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Flugausfälle bei Air France: 80 Prozent der Piloten wollen weiter streiken

Mit großer Mehrheit haben die Piloten der Air France sich für weitere Streiks ausgesprochen. Sie fürchten, durch billigere Kollegen ersetzt zu werden.

Der Streik der Air-France-Piloten im Konflikt um den Ausbau einer Billigflugtochter geht in die zweite Woche: Die Mitglieder der größten Air-France-Pilotengewerkschaft stimmten mit 80,9 Prozent für die Fortsetzung des Ausstands bis zum kommenden Freitag, wie die Arbeitnehmervertretung SNPL AF Alpa am Samstag mitteilte. Eine weitere Verlängerung ist demnach nicht ausgeschlossen, sollte die Unternehmensführung ihre "Blockade" in den Verhandlungen nicht aufgeben.

Die Piloten legen mit ihrem Streik seit einer Woche den Flugverkehr in Frankreich in weiten Teilen lahm. Der Konflikt dreht sich um die geplante Ausweitung der Aktivitäten der Air-France-Billigtochter Transavia auf ganz Europa. Air France reagiert damit auf die wachsende Konkurrenz durch Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair.

Die von dem Konzern angebotenen Garantien reichen nach Ansicht der Gewerkschaft bisher nicht aus, um einen Stellenabbau in Frankreich auszuschließen. Die Air-France-Piloten, die bis zu 250.000 Euro im Jahr verdienen, fürchten, dass sie durch billigere Kollegen bei Transavia ersetzt werden.

Nur 38 Prozent aller Flüge am Sonntag

Die Gewerkschaft forderte am Samstag von Premierminister Manuel Valls erneut, sich mit den Piloten zu treffen. Die Arbeitnehmervertretung hoffe, dass der Regierungschef "sich für die Rettung französischer Arbeitsplätze interessiert", erklärte SNPL-Chef Jean-Louis Barber. Valls hatte die Air-France-Piloten am Mittwoch aufgerufen, ihren Streik zu beenden, der von den Franzosen "nicht verstanden" werde.

Air France teilte mit, die Gesellschaft gehe davon aus, dass am Sonntag nur noch 38 Prozent ihrer Flüge stattfinden würden. Am Samstag waren es noch 45 Prozent gewesen. Die Beteiligung am Streik lag demnach zwischen 60 und 65 Prozent. Die Kosten durch den Ausstand hatte Air France bisher auf bis 15 Millionen Euro pro Tag beziffert.

ono/AFP / AFP
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