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"Ganz großes A…loch" Das sind die geheimen Codes der Stewardessen

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1. Leiche im Keller
Flugzeuge transportieren in ihrem Frachtraum alle möglichen Waren. Auch Leichen fliegen regelmäßig mit – etwa zur Überführung an den Heimatort. Organe können als eilige Ware ebenfalls mit dem Flugzeug unterwegs sein. Der Passagier bekommt davon in der Regel natürlich nichts mit.
2. Schläfchen am Knüppel
Müdigkeit –"Fatigue" genannt - ist ein weit verbreitetes Problem im Cockpit.
Einer Umfrage zufolge ist jeder dritte Pilot in Europa schon einmal im Cockpit eingeschlafen. (Quelle: ECA) Um die Arbeitszeiten der Cockpitcrews streiten Gewerkschaften und Arbeitgeber intensiv. Vor allem Piloten von Low-Cost- und Fracht-Airlines sind einer Studie zufolge unzufrieden. (Quelle: London School of Economics) Trotzdem wird betont: Die europäische Luftfahrt ist extrem sicher.
3. Vom Blitz getroffen
Ein gleißendes Licht, ein heller Knall – Blitzeinschlag! Auch wenn Piloten Gewitter in der Regel umfliegen, passiert das regelmäßig. Im Schnitt wird jedes Flugzeug einmal im Jahr von Blitzen getroffen. (Quelle FAA) Das ist allerdings ungefährlich – denn der Rumpf wirkt wie ein Faraday’scher Käfig.
4. Unter Beschuss
Wegen der Gefahr des Vogelschlags gibt es für die Stabilität von Flugzeugteilen strenge Richtlinien. Cockpitscheiben und Triebwerke müssen etwa dem Einschlag von bis zu 1,8 Kg schweren Objekten standhalten. Getestet wird vor per Computersimulationen oder auch mit dem Beschuss durch Gelatine-Blöcken. (Quelle: DLR) Früher beschossen Unternehmen die Objekte tatsächlich mit ganzen Hähnchen, um die Stabilität zu testen.
5. Don’t mess with the pilot
Der Pilot ist für die Sicherheit und Ordnung im Flugzeug verantwortlich. Deshalb verfügt er über besondere Befugnisse, die er nur an Bord hat – ähnlich einem Schiffskapitän.
So darf ein Pilot Personen durchsuchen, unter Arrest stellen und – wenn nötig - sogar fesseln lassen. Rechtswirksame Trauungen kann ein Pilot dagegen nicht vornehmen.
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Wie verständigen sich Flugbegleiter im Kabinengang über viele Reihen hinweg? Per Zeichensprache und Codes, wenn sie sich zum Beispiel vor unangenehmen Passagieren warnen. Ein angebliches Trainingsvideo einer Fluggesellschaft ist jetzt in die Öffentlichkeit gelangt.

Was macht ein Flugbegleiter, wenn ihm beim Servieren die Chicken-Sandwiches ausgehen? Statt laut durch die Kabine zu brüllen, benutzt er eine Geste: Mit seinen Armen macht er Flatterbewegungen zu seinem Kollegen in der Flugzeugküche im Heck der Flugzeuges.

Falls für ein Baby an Bord die Milchflasche aufgewärmt werden muss, auch dafür gibt es ein Zeichen, wie ein Video der britischen Billigfluggesellschaft Easyjet verrät. Unter dem Titel "The secret code of cabin crew" zeigt ein "staff training video", wie sich die Mitarbeiter untereinander an Bord über längere Distanzen in der Kabine verständigen.

Junggsellenabschied
Hände mit offenen Handflächen auf dem Kopf und ein Hirschgeweih imitieren: Vorsicht, Junggesellenabschied!
© Screenshot/Youtube/EasyJet

"Wir befördern jeden Monat über sechs Millionen Kunden", sagt eine Stewardess am Anfang des Trainingvideos. "Deshalb muss unser Service an Bord schnell und effizient sein."

Doch beim Ansehen des 90 Sekunden dauernden Clips, der angeblich "nur für den internen Gebrauch" bestimmt ist, merkt man schnell, dass hier keine Geheimnisse verraten werden. Eher handelt es sich um den humorvollen Beitrag der PR-Abteilung. Das von der Fluggesellschaft auf Youtube hochgeladene Video hat im Internet das Potential, ähnlich wie manches Sicherheitsvideo, zu einem viralen Hit zu werden.

Die geheimen Codes der Flugbegleiter

Tatsächlich gibt es das Phänomen sprachlicher Begriffe, wie die einzelnen Crew-Mitglieder miteinander in bestimmten Situationen kommunizieren. Wie bei fast allem in der Luftfahrt handelt es sich um englischsprachige Worte.

Der Gang durch die Kabine vor dem Abflug, um sich zu vergewissern, dass alle Passagiere, die intern als "Paxe" bezeichnet werden, den Sicherheitsgurt angelegt haben, ist der "crotch watch" - der Kontrollblick auf den Schritt. Ein "Deadhead" ist kein Totenkopf, sondern ein Kollege, der als normaler Passagier per Mitarbeiterticket reist.

imaginäres Baby im Arm
Schaukelbewegungen mit einem imaginären Baby im Arm: Das Fläschen muss aufgewärmt werden.
© Screenshot/Youtube/EasyJet

Mehr als nur den Flughafen sehen vor allem die Crews von Billigfliegern am Zielort nicht: keine Nacht in einer exotischen Stadt mit Hotelaufenthalt, Shopping und Sightseeing. Denn die auf kurze Umkehrzeiten programmierten Flüge sind nur ein "turn around": Wenn alle Passagiere von Bord sind, zieht ein Reinigungsteam durch die Gänge, und schon nach 25 bis 50 Minuten startet die Maschine mit derselben Besatzung zum Rückflug.

Bei deutschen Fluggesellschaften gibt es den Kauderwelsch-Begriff "wasten gehen": Kurz vor der Landung schiebt ein Flugbegleiter einen leeren Trolly durch die Kabine und sammelt den Müll ein.

Das Bodenpersonal am Frankfurter Flughafen benutzt noch drei Buchstaben, um die Kollegen in der Kabine vor besonders anstrengenden Kunden zu warnen. Neben den auf den Bordkarten ausgedruckten Codes wie "FTL" für Frequent Traveller oder "SEN" für einen Vielflieger mit Senator-Status gibt es noch das handschriftliche Zeichen "GGA" - die Abkürzung steht für "ganz großes A…loch".

"Ganz großes A…loch": Das sind die geheimen Codes der Stewardessen

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