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Bericht der Umweltagentur: Welche Badeseen in Deutschland keimbelastet sind

Sommerzeit ist Badezeit. Wasserratten müssen sich dabei wenig Gedanken über die Wasserqualität machen: Der Großteil der Badeseen in Deutschland und in Europa ist sauber.

So wie hier am Ufer des Finsterroter Sees in Baden-Württemberg sieht es glücklicherweise an kaum einem See in Deutschland aus - die Wasserqualität ist überwiegend gut

So wie hier am Ufer des Finsterroter Sees in Baden-Württemberg sieht es glücklicherweise an kaum einem See in Deutschland aus - die Wasserqualität ist überwiegend gut

Badefans können unbesorgt in Seen, Flüssen und Küstengewässern schwimmen - das gilt für Deutschland und Europa insgesamt. Die allermeisten Badestellen in Deutschland (97,6 Prozent) erfüllten im vergangenen Jahr bei der Wasserqualität die europäischen Mindeststandards. Der Großteil der 2290 Badeplätze wies bei Proben sogar gute bis ausgezeichnete Werte auf. Das geht aus einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) hervor, der am Mittwoch in Brüssel und Kopenhagen veröffentlicht wurde. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich Deutschland leicht verbessert (2013 entsprachen 97 Prozent den Mindeststandards).

Wer neben sauberem Wasser auch Sonne will, ist auf der Mittelmeerinsel Zypern besonders gut aufgehoben. Allen 112 untersuchten Küsten-Badestellen bescheinigten die Tester mindestens gute Werte. Auf Platz zwei in der EU folgt Griechenland, dicht gefolgt von Kroatien. In Frankreich, Spanien, Italien und Portugal halten ebenfalls mehr als 90 Prozent der Küsten-Badestellen die Mindeststandards ein.

Für die Überwachung sind die Behörden vor Ort zuständig. Sie nehmen während der Badesaison regelmäßig Proben, die später in den jährlichen EU-Bericht einfließen. Dabei müssen sie vor allem zwei Darmbakterien im Auge behalten: E.coli und Darmenterokokken deuten beide auf Fäkalien im Wasser hin. E.coli-Bakterien können zu Übelkeit oder Durchfall führen, Darmenterokokken können schwere Erkrankungen auslösen, wenn sie durch Wunden in den Körper gelangen.

Vorsicht bei 14 Badewässern in Deutschland

Die Ursachen für Verschmutzungen sind vielfältig. "Zwischen einem Drittel und der Hälfte davon geht auf schwere Regenfälle und überfließende Kanalisation zurück", schätzt Peter Kristensen von der EEA, die die Daten bündelt. Genaue Zahlen dazu gebe es zwar nicht, er habe aber in den vergangenen Jahren stichprobenartig auch die Ursachen überprüft. Auch der Kot von vielen Gänsen oder anderen Wildvögeln könne zu Belastungen führen, ebenso Düngemittel oder Hundekot.

Die beiden Darmbakterien seien "gute Indikatoren" für den Zustand von Gewässern, sagt Kristensen. Auf sie muss immer getestet werden. Wenn es Anzeichen für übermäßiges Algenwachstum gibt, werden auch hier Proben fällig. Müll oder andere Formen der Umweltverschmutzung werden für den jährlichen EU-Bericht nicht ausgewertet.

An 14 Stellen in Deutschland sollte man beim Sprung ins kühle Nass besser vorsichtig sein - hier ist die Belastung mit Keimen so hoch, dass die Wasserqualität als "mangelhaft" eingestuft wurde. Neben dem Finsterroter See im baden-württembergischen Wüstenrot sind dies etwa die Kleine Badewiese bei Spandau an der Unterhavel oder der Strand Kleinostheim am Mainparksee Mainaschaff in Bayern.

jen/DPA / DPA

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