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Direkt nach dem Start: Swiss-Flug fliegt fünf Stunden lang im Kreis

Am Karfreitag wollten 220 Passagiere des Swiss-Flugs LX18 von Zürich nach New York fliegen. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen verbrachten sie erst vier Stunden am Flughafen und danach fünf Stunden in der Luft - aber nur um in Kreisen zu fliegen.

Die Route des Swiss-Flugs LX18

Die Route des Swiss-Flugs LX18

Die Passagiere des Swiss-Flugs LX 18 hatten sich ihre Reise nach New York wohl ganz anders vorgestellt. Zunächst saßen die 220 Kunden der Airline stundenlang am Flughafen von Zürich fest. Als der Airbus um 21 Uhr nach einer vierstündigen Verspätung endlich abhob, machte eins der Triebwerke des A330-300 Probleme. Der Pilot entschied sich laut der Schweizer Zeitung "Blick" daher gegen die Überquerung des Atlantiks. "Aus Sicherheitsgründen wollte der Pilot einen Flug über den Atlantik nicht riskieren", zitiert die Zeitung einen Sprecher der Swiss Airline.

Einfach wieder landen konnte der Airbus aber auch nicht. Der vollgetankte Flieger war für eine Landung unmittelbar nach dem Start zu schwer. Wie die Fachzeitschrift "Aerotelegraph" berichtet, hat ein A330-300 ein maximales Startgewicht von 242 Tonnen, aber ein maximales Landegewicht von 187 Tonnen. Ist er voll beladen, müsse er also rund 55 Tonnen Kerosin verbrennen, bevor er wieder landen darf. Anderenfalls könnte es zu strukturellen Schäden am Flieger kommen.

Anders als bei anderen Flugzeugtypen kann der Treibstoff aber bei diesem Modell auch nicht einfach abgelassen werden. Dem Piloten blieb also nur noch eine einzige Möglichkeit: Stundenlang im Kreis zu fliegen und Kerosin zu verbrennen.

Swiss-Flug legt Odyssee zwischen Basel und Schwarzwald hin

Und so ging es dann immer hin und her zwischen Basel, dem Kanton Aargau und dem Münchener Luftraum, zwischendurch auch mal über dem Schwarzwald und dem Allgäu. Flightradar24 und AIRLIVE haben die Route aufgezeichnet.



Erst um 2.26 Uhr nachts durfte der Swiss Flug wieder in Zürich landen. Wegen des Nachtflugverbots war eine Sondergenehmigung notwendig. Passagiere und Besatzungsmitglieder seien laut Swiss-Sprecher während der fünf Stunden in der Luft nicht in Gefahr gewesen. Anschließend wurden die Fluggäste in Hotels untergebracht. Allerdings in Zürich statt in New York.

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ivi

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