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USA-Reisen: EU kritisiert neue US-Einreisegebühr

Reisen in die USA werden teurer. Touristen und Geschäftsleute müssen ab September eine Einreisegebühr in Höhe von 14 Dollar entrichten. Wer sich noch im August auf der ESTA-Seite regisitriert, spart sich den Betrag.

Von Till Bartels

Wer ab dem 5. September in die Vereinigten Staaten fliegt, muss tiefer in die Tasche greifen. Ab diesem Datum erheben die USA eine Einreisegebühr in Höhe von 14 US-Dollar, wie das US-Heimatschutzministerium in Washington mitteilte. Der Betrag von umgerechnet rund 10,60 Euro wird für alle Reisenden fällig, die kein Visum benötigen.

Die Gebühr liegt sogar vier Dollar höher als ursprünglich von den USA im März verkündet. Dies bedeutet, dass die meisten Deutschen und die Bürger zahlreicher EU-Staaten künftig auch dafür zahlen müssen, wenn sie sich auf der "ESTA"-Website ("Electronic System for Travel Authorization") vor der Abreise online registrieren. Bisher war die Nutzung des elektronischen Einreisesystems ESTA kostenlos. Seit dem vergangenen Jahr müssen alle Touristen vor ihrer Einreise in die USA im Internet eine solche Genehmigung beantragen.

Die 14 US-Dollar setzen sich aus vier US-Dollar für die Kosten von ESTA und weiteren zehn US-Dollar zusammen, der Förderung des Tourismus dienen. Grundlage für die Tourismussteuer ist ein Gesetz, das erst im März 2010 von Präsident Barack Obama unterschrieben wurde. Das sogenannte "Tourismusförderungsgesetz" geht auf eine Initiative der US Travel Association zurück, um weltweite US-Marketing-Kampagnen zu finanzieren. Ein staatliches Fremdenverkehrsamt existiert in den USA schon lange nicht mehr; es wurde unter Präsident Ronald Reagan in den 80er Jahren abgeschafft.

Verbaler Protest aus Brüssel

Die für innere Sicherheit zuständige EU-Kommissarin Cecilia Malmström in Brüssel bedauert die Gebühr sehr. In einer Erklärung Malmströms heißt es, die Kommission werde erst nach Vorlage der endgültigen Gebührenregelung prüfen, ob diese den Vereinbarungen über Visabefreiungen zwischen Washington und der EU entspreche. Die jetzt in Kraft tretende Regelung ist als vorläufig deklariert worden. "Ich bleibe davon überzeugt, dass diese neue und nur für Reisende ohne Visa geltende Regelung unvereinbar mit der Verpflichtung der USA zur Erhöhung der transatlantischen Mobilität ist", so die EU-Kommissarin.

Die 14 US-Dollar werden per Kreditkarte eingezogen, wenn man das elektronische Reisedatensystem ESTA im Internet benutzt. Die digitale Erfassung löst bereits seit Angang des Jahres das bisherige System ab, das noch auf dem Ausfüllen von Papierformularen im Flugzeug beruhte.

Nur eine ESTA-Website ist die offzielle

Auf der ESTA-Webseite erfährt der Antragsteller sofort, ob es bei seiner Einreise in die USA Probleme geben könnte. Sollte die Einreisegenehmigung nicht online erteilt werden, bedeutet dies keine endgültige Ablehnung. Der Betroffene muss sich jedoch um ein Visum bemühen.

Auf der ESTA-Webseite müssen sich alle diejenigen registrieren, die über das sogenannte Visa Waiver Program einreisen und weniger als 90 Tage in den USA bleiben wollen. Ist die Einreisegenehmigung einmal erteilt, bleibt sie zwei Jahre gültig - es sei denn, der Reisepass läuft vorher ab. Auch die Gebühr in Höhe von 14 Dollar ist nur einmal alle zwei Jahre fällig und nicht bei jeder Einreise in die Vereinigten Staaten. Dringend gewarnt wird anderen vor ESTA-Websiten, die über Suchmaschinen auf sich aufmerksam machen und hohe Bearbeitungskosten für den Service kassieren.

Besuchern wie auch Geschäftsreisenden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit kurzfristig in die USA reisen müssen, wird empfohlen, sich pro Forma auf der Seite zu registrieren. Ein konkretes Reiseziel in den USA muss vorher nicht genannt werden. Noch ein Tipp: Nach Angaben des Visit USA Committee Germany e.V. ist die ESTA-Dienstleistung noch bis zum 7. September 2010 für die Antragsteller kostenlos - und die Reisegenehmigung für zwei Jahre gültig.

mit DPA

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