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Formel 1: Finnische Traumlandschaften

Kimi Räikkönen ist heiß auf seinen ersten WM- Titel, doch ansonsten lässt den "Iceman" fast alles kalt. Nur allzu drängende Fragen können den Finnen aus der Ruhe bringen.

Als ein Journalist vor dem Formel-1-Klassiker in Monaco wissen wollte, was ihn außerhalb der Rennpiste so richtig verärgern könne, antwortete der Finne kurz angebunden: "Wenn Sie mich weiter danach fragen.

Ein sportliches Ausrufezeichen will er im McLaren-Mercedes an diesem Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) beim sechsten WM-Lauf setzen. "Wir werden um die WM kämpfen", sagte Räikkönen, der 27 Punkte hinter dem spanischen WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Renault) lauert, "wir geben unser Bestes und wir haben nichts zu verlieren." Mächtig Selbstvertrauen tankte der Finne vor allem durch seinen Sieg vor zwei Wochen in Barcelona, Räikkönens erst drittem Grand-Prix-Erfolg insgesamt. Zudem gehe er in den engen Gassen der monegassischen Fürstentums mit dem besten Auto an den Start, das er dort jemals gehabt habe. "Allerdings ist das keine Garantie für den Sieg", sagte Räikkönen.

Möglicher Schumacher-Nachfolger

Gehandelt wird der 25-Jährige, der am 4. März 2001 in Australien bei seinem Formel-1-Debüt im Sauber-Petronas als Sechster gleich in Punkteränge fuhr und vor zwei Jahren im "Silberpfeil" den Vize-WM- Titel holte, auch als möglicher Nachfolger von Rekordweltmeister Michael Schumacher bei Ferrari. Allerdings heizt der coole Finne die Gerüchte nicht weiter an.

Daran, so sagt Räikkönen, denke er nicht. "Das Wichtigste für mich ist es, in einem Siegerteam zu fahren. Ich will immer im besten Team sein. Im Moment fühle ich mich bei McLaren-Mercedes sehr wohl", betonte er. Und von einem besonderen Duell mit Schumacher will Räikkönen auch nichts wissen. Michael sei ein Gegner wie die anderen. Allerdings seien diese dazu da, um geschlagen zu werden.

Den Finnen wirft so schnell nichts um. Vor einer Woche ließ er sich im topmodischen schneeweißen Anzug bei "Wetten, dass..?" auch von Glamour-Girl Paris Hilton nicht aus der Ruhe bringen. Dennoch stören Räikkönen die Schlagzeilen in seiner Heimat, denen zufolge er ein recht trinkfreudiger und gern gesehener Partygast sei. Er habe den Eindruck gehabt, "dass mich einige Zeitungen wie eine Art Kriminellen darstellten. Dabei habe ich niemandem geschadet, niemanden geschlagen", stellt er klar.

Jens Marx und Volker Gundrum/DPA

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