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Probleme mit Brandschutz: Berliner Pannen-Airport droht weitere Verzögerung

Eigentlich sollte der Flughafen Berlin-Brandenburg schon seit Monaten in Betrieb sein. Nun gibt es Anzeichen dafür, dass sich auch der neue Eröffnungstermin März 2013 nicht halten lässt.

Die Eröffnung des krisengeplagten neuen Berliner Großflughafens könnte sich einem Zeitungsbericht zufolge auf den Sommer 2013 verschieben. Es sei gut möglich, dass sich die Inbetriebnahme erneut verzögere, berichtete die "Berliner Zeitung" am Samstag unter Berufung auf Kreise der Flughafengesellschafter. Dieses Mal gehe es aber nur um wenige Monate. Der neue Eröffnungstermin werde voraussichtlich erst Mitte September feststehen. Das Hauptproblem sei weiter die Brandschutzanlage im Terminal.

Als im Frühjahr die Arbeiten beschleunigt worden seien, um den damals noch angepeilten Starttermin Anfang Juni zu halten, habe es viel "Murks" gegeben. "So wurde bei der Verlegung von Kabeln die Traglast der Kabelkanäle zum Teil weit überschritten", zitierte die Zeitung einen Kenner der Materie. Zudem seien in etlichen Kabelkanälen Leitungen für Starkstrom, Schwachstrom und Kommunikation zusammengefasst worden, was unzulässig sei. Nun seien umfangreiche Umbauten nötig.

"Eröffnungstermin nicht gesichert"

Erst am Mittwoch hatte bereits Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Starttermin im März als nicht gesichert bezeichnet. Ob dieser Termin haltbar sei, könne er derzeit nicht sicher beantworten, sagte er der ARD. Der Bund ist neben den Ländern Berlin und Brandenburg, die jeweils 37 Prozent des Kapitals halten, mit 26 Prozent dritter Eigentümer der Flughafengesellschaft Flughafen Berlin Brandenburg GmbH.

Der "Spiegel" berichtete unter Berufung auf einen Insider, den Eignern seien bereits Mitte 2010 eklatante Planungsmängel bekannt gewesen. Der damalige Technikgeschäftsführer der Flughafengesellschaft, Manfred Körtgen, habe auf der Aufsichtsratssitzung am 25. Juni 2010 über "Schlechtleistungen" der Planungsfirma PG BBI informiert. Diese seien so gravierend gewesen, dass eine Kündigung der Verträge im Unternehmen erwogen worden sei, berichtete das Magazin. Allerdings habe Körtgen auch darauf hingewiesen, dass im Fall einer Kündigung von PG BBI der Zeitplan für die Inbetriebnahme des Flughafens nicht einzuhalten sei.

Planungsfirma gefeuert

Ein Sprecher von Aufsichtsratschef Klaus Wowereit, Berlins Regierendem Bürgermeister, bestätigte im "Spiegel", dass über Kündigungsabsichten gesprochen worden sei. Trotz der Probleme habe man die aber 2010 noch nicht für zwingend gehalten, man sei überzeugt gewesen, mit der PG BBI den Bau termingerecht abschließen zu können. Knapp vier Wochen vor der für Anfang Juni geplanten Eröffnung musste der Termin allerdings abgesagt werden. Körtgen und die Planungsfirma PG BBI wurden gefeuert.

tkr/Reuters / Reuters

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