VG-Wort Pixel

FC Barcelona Keine Spielberechtigung: Muss Barca ohne Lewandowski planen?

Robert Lewandowski im Trikot des FC Barcelona bei einem Testspiel
Stand jetzt wird es dieses Bild in der spanischen Liga nicht geben: Wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay konnte der FC Barcelona seine Sommerneuzugänge wie Robert Lewandowski bislang nicht anmelden.
© Pau Barrena / AFP
Trotz eines unvorstellbaren Schuldenbergs war der FC Barcelona in dieser Sommerpause auf ausgiebiger Shopping-Tour. Das könnte sich nun rächen. Die Spanische Liga hat den Barca-Neuzugängen noch keine Spielberechtigung erteilt.

Die vergangene Saison des FC Barcelona ist mit dem Wort "desaströs" hinreichend beschrieben. Damit die Mannschaft wieder den eigenen Ansprüchen gerecht wird, investierten die Katalanen in der Sommerpause kräftig in neue Spieler. Neben Robert Lewandowski vom FC Bayern, heuerten auch Andreas Christensen (FC Chelsea), Franck Kessie (AC Mailand), Raphinha (Leeds United) und Jules Kounde (FC Sevilla) bei Barca an. Dem Verein waren seine neuen Spieler rund 153 Millionen Euro wert – plus sicherlich üppiger Gehälter. Eigentlich absurd, da der FC Barcelona auf einem wahnsinnigen Schuldenberg sitzt. Bei seinem Amtsantritt sprach Präsident Joan Laporta im März 2021 von "451 Millionen Netto- und 1,35 Milliarden Euro Bruttoschulden." 

Genau aus diesem Grund könnte sich die sehr lockere Geldpolitik jetzt rächen. Denn wenige Tage vor dem Saisonstart hat die spanische "La Liga" den Neuzugängen des FC Barcelona noch immer keine Spielberechtigung erteilt. Stand jetzt könnten Lewandowski und Co. beim Auftaktspiel gegen Rayo Vallecano also auf der Tribüne sitzen.

Noch immer keine Spielberechtigung für Lewandowski und Co.: FC Barcelona muss schnell Geld beschaffen

Die Harakiri-Finanzpolitik der Katalanen fällt dem Traditionsklub spätestens jetzt auf die Füße. Grundsätzlich dürfen für die spanische Liga pro Verein 25 Spieler angemeldet werden, die am regulären Spielbetrieb teilnehmen. Dabei gilt seit 2013 allerdings eine Gehaltsobergrenze. Angelehnt an die internationale Financial Fairplay-Regelung stehen den spanischen Vereinen mit Blick auf ihr Budget, die Bruttogehälter und mögliche Abschreibungen während der Saison nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung. 

Sollte diese Obergrenze überschritten werden, muss zusätzliches Geld her – etwa durch weitere Sponsoring-Verträge oder Spielerverkäufe. Im Fall des FC Barcelona lagen die Ausgaben für ihre Spieler 144 Millionen Euro über der zulässigen Summe von 97 Millionen Euro, wie "La Liga" im März mitteilte. "Diese Zahl ergibt sich aus der Differenz zwischen den tatsächlichen Verlusten des Klubs und den von La Liga im Mai 2021 geschätzten", sagte Liga-Generaldirektor Javier Gomez gegenüber der spanischen Zeitung "Mundo Deportivo".

Da Barca so weit über der Gehaltsgrenze liegt, verweigert die Liga dem Verein derzeit also die Spielerregistrierung der Neuzugänge. Um das zu ändern müssen die Katalanen schnell Geld beschaffen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Der Verein hat bereits 25 Prozent seiner Fernsehrechte an die globale Investmentfirma "Sixth Street" verkauft. Gereicht haben diese Einnahmen aber noch lange nicht. Um jetzt kurzfristig an Geld zu kommen, sollen zudem Teile der hauseigenen Produktionsfirma "Barca Studios" verkauft werden.  

Hinzu sollen Transfereinnahmen für Spielerverkäufe kommen. Doch das stellt sich als nicht so einfach heraus. Für den Verkauf des niederländischen Nationalspielers Frenkie de Jong versprach sich der Verein Einnahmen von 80 Millionen Euro oder mehr. Doch de Jong hat noch einen langfristigen Vertrag und will bei Barca bleiben. Nun fordert der Verein ihn auf, auf Gehalt zu verzichten. Der Streit könnte vor Gericht landen. 

Muss Barca tatsächlich ohne seine Transfers auskommen?

Ob der FC Barcelona tatsächlich ohne seine Sommertransfers spielen muss ist unklar – aber unwahrscheinlich. Sollte die spanische Liga die Financial Fairplay-Regeln streng auslegen, könnten Lewandowski und Co. nicht angemeldet werden und wären demnach auch nicht spielberechtigt. Doch das würde nicht nur dem Verein, sondern der Attraktivität der ganzen Liga schaden. Barca-Präsident Laporta äußerte sich bei der Vorstellung von Lewandowski in der vergangenen Woche optimistisch:
"Wir haben daran gearbeitet, alle zu registrieren. Wir haben hart und produktiv daran gearbeitet, die Anforderungen zu erfüllen. Sollte es erforderlich sein, noch mehr Dinge zu unternehmen, werden wir das tun. Es ist eine Entscheidung, die LaLiga treffen muss."

Quellen: Goal.com, The Guardian, Mundo Deportivo


Mehr zum Thema



Newsticker