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Weltpremiere über den Alpen: Vom Hangar in den Himmel

Als erste Fluggesellschaft der Welt hat Swiss die Bombardier CS100 in Dienst gestellt. Dabei war lange Zeit fraglich, ob der komplett neu entwickelte Jet überhaupt abheben würde. Wir zeigen Bilder vom ersten Flug mit Passagieren.

Bombardier CS100 von Swiss im Hangar

Roter Teppich im Hangar am Flughafen Zürich für das neueste Flottenmitglied: Die Swiss ist die erste Fluggesellschaft, an die eine Bombardier CS100 ausgeliefert wurde.

In der Flugzeugentwicklung ist die CS100, der Kurz- und Mittelstreckenjet des kanadischen Herstellers Bombardier, ein Meilenstein. Als 2009 das Flugzeug noch in der Planung war, bestellte Swiss International Air Lines 30 Exemplare der neuen C-Series. Jetzt wurde das allererste Flugzeug an die Schweizer ausgeliefert und in Zürich vorgestellt.

Die komplett neu entwickelte Maschine setzt aber nicht nur Maßstäbe in Sachen Komfort für die Passagiere und in punkto Wirtschaftlichkeit für die Airline: Der zweistrahlige Jet bricht vor allem das seit 20 Jahren bestehende Duopol der Hersteller von vergleichbaren Flugzeugen im Bereich der 100-150 Sitzer: der 737 von Boeing – einer Entwicklung aus den 60er Jahren – und der etwas größeren A320-Familie von Airbus – eines Flugzeuges aus den 80er Jahren.

Mit der Bombardier C-Series von Swiss über den Alpen


"Die Kabine wirkt so großzügig wie in einer Langstreckenmaschine", sagt Thomas Klühr, der Chief Executive Officer der Swiss, mit "neu designten Sitzen" und schwärmt von dem Flugzeug, obwohl Swiss als Erstkunde das erste von 30 bestellten Flugzeugen mit erheblicher Verspätung erhalten hat. Denn die hohen Entwicklungskosten brachten Bombardier – bekannt für die Produktion von Schienenfahrzeugen und von kleineren Flugzeugen – in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten.

Nur mithilfe eines Milliardenkredits der Provinz Québec konnte die Produktion anlaufen. Auch gab es nur wenige Bestellungen. Erst mit der Order von Delta Air Lines über 75 Exemplare und 50 Optionen im Juni 2016 gelang der Durchbruch auf dem nordamerikanischen Markt.

Bei der Swiss löst die CS100 mit 125 Sitzplätzen die alten Avro-RJ100-Jets ab, die auf Europa-Flügen eingesetzt werden und für ihren Treibstoffverbrauch so bekannt wie unbeliebt sind. Unter Planespottern kursiert über diese Maschine der Witz: "Warum hat die Avro vier Triebwerke? Mehr als vier passten nicht unter die Flügel."

Swiss rechnet für den Einsatz der neuen C-Series, die zum großen Teil aus gewichtssparenden Verbundwerkstoffen gebaut ist, mit einer Kerosineinsparung in Höhe von 25 Prozent. Und die Passagiere profitieren bei einer identischen 2-3er-Bestuhlung von einer breiteren, deutlichen helleren und vor allem leiseren Kabine.

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