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Reddit-Diskussion: Was passiert während eines langen Fluges eigentlich hinter verschlossenen Türen?

Fliegen ist für viele von uns immer noch ein Mysterium. Eines, das manchmal ein flaues Gefühl im Bauch bereitet. Da ist es gut zu wissen, was Flugbegleiter und Piloten während eines langen Fluges so machen, wenn keiner zuschaut.

Pilot und Copilot während des Fluges im Cockpit

Pilot und Copilot während des Fluges im Cockpit

Picture Alliance

Die meisten von uns haben schon einmal einen Langstreckenflug hinter sich gebracht. Der Start ist aufregend, die Landung sowieso und wenn Snacks und Getränke verteilt werden, freut man sich. Aber was macht die Crew eigentlich in der ganzen Zeit dazwischen? In all den Stunden, in denen eigentlich nichts passiert? Das wollte auch ein junger Mann wissen, der sich im Netz "YamesfrancO" nennt, und stellte auf Reddit die Frage an alle, die es wissen müssen: Piloten und Flugbegleiter. "Was für Dinge passieren während des Fluges, von denen nur die Crew weiß?"

Die Antworten sind so amüsant wie überraschend. Die vielleicht lustigsten Geschichten berichteten Piloten über Spaß mit dem Funkgerät. "Es gibt eine spezielle Frequenz namens 'Guard', die jedes Flugzeug eingeschaltet haben soll. Sie ist für Notfälle gedacht oder falls eine Maschine versehentlich eine falsche Frequenz verwendet und die Lotsen Kontakt aufnehmen wollen, um auf den Fehler hinzuweisen", schreibt etwa ein Pilot. So weit, so sinnvoll. "Sie ist voll von Piloten, die miauen und Leuten, die aus Versehen hier Ansagen machen."

Piloten miauen gerne?

Ja, das Miauen ist anscheinend ein real existierender Insider-Witz unter Piloten. Das bestätigt auch ein anderer Kommentator: "Diese Frequenz wird jeden Tag missbraucht. Du wirst Hunderte professionelle Piloten hören, wie sie miauen, einander Obszönitäten zurufen oder sich über irgendeine Fluglinie lustig machen. Häufig beginnt es damit, dass ein armer Kerl versehentlich die Begrüßung seiner Passagiere über die 'Guard'-Frequenz statt über die Lautsprecher macht. Dann kann er mit 5 bis 10 Minuten solcher 'erwachsenen' Ausbrüche rechnen."

Ein eher unangenehmes Geständnis macht eine Flugbegleiterin: "Prinzipiell pupsen wir, während wir durch die Gänge gehen, wegen der ständigen Blähungen. Wenn du regelmäßig fliegst, ist die Chance hoch, dass eine Stewardess gerade direkt neben deinem Kopf gepupst hat, als sie vorbeiging."

Eine andere Flugbegleiterin aus den USA schreibt: "Flugbegleiter werden am Boden nicht bezahlt. Nur Flugstunden werden bezahlt. Wir tauchen zwei bis drei Stunden vor unserem bezahlten Dienst auf, an manchen Tagen arbeiten wir bis zu 14 Stunden, von denen wir dann nur für fünf oder sechs Lohn bekommen. Das sollte verboten werden. Bitte seid nett, wenn ihr ins Flugzeug einsteigt und seid nicht zickig wegen eurer Taschen etc. Die Flugbegleiter, die euch helfen, sind in dem Moment praktisch Ehrenamtliche!"

Am Boden sollte man zum Personal sehr nett sein

Piloten und Flugbegleiter haben aber auch Spaß: "Während der langweiligen Momente eines Flugs zeigen ich und der Copilot uns witzige Memes. Wir versuchen auch manchmal, süße Stewardessen anzuflirten und auf Partys einzuladen, wenn wir gelandet sind. Einmal habe ich einer neuen Flugbegleiterin einen Streich gespielt und ihr gesagt, dass wir eine Probe der Kabinenluft bräuchten. Sie lief mit einer leeren Plastiktüte durch die Gänge, um Luft für mich zu sammeln. Sie hat den Witz locker genommen und sich später gerächt, als sie mir zum Unterschreiben einen Stift in die Hand drückte, der Elektroschocks verteilt. Wir haben einen lustigen Job."

Ein Flugkapitän schrieb etwas Beruhigendes für alle, die sich bei Turbulenzen fürchten. "Die meisten von uns machen bei Turbulenzen – wenn man nicht gerade für eine US-Airline fliegt, die panische Angst hat, verklagt zu werden – gar nichts. Außer, es ist besonders heftig. Fast immer sitze ich da, nippe an einem Kaffee und schaue zu, wie wir herumhüpfen. Dabei stelle ich mir immer vor, wie die Passagiere denken, dass wir fieberhaft am Steuer zerren."

Alles halb so wild, also. Und in einem Punkt unterscheiden sich die Profis gar nicht von den Passagieren: Der Ausblick ist auch für sie immer noch aufregend. "Der Blick aus dem Cockpit ist großartig. Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge, Gewitterblitze in der Nacht. Flüge über die Berge und tolle Landschaften werden niemals langweilig."

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wt

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