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BGH-Urteil über Pauschalreisen: 20 Prozent Anzahlung genügen

Der Bundesgerichtshof hat entschieden und die Verbraucherrechte gestärkt: Reiseveranstalter dürfen nur in Ausnahmefällen mehr als 20 Prozent Anzahlung für Pauschalreisen verlangen.

Modellfiguren mit Reisekoffern: Der BGH stärkt die Rechte der Reisenden bei Anzahlungen.

Modellfiguren mit Reisekoffern: Der BGH stärkt die Rechte der Reisenden bei Anzahlungen.

Mit ihrem Urteil gaben die Richter damit Verbraucherschützern überwiegend recht (Az: X ZR 85/12). Diese waren in mehreren Klagen dagegen vorgegangen, dass Urlauber in bestimmten Fällen zwischen 25 und 40 Prozent auf den Gesamtpreis ihrer Pauschalreise anzahlen sollten.

Kläger sind die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Sie haben mehrere Touristikunternehmen verklagt.

Begründung für hohe Stornokosten

Die Verbraucherschützer gingen außerdem erfolgreich gegen Kosten vor, die die Veranstalter ihren Kunden bei einer Stornierung der Reise in Rechnung stellen. Die Kosten sind gestaffelt und richten sich nach der Anzahl der Tage bis Reisebeginn.

So verlangte Urlaubstours etwa dem BGH zufolge bei Flugreisen 40 Prozent des Reisepreises bis 30 Tage vor Reisebeginn. Ab dem 29. Tag sollten 45 Prozent fällig werden, ab dem 6. Tag 70 Prozent. Bei TC Touristik wurden etwa 25 Prozent bis 42 Tage vor Reisebeginn fällig.

Die Veranstalter müssen dem Urteil zufolge genaue Gründe für die Höhe der Stornogebühren angeben. Bereits die Vorinstanzen hatten den Verbraucherschützern recht gegeben.

tib/DPA / DPA

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