programm. Die Hauptstadt des einstigen Perserreiches liegt im Süden des Irans, 60 Kilometer nordöstlich der Stadt Shiraz.

Der Begriff löst gemischte Gefühle aus, zu schwer wiegen die Vorurteile gegen die fundamentalistische Religion und Politik der islamischen Republik. Das Wort Persien ist dagegen positiv besetzt, erinnert an die lange Geschichte des Landes, das fünf Mal größer als Deutschland ist.

Beide Bezeichnungen lösen Reise-Sehnsüchte aus. Denn seitdem die harten Sanktionen gegen den Iran zurückgedreht wurden, gelten Reisen dorthin als politisch vertretbar. Jeder, der das Land inzwischen besucht hat, schwärmt von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen.

Der Autor Stephan Orth hat bereits vor Jahren beim Couchsurfen, das eigentlich im Iran verboten ist, das Land mit den Freiheiten und Sehnsüchten der Bevölkerung hautnah kennengelernt. Sein Buch "Couchsurfing im Iran" mit dem Untertitel "Meine Reise hinter der verschlossene Türen" erschien 2015 und avancierte rasch zum Bestseller. Jetzt hat er in Zusammenarbeit mit der beiden Fotografen Mina Esfandiari und Samuel Zuder den Bildband "Iran - Tausend und ein Widerspruch" vorgelegt, der im Verlag National Geographic erschienen ist.

Auf der Suche nach der persischen Realität

Die 200 Fotografien zeigen das Land hinter dem Schleicher und jenseits der Tugendwächter. Die Aufnahmen von Landstrichen, Situationen und Personen nehmen uns mit auf eine Reise in den Alltag der Menschen. "Denn bei aller landschaftlichen und architektonischen Schönheit sind ganz besonders sie es, die einen Iranbesuch unvergesslich machen", heißt es im Vorwort.

Das Buch unterscheidet zwischen verschiedenen Kapiteln unter den Stichworten "Geheimnisse, Geschichte, Frauen, Krieg, Glaube, Freiheit und Panorama". Durch diese thematische Struktur verändert sich schon beim Blättern unsere Sichtweise auf das Land. Denn den beiden Fotografen ist es gelungen, immer wieder erkämpfte Freiräume der Iraner mit der Kamera einzufangen. Man spürt, dass die Drei nicht nur kurz als Studienreisegruppe durch den Iran bewegten haben, sondern wochenlang unterwegs waren. Nur so konnten die zum Teil sehr privaten Momente festgehalten werden.

"Für uns zeigten zahllose Gespräche mit Einheimischen, wie wertvoll der persönliche, respektvolle Kontakt ist, gerade in einem Land, dessen Menschen sich oft vom Rest der Welt missverstanden fühlen und die großes Interesse daran haben, was in Europa derzeit passiert", so die Autoren.

Auf den folgenden Seite der Fotostrecke stellen wir einige Fotografien aus dem Bildband vor.


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