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Last-minute Geschenk-Ideen Diese Reisebücher gehören unter den Weihnachtsbaum

Aus dem Bildband "Dimore Veneziane": Blick von San Giorgio in Venedig zum Makusplatz.
Aus dem Bildband "Dimore Veneziane": Blick von San Giorgio in Venedig zum Makusplatz.
© Werner Pawlok/Frederking & Thaler
Sie suchen noch ein passendes Weihnachtsgeschenk? Wir stellen neue Bildbände und Reisebücher vor, die nicht nur als Last-Minute-Geschenke dienen können, sondern garantiert auch Fernweh auslösen.

Haben Sie schon alle Geschenke beisammen? Nur noch kurze Zeit, dann ist Weihnachten. Hier stellen wir besondere Neuerscheinungen aus den Reiseregal Ihres Buchhändlers vor, die wir wärmstens empfehlen können.

Wenn wir in nächster Zeit aufgrund der Pandemie nicht real dorthin verreisen können, wohin wir gerne möchten, dann sollten wir wenigstens mit Büchern auf Entdeckungsreisen gehen.

Die Lagunenstadt in XXL

Der Fotograf Werner Pawlok hat die Gunst der letzten Monate genutzt: Während der Covid-19-Pandemie hat er fünf Reisen nach Venedig unternommen, in den einstigen Hotspot des Tourismus. Ihm gelangten Aufnahmen, die das Venedig der Venezianer zeigen, wie zum Beispiel Innenräume von Palästen und Kirchen in ihrer ganzen Pracht. Bewusst verzichtet er auf das überstrapazierte Abbild der Morbidität. Doch auch die Bewohner kommen nicht zur kurz: In kurzen Texten lässt er alteingesessene Venezianer zu Wort kommen, lässt sie über deren Rückzugsorte, deren Sorgen um Overtourism und deren Visionen eines zukünftigen Venedigs erzählen – ein opulent gestalteter und schwerer, großformatiger Bildband zu einem magischen Sehnsuchtsziel.

"Dimore Veneziane. Die Kunst, Venedig zu leben" von Werner Pawlok. Erschienen bei Frederking & Thaler, Großformat, 320 Seiten, 190 Abbildungen, Preis: 98 Euro.

Den Przewalskipferden auf der Spur

Sein Buch sei "ein Versuch in eurasischer Heimatkunde, mit dem Pferd als Leittier", schreibt Stefan Schomann zu Beginn seiner Hommage an die Przewalskipferde. Als Kind sah er diese Ur-Wildpferde im Münchner Tierpark Hellabrunn, die es ihm seitdem angetan haben. Fast wären die letzten Exemplare dieser Art ausgestorben, nur dank der Vermehrungsprogramme zoologischer Gärten und erfolgreichen Auswilderungsversuche konnten die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einem Russen in der Mongolei entdeckten Tiere über den Globus verstreut überleben. Für die in seinem Werk versammelten Reportagen wurden die geretteten Pferde zu einem Leitmotiv. Er begab sich auf deren Spurensuche, von den Höhlenmalereien in Lascaux über die Mongolei bis nach Tschernobyl in der Ukraine, wo seit der Reaktorkatastrophe die Waldwildnis wie in einem streng abgeriegelten Nationalpark wieder sich selbst überlassen ist und eine Herde Przewalskipferde freigelassen wurde. Über die mehr als 400 Seiten entsteht neben der Heimatkunde eine großartige Kulturgeschichte, in der wir viel über unser Verhältnis zum Tier erfahren, über den permanenten Konflikt zwischen Zivilisation und Natur und letztlich über das Artensterben – ein Lern- und Lesevergnügen auf hohem sprachlichem Niveau.

"Auf der Suche nach den wilden Pferden" von Stefan Schomann. Erschienen im Verlag Galiani, 464 Seiten, Preis: 25 Euro.

Alte Wege in den Bergen neu entdecken

"Begreift man die Alpen als großen Organismus, dann sind die Wege seine Blutbahnen, die Leben in abgeschiedene Regionen erst möglich machen, auf denen Menschen und Güter, damit natürlich auch Wissen und Gedanken unterwegs sind", schreibt Eugen Hülser im Vorwort zu seinem Werk, das 65 Wanderungen vorstellt. Diese Wege sind eine geschichtliche Spurensuche, die der Autor zeitlich und thematisch gegliedert hat: von der Steinzeit, wie zum Beispiel auf der Route des Ötzi, über mittelalterliche Alpenpässe, die heute zum Teil in Vergessenheit geraten sind, und militärische Bollwerke wie dem Mont Chaberton in den Cottischen Alpen an der Grenze von Frankreich und Italien bis hin zu dem in der Gegenwart wiederentdeckten Klettersteig Pinut bei Flims in der Schweiz. Das Besondere an diesem Buch ist, das es die Aufmerksamkeit auf abgelegene Regionen in den Bergen lenkt, auf uralte Pfade und deren Geschichte.

"Alte Wege in den Alpen" von Eugen E. Hüsler. Erschienen im Bruckmann Verlag, 224 Seiten, 300 Abbildungen, Preis: 29,99 Euro.

Durch das Reich der schönsten Buchläden 

Noch haben sich im Buchhandel nicht wie in der Bekleidungsbranche die internationalen Ketten durchgesetzt, deren Inneneinrichtungen überall gleich aussehen. Denn Buchhandlungen sind so unterschiedlich wie ihre Besitzer. Und sie sind Treffpunkte für Lesende und auch Anlaufpunkte für Reisende, oft mit einem Café kombiniert. Der Bildband "Do you read me" versteht sich als ein Reiseführer zu den schönsten Buchboutiquen weltweit, vom Ladengeschäft im Wohnzimmer (Brazenhead Books, New York City), über die auf Kinderbücher spezialisierte Buchhandlung (Krumulus, Berlin) bis hin zu einer Meeresbuchhandlung (La Libreria del Mare, Mailand). Einen ganzen Tag kann man beim Stöbern in Geschäften wie dem aus einem Theater hervorgegangenen Ateneo Grand Splendid in Buenos Aires verbringen, in der berühmten Livraria Lello in Porto oder im Cărturești Carusel in Bukarest, einem ehemaligen Bankgebäude. Und in Shanghai eröffnete ein Bücher-Designtempel in einem Wolkenkratzer, 239 Meter über Straßenniveau mit fantastischen Ausblicken. Dieses Buch ist ein Muss für Bibliophile, die gerne reisen.

"Do you read me? Besondere Buchläden und ihre Geschichten". Die Gestalten Verlag, 272 Seiten, Preis: 39,90 Euro.

Grenzerfahrungen fünf junger Männer

Schon das Foto auf dem Cover mit einem durch die einsame Landschaft fahrenden Radler ist Programm: Es steht quer. Denn es handelt sich um ein unkonventionelles Reisebuch, das nicht nur den 70-tägigen Trip dreier österreichischen Studenten mit ihren Fahrrädern über den Balkan und die Türkei bis nach Teheran im Tagebuchstil beschreibt, sondern auch die Geschichten des Syrers Filip und des Afghanen Malek, die teilweise auf derselben Route unter ganz anderen Bedingungen in der Gegenrichtung unterwegs sind: Sie flüchten vor Krieg und Terror, vor dem Islamischen Staat und Taliban. Im Buch werden die Abenteuer aller Protagonisten, die auf wahren Begebenheiten basieren, parallel erzählt, auf unterschiedlich eingefärbtem Papier mit jeweils anderer Typografie. Wo die Personen aufeinandertreffen, sei hier nicht verraten – ein Buch von weiterhin erschreckender Aktualität.

"Über die Grenzen: Wien, Damaskus, Kabul: Drei wahre Geschichten von Reise und Flucht" von Franz Paul Horn. Erschienen im Verlag Kremayr & Scheriau, 400 Seiten, Preis: 20 Euro.

Hier finden Sie auch Inspiration für weitere Bildbände:

Das ultimative Skibuch: Vom Zauber des Gleitens durch den Schnee

Abenteuer Watzmann – der Berg mit der höchsten Wand der Ostalpen

Sagen, Mythen und Verbrechen: Das sind Deutschlands Lost Places mit Gänsehautgarantie 

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