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Formel 1 in Hockenheim Doppelsieg für Ferrari


Sebastian Vettel konnte seine gute Ausgangsposition am Start nicht in einen Sieg ummünzen: Der Red-Bull-Pilot wurde in Hockenheim Dritter hinter den beiden Ferraris von Fernando Alonso und Felipe Massa. Der Doppelsieg kommt Ferrari allerdings teuer zu stehen.

Sebastian Vettel hat seinen ersten Heimsieg in Hockenheim schon beim Start verschenkt. Bereits auf den ersten Metern verlor der Red-Bull-Pilot den entscheidenden Boden auf die Ferrari-Piloten Felipe Massa und Fernando Alonso und musste sich am Ende mit Rang drei zufriedengeben. Ferrari unterdessen ließ seine Piloten in der Schlussphase noch die Positionen tauschen, Massa überließ genau ein Jahr nach seinem schweren Unfall in Budapest seinen ersten möglichen Sieg dem spanischen Teamkollegen, der in der WM-Wertung noch eine kleine Titelchance hat.

Während die Mercedes-Silberpfeile von Nico Rosberg und Michael Schumacher als Achter und Neunter im Niemandsland unterwegs waren, verfolgte Vettel das umstrittene Manöver der "Roten" in Runde 49 aus knapp 200 Metern Entfernung. Allerdings ärgerte sich wohl viel mehr über seinen eigenen schwachen Start. Denn durch den dritten Platz verringerte er den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton, der im McLaren-Mercedes als Vierter ins Ziel kam, nur auf 21 Punkte (136:157).

Kein gutes Wochenende für die Deutschen

Auf Rang zwei der Gesamtwertung liegt weiterhin Hamiltons Teamkollege und Titelverteidiger Jenson Button (143), der in Hockenheim auf Platz fünf landete. Punktgleich mit Vettel, aber wegen der höheren Anzahl der Siege immer noch auf Rang drei vor dem Heppenheimer, ist dessen australischer Teamkollege Mark Webber nach Platz sechs. Alonso hat durch seine zweiten Saisonsieg nach dem Auftaktrennen in Bahrain und Nummer 23 seiner Karriere jetzt 116 Zähler auf dem Konto.

Für die übrigen deutschen Piloten gab es zu Hause nichts zu holen. Nico Hülkenberg landete im Williams bei seinem ersten Formel-1-Heimspiel auf Rang 13, Adrian Sutil wurde im Force-India-Mercedes nach einem völlig verkorksten Rennen mit drei Boxenstopps auf Position 17. Timo Glock sah als 18. in seinem Virgin wenigstens zum fünften Mal in dieser Saison die Zielflagge.

"Fernando ist schneller als du"

Diskussionen gab es allerdings um den Platztausch der Ferrari-Piloten, da Teamorder in der Formel 1 verboten ist, nachdem ebenfalls die Scuderia 2002 in Zeltweg Rubens Barrichello angewiesen hatte, Michael Schumacher vorbeizulassen. Die Italiener erhielten damals 500.000 Dollar Strafe. Diesmal erhielt der führende Massa einen Funkspruch seines Renningenieurs: "Fernando ist schneller als du. Kannst du bestätigen, dass du diese Nachricht verstanden hast?" Nach dem Tausch folgte eine Entschuldigung des Ingenieurs.

Die Rennkommissare des Automobil-Weltverbandes FIA verhängten wegen des Vorwurfs der Teamorder eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Dollar gegen den Traditionsrennstall aus Italien. Zudem wird der Fall zur weiteren Untersuchung an das Motor Sports World Council übergeben. Am Rennergebnis von Hockenheim ändert sich allerdings nichts.

Nach dem Rennen gab es zunächst nur eine kurze Umarmung zwischen Alonso und Massa, bevor der Brasilianer schnell zum obligatorischen Wiegen verschwand. Bei der Vorbereitung zur Siegerehrung sprachen die beiden Ferrari-Piloten auch kaum miteinander. Für die Scuderia war es der erste Sieg in Hockenheim seit Schumachers Erfolg 2006.

Schwacher Start von Vettel

Wie schon zwei Wochen zuvor in Silverstone verpatzte Vettel auf der Pole Position den Start. Der Red-Bull-Pilot kam schlecht weg und versuchte vergeblich, auf der Innenseite den Angriff des rechts hinter ihm von Rang zwei gestarteten Alonso abzublocken. Lachender Dritter war Massa, der außen an beiden vorbei an die Spitze fuhr. Webber verlor bei der ersten Durchfahrt der Haarnadel Rang vier an den von Platz sechs gekommenen Hamilton. Im Mittelfeld erwischte Schumacher einen ordentlichen Start und schob sich von Rang 11 auf Platz acht vor, Teamkollege Rosberg blieb Neunter.

Vettel blieb zunächst im Windschatten der beiden Ferrari, ging aber dann als erster Fahrer schon in der 12. Runde zum Reifenwechsel an die Box und reihte sich danach als Sechster wieder ins Feld ein. Alonso und Webber folgten eine Runde später, Massa, Hamilton und auch Schumacher zwei Runden später, ohne dass sich an der Reihenfolge zwischen den Spitzenpiloten etwas änderte.

Alonso versuchte danach, auf der Strecke an Massa vorbeizukommen, doch der Brasilianer verteidigte seinen Platz erfolgreich. Button gab seine zwischenzeitliche Führung beim Reifenwechsel in Runde 21 ab, schob sich dabei an Webber vorbei. Zwei Runden später gelang das auch Rosberg im direkten Duell mit Schumacher. Danach plätscherte das Rennen vor sich hin, ohne dass sich die Positionen verschoben. Erst der Platztausch der Ferrari änderte noch einmal die Reihenfolge.

Thomas Straka/SID SID

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