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Hilferuf aus Halland Erling Haaland treibt schwedische Provinz in Wahnsinn

Erling Haaland
Erling Haaland im Einsatz für Manchester City
© Getty Images
Schweden und Norwegen. Halland und Haaland. Skandinavien verschwimmt, je weiter man sich davon entfernt. Diese schmerzliche Erfahrung macht aktuell eine Region an der schwedischen Westküste. Superstar Erling Haaland erstickt sie mit seinem Ruhm. Jetzt sendet sie einen Hilfeschrei in die Welt.

Im Südwesten Schwedens, an der Küste des Kattegats, liegt die Provinz Halland. Sie zieht ihre Bedeutung dieser Tage unter anderem als Wohnort für Pendler ins nahegelegene Göteborg. Im Osten liegt das aus den Lindgren-Büchern so bekannte Småland. Die schwedische Tourismusbehörde bewirbt Halland als "Küstenparadies für Feinschmecker und Naturliebhaber", steigert sich bis hin zur Bezeichnung "schwedische Riviera" und tut das, was Tourismusbehörden so tun: Sie wirbt eindringlich für den Besuch der Provinz.

Doch neuerdings hat die Provinz Halland ein Problem: Erling Haaland. Der ehemalige Stürmer von Borussia Dortmund verzückt seit Neuestem die Fans von Manchester City und ist auf dem Weg, der beste Angreifer der Welt zu werden. Einer der populärsten Spieler ist er ohnehin. Haaland hat das Spiel mit den sozialen Medien perfektioniert. Und dort suchen die Fans nach Erling Haaland. Oder eben manchmal auch nach Erling Halland. Und das ist das Problem.

"Wir sind Halland. Er ist Haaland", schrieb Jimmy Sandberg, der Direktor der lokalen Tourismusbehörde, in einem offenen Brief. "Zu unserer Verzweiflung werden all unsere Bemühungen, für Halland zu werben, aktuell einfach schnell zunichtegemacht."

Nach England-Wechsel von Erling Haaland alles noch viel schlimmer

Auf Google, auf Instagram und überall würden sich unter dem Hashtag #Halland fast ausschließlich Bilder des Fußballers, und nicht mehr der Provinz finden lassen. "Die Popularität des Fußball-Phänomens in Kombination mit dem Schreibfehler erstickt unsere Online-Präsenz völlig", teilte der verzweifelte, aber durchaus schlaue Tourismusdirektor mit und verband seinen Brief mit der dringenden Bitte, beim Nutzen der Hashtags demnächst genauer hinzuschauen.

Wie sehr der Wechsel des Torjägers in die Premier League zu dieser Verwirrung beigetragen hat, erklärte Sandberg im Gespräch mit der BBC: "Seit Haaland bei Manchester City ist und all diese Tore schießt, werden wir von seiner Präsenz in unseren Hashtags und in den Suchmaschinen überwältigt."

Aber ein Tourismusdirektor wäre kein Tourismusdirektor, wenn er nicht um Touristen werben würde und so schließt Sandberg seinen Brief an alle Fußballfans und Journalisten weltweit mit einem versöhnlich stimmenden Schlussabsatz: "Wenn nichts getan wird, fürchten wir, dass unsere Provinz so etwas wie ein vergessenes Atlantis werden wird. Ein Platz, der nur noch in Geschichten und historischen Schriften existiert", schreibt er: "Wir würden Mr. Erling Braut Haaland gerne zu einem Besuch in Halland einladen. So wie es viele Norweger Jahr für Jahr tun. Er würde sich hier zu Hause fühlen. Wir sehen uns nächsten Sommer in Halland, Haaland?"

Dieser Artikel erschien zuerst bei ntv.de

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ntv.de/sue / rös

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