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Debatte um Rechtsextremismus Spitzensportler sollen sich künftig zur Demokratie bekennen


Das Bundesinnenministerium möchte Leistungssportler nur noch fördern, wenn sie ein "Demokratiebekenntnis" abgeben. Mit der Debatte um Ruderin Nadja Drygalla habe das Vorhaben jedoch nichts zu tun.

Im Bundesinnenministerium gibt es seit Ende 2011 Überlegungen, in die Förderrichtlinien für Spitzensportler auch ein "Demokratiebekenntnis" aufzunehmen. Dies habe aber nichts mit dem Fall der Olympia-Ruderin Nadja Drygalla zu tun, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag in Berlin. Berichte, die einen solchen Zusammenhang herstellten, müssten insofern "ausdrücklich dementiert" werden. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) fordere zunächst eine gründliche Aufklärung der Vorgänge, sagte der Sprecher.

Drygalla hatte wegen ihrer Kontakte zu dem früheren mecklenburg-vorpommerschen NPD-Landtagskandidaten Michael Fischer die Olympischen Spiele in London vorzeitig verlassen und damit eine Debatte um Rechtsextremismus im Spitzensport ausgelöst. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums gibt es seit 2011 ein Programm gegen Extremismus im Sport. Die interne Diskussion, ob die Förderrichtlinien für Spitzensportler reformiert würden und ein "Demokratiebekenntnis" eingeführt werden sollte, sei noch nicht abgeschlossen.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte sich am Montag in London kritisch zum Umgang mit der Ruderin geäußert. "Steht es uns als Öffentlichkeit eigentlich wirklich zu, den Freundeskreis von Sportlerinnen und Sportlern zu screenen, zu gucken, was da los ist?" fragte der CDU-Politiker. "Ich stelle diese Fragen, um einmal deutlich zu machen, dass es auch Grenzen der Überprüfung auch für die Rolle von Sportlern gibt." Er denke, die Grenze sei im Fall der 23 Jahre alten Rostockerin Drygalla schon überschritten.

lin/DPA DPA

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