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Tierschützer erfreut Aktion: Tui verzichtet auf Delfinarien-Ausflüge

Eine gute Nachrichten für den Tierschutz. Das weltweit größte Touristikunternehmen Tui wirft Reisen zu Delfinarien und Ausflüge zu Tier-Shows mit Orca-Walen aus dem Programm.

Eine Show mit den Meeressäugern im Aqua Stadium Aquarium in Japan.

Eine Show mit den Meeressäugern im Aqua Stadium Aquarium in Japan.

Nach der Aufdeckung von gravierenden Haltungsmängeln in Delfinarien durch das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hat der Tui-Konzern in Hannover nicht nur vereinzelte Ausflüge zu Delfinarien in der Türkei, in Dubai und Ägypten abgesagt, sondern sich generell von dem Angebot getrennt. Ab sofort werden keine Besuche mehr zu Tier-Shows mit Meeressäugern wie Orcas und Delfinen im Porgramm sein.

Der Entschluss, den Programmpunkt Delfinarienausflüge so schnell wie möglich aus allen Katalogen zu streichen und aus dem Internet zu entfernen, fiel nach "intensiven Kooperationsverhandlungen" mit dem WDSF, wie es in einer Pressemitteilung der Tierschutzorganisation heißt. Der Verkauf von Tickets für Delfinarien wird ab sofort eingestellt, bestätigte ein Tui-Pressesprecher auch stern.de. Reiseleiter des Veranstalters vor Ort seien angewiesen, keine Delfin- und Orca-Shows mehr anzubieten.

"In Deutschland sind die Menschen durch die Arbeit der Nichtregierungsorganisationen sehr sensibel geworden", sagte der Tui-Sprecher. Ein Weiterverkauf für derartige Tier-Show-Tickets wäre zu "gefährlich für unsere eigene Reputation". Es gibt für die Tui jedoch zwei Ausnahmen: Vom Besuch der Tier- und Freizeitparks Seaworld in den USA und vom Loro Parque auf Teneriffa wird nach Absprache mit dem WDSF nicht generell abgeraten. Dennoch verzichte man auf eine aktive Bewerbung mit Fotos in den Katalogen. Spätestens in den im Oktober erscheinenden Katalogen für das Sommerprogramm 2015 seien Ausflüge zu Delfinarien und Fotos nicht mehr abgedruckt.

Das Blutbad von Taiji

"Die globale Entscheidung von Tui Deutschland ist auch vor dem Hintergrund der aktuellen grausamen und blutigen Delfintreibjagden im japanischen Ort Taiji ein großer Erfolg für den Tierschutz", sagt WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller. Im letzten Jahr hatte die Organisation bereits mit FTI-Touristik vereinbart, die Angebote mit Delfinarien weltweit zu stoppen.

In der jüngsten Sendung von stern TV am 29. Januar wurde auch über das Delfin-Massaker im japanischen Taiji ausführlich berichtet, wo in den letzten beiden Wochen Hunderte von Delfine blutig getötet worden sind. Mit Booten wurden die Meerssäuger zunächst in die Enge getrieben und anschließend abgeschlachtet. Dabei werden auch Tiere, die sich als Nachschub für Delfinarien eignen, von Händlern gefangen und abtransportiert. Der Dokumentarfilm "Die Bucht" hatte das gesamte Ausmaß des Delfinfangs 2009 erstmals schonungslos enthüllt.

Für die Tierschutzorganisation hat die Tui-Entscheidung eine Vorbildfunktion für weitere Veranstalter in Deutschland. Auch erhofft sich der WDSF, dass der zu erwartende Besucherrückgang in den Delfin- und Orca-Shows zu Einnahmeverlusten und einem reduzierten Import der intelligenten Meeressäuger aus Treibjagden und Wildfängen führt.

tib

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