HOME

Nicht gezahlte Sozialabgaben: Ryanair muss mehr als zehn Millionen Euro nachzahlen

Die irische Billigfluglinie Ryanair muss zehn Millionen Euro an die französischen Sozialkassen zahlen. Ginge es nach der Staatsanwaltschaft wäre die Strafe um ein Vielfaches höher ausgefallen.

Europas größter Billigflieger Ryanair ist wegen Verstößen gegen das französische Sozialrecht zu einer Geldstrafe und Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt worden. Ein Gericht in Aix-en-Provence sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass die Beschäftigungspraxis des Unternehmens am Standort Marseille-Marignane illegal war. Das Unternehmen hatte dort jahrelang vier Maschinen stationiert. Die 127 Beschäftigten waren allerdings nicht in Frankreich, sondern in Irland angemeldet.

Ryanair soll nun unter anderem für die in Frankreich nicht gezahlten Sozial- und Rentenabgaben Schadensersatz leisten. Der Betrag wird auf bis zu zehn Millionen Euro geschätzt. Als Geldstrafe legte das Gericht zudem eine Summe in Höhe von 200.000 Euro fest. Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, den Gegenwert von vier Flugzeugen vom Typ Boeing 737 als Ausgangsbasis für eine Verurteilung zu nehmen. Eine Boeing 737 kostet laut Listenpreis mindestens 56 Millionen Euro.

Ryanair hatte bereits vor der Urteilsverkündung angekündigt, gegen einen möglichen Schuldspruch Einspruch einzulegen. Nach Auffassung der Fluggesellschaft war es legal, die Abgaben für die Beschäftigten in Irland zu entrichten.

ono/DPA / DPA

Wissenscommunity