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Box-Weltmeisterschaft: Klitschko schlägt Johnson

Der 38 Jahre alte WBC-Champion Vitali Klitschko hat Samstagnacht in Bern seinen Herausforderer Kevin Johnson nach Punkten eindeutig besiegt. Der Amerikaner hatte immer wieder versucht, den Ukrainer mit anderen Mitteln als mit den Fäusten zu provozieren.

Mit einem unspektakulären Arbeitssieg hat sich Box-Weltmeister Vitali Klitschko in den Weihnachtsurlaub verabschiedet. Der Schwergewichts-Champion des World Boxing Council (WBC) besiegte Samstagnacht in Bern den Amerikaner Kevin Johnson einstimmig nach Punkten (120:108, 120:108, 119:109). Klitschko versäumte es, seine einzigartige Quote von 37 K.o.-Erfolgen in 41 Kämpfen auszubauen. Nach Timo Hoffmann aus Polleben war Johnson erst der zweite Boxer, der mit Klitschko über alle zwölf Runden ging.

"Johnson war sehr schwierig zu boxen. Sein Stil ist unangenehm", sagte der Titelverteidiger aus der Ukraine, der trotz der glanzlosen Vorstellung von den mehr als 17.000 Zuschauern in der Berner Postfinance-Arena gefeiert wurde. Johnson entzog sich über die gesamte Kampfzeit den harten Schlägen des Weltmeisters, indem er permanent mit dem Kopf abtauchte und auf dem Rückzug war. Als Herausforderer bot er eine dürftige Leistung und vermochte in keiner Phase des Kampfes anzudeuten, dass er den Titel gewinnen will.

Das nächste Jahr bringt bessere Boxkämpfe

"Ich habe mir eine Ellenbogenverletzung zugezogen und konnte deshalb nicht wie geplant kämpfen", entschuldigte sich der 30-jährige Amerikaner, der seine erste Niederlage im 23. Profikampf hinnehmen musste. In den Tagen vor dem Duell hatte er vollmundig angekündigt, die Welt zu schocken, indem er Klitschko den WM-Gürtel entreißt. Einen Rückkampf gegen Johnson, den der Amerikaner wünscht, schließt Klitschko aus.

"Vitali ist enttäuscht, dass er keinen K.o. geschafft hat, ich nicht so", sagte Trainer Fritz Sdunek. Klitschko will im nächsten Jahr einen Titelvereinigungskampf mit WBA-Weltmeister David Haye anstreben. Der Brite, der die Klitschko-Brüder mehrfach beleidigte, hatte sich den Titel vor fünf Wochen mit einem Sieg über den 2,13 Meter großen Russen Nikolaj Walujew gesichert. Vitali und sein knapp für Jahre jüngerer Bruder Wladimir Klitschko, der Weltmeister der Verbände WBO und IBF ist, wollen die Gürtel aller vier anerkannten Weltverbände auf sich vereinigen und damit für eine Novum in der Geschichte des Profi-Boxens sorgen. "Ich bin überzeugt, dass nächste Jahr bringt uns attraktive Kämpfe", versicherte Klitschko.

DPA / DPA

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