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A380: Airbus liefert 100. Superjumbo aus

Nach nicht einmal sechs Jahren sind jetzt 100 Flugzeuge des A380 in der Luft. Nie zuvor wurde ein ähnliches Flugzeug entwickelt. Gewinn macht Airbus mit dem Superjumbo aber noch lange nicht.

Der Flugzeugbauer Airbus hat das 100. Exemplar seines Flaggschiffs A380 ausgeliefert. Die doppelstöckige Maschine wurde nach Angaben des Konzerns am Donnerstag in Toulouse an Malaysia Airlines übergeben. Airbus-Chef Fabrice Brégier sprach laut Mitteilung von einer "steigenden Nachfrage nach größeren Flugzeugen" bei "dynamischen, wettbewerbsfähigen Airlines".

Mit Bestellungen für den A380 hatten sich Kunden zuletzt allerdings zurückgehalten, nachdem an Befestigungsklammern in den Tragflächen Haarrisse aufgetreten waren. Airbus muss die Teile an allen Maschinen austauschen. Das kostet insgesamt eine dreistellige Millionensumme.

Hinzu kommen Schwierigkeiten in der Luftfahrtindustrie. So ist völlig unklar ob fünf Bestellungen der indischen Fluglinie Kingfisher jemals gebaut und ausgeliefert werden können. Im letzten Oktober hat die indische Flugaufsichtsbehörde Kingfisher bis auf weiteres die Lizenzen für den Flugbetrieb entzogen. Hinzu kommen zehn Flugzeuge, die von Hong Kong Airlines bestellt wurden und plötzlich zur Disposition stehen. Hong Kong Airlines will keine Langstreckenflüge nach Europa mehr anbieten und sich stattdessen auf den asiatischen Markt konzentrieren. Hong Kong Airlines versucht deshalb die Bestellung zu ändern und Modelle der Serie A330 zu erhalten, die für den kontinentalen Betrieb besser geeignet seien.

Bis zur Gewinnzone ist es noch ein weiter Weg

Im laufenden Jahr will der Konzern 25 Neuaufträge für das Flaggschiff eintreiben. Insgesamt hat Airbus bisher 262 Bestellungen für die A380 in den Büchern. 25 Maschinen sollen in diesem Jahr die Werkshallen verlassen, fünf weniger als noch 2012.

Hauptkunde ist die arabische Fluglinie Emirates. 31 Flugzeuge wurden bisher an Emirates ausgeliefert, 90 sollen insgesamt nach Dubai geliefert werden. Neben Emirates haben acht weitere Fluglinien den A380 in ihren Flotten: Air France, China Southern Airlines, Korean Air, die Lufthansa, Malaysia Airlines, die australische Qantas, Singapore Airlines und Thai Airways.

Trotz anfänglichen Schwierigkeiten mit bestimmten Triebwerken der Marke Rolls Royce und den Haarrissen in Flügelklammern gab es bisher keine verhängnisvollen Zwischenfälle. Durch die lange Planungsphase und die immer wieder verschobene Markteinführung rechnen Experten allerdings damit, dass Airbus mehr als 400 A380 verkaufen müsste, um mit ihm in die Gewinnzone zu fliegen.

Wer einen A380 bestellt, sollte momentan mindestens 400 Millionen Dollar auf dem Konto haben.

ono/DPA / DPA

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