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Formel 1: Michael Schumacher droht Strafe

Der Große Preis von Brasilien hat ein Nachspiel für Michael Schumacher. Im schlimmsten Fall droht dem Rennfahrer eine Strafe, falls ihm ein Verstoß gegen das Reglement nachgewiesen werden kann.

Der fünffache Formel-1-Weltmeister soll bei dem Chaos-Rennen in Sao Paulo wie auch der Spanier Fernando Alonso unter gelber Flagge zu schnell gefahren sein. "Es gibt dazu einen Bericht", sagte Max Mosley, Präsident des Internationalen Automobilverbandes FIA, vor dem Großen Preis von San Marino in Imola. "Falls notwendig, werden wir handeln." Zudem teilte der Brite mit, dass das für 2003 beschlossene Regelwerk trotz zum Teil heftiger Kritik nahezu unverändert bleibe.

Schumacher war in Sao Paulo vor zwei Wochen auf der nassen Piste in der 27. Runde in einen Reifenstapel gerutscht. In dieser Phase hatten die Streckenposten wegen eines Krans, der ein Auto weghievte, die gelben Flaggen doppelt geschwenkt. "Das bedeutet, dass ein Fahrer abbremsen und zum Anhalten vorbereitet sein muss", verwies Mosley auf die Regeln. Normalerweise müssten die Piloten so langsam sein, dass nicht das geringste Risiko für einen Abflug bestehe, da Menschen und Maschinen in dem betroffenen Bereich arbeiten würden. Nach Alonsos schwerem Unfall war der Grand Prix in Runde 56 abgebrochen worden.

Mosley: "Für 2003 bleibt alles wie beschlossen"

Schumacher nahm die Schuld für seinen Crash auf sich. "Ich habe nie bestritten, dass es mein Fehler war", sagte der Kerpener. Sollte die FIA hart durchgreifen, könnten ihm und dem Spanier im Extremfall eine Rückstufung in der Startaufstellung bei einem späteren Rennen oder sogar eine Sperre drohen. Ein Ferrari-Vertreter erklärte jedoch, es bestehe keine Gefahr einer nachträglichen Bestrafung.

Klarheit herrscht indes beim Reglement für diese WM-Runde: Es bleibt, wie es war. Das bedeutet, es gibt weiterhin keine zwei Regenreifentypen an einem Rennwochenende. "Schade", bedauerte Schumacher die entsprechende Vereinbarung zwischen der FIA und den Teamchefs am Donnerstag. Mosley erklärte: "Für 2003 bleibt alles wie beschlossen." Von minimalen Änderungen abgesehen: Das heißt, die Fahrer dürfen nur eine schnelle Runde im Zeittraining absolvieren und die Autos nach dem Qualifying nicht umgebaut und betankt werden.

Für 2004 gibt es noch einige Differenzen

"Es herrschte völlige Übereinstimmung, dass wir nach den beschlossenen Regeln weitermachen", teilte der FIA-Präsident mit. Künftig kann allerdings das Ersatzauto im freien Training am Freitag und Samstag gefahren werden. Die im Qualifying und im Grand Prix eingesetzten Wagen müssen dagegen identisch bleiben. Bei einem Motorentausch muss der Pilot von hinten starten. Wer seine Fahrzeugs-Abstimmung - wie zuletzt in Brasilien nach dem strömenden Regen - verändert, muss aus der Boxengasse beginnen.

Für 2004 gibt es laut Mosley noch einige Differenzen. So wollten die Teamchefs weiterhin Daten vom Auto zur Box übermitteln sowie elektronische Fahrhilfen wie Traktionskontrolle, vollautomatisches Getriebe oder Starthilfe benutzen. Diese sollen in der neuen Saison verboten werden. "Dazu gibt es bald ein Treffen", sagte der Brite. "Ich hoffe, dass wir in allen Punkten Übereinstimmung erzielen."

"Aufhören ist bei uns zu Hause kein Thema"

Schumacher, der nach seinen drei Fehlern in den drei Übersee-Grand-Prix als WM-Achter schon 16 Punkte Rückstand auf Silberpfeil- Kontrahent Kimi Räikkönen (24) hat, geht gelassen und ohne großen Druck in das Ferrari-Heimrennen am Ostersonntag. "Für mich zählt nur der Druck, den ich mir selbst auferlege, nicht der von außen", versicherte er. Und: "Wenn einer nach drei Rennen 16 Punkte Vorsprung hat, muss es möglich sein, diesen in 13 Rennen wettzumachen." Es sei klar gewesen, dass auch einmal eine Talfahrt komme. "Wir sind dabei, diese zu stoppen."

Auf keinen Fall denkt Schumacher an ein Karriereende - und von seiner Frau Corinna gebe es keine derartigen Forderungen. "Aufhören ist bei uns zu Hause kein Thema. So lange es mir Spaß macht, macht es auch meiner Frau Spaß", versicherte er.

Ralf Schumacher Schnellster im freien Training

Ralf Schumacher fuhr im freien Training zum Großen Preis von San Marino die schnellste Runde, sein Bruder Michael belegte im Ferrari den zehnten Platz. Der Williams-BMW-Pilot aus Kerpen benötigte heute in Imola 1:21,335 Minuten. Sein kolumbianischer Teamkollege Juan Pablo Montoya kam auf den zweiten Rang.

Der fünfmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher hatte in 1:23,057 Minuten auf dem 4,933 km langen Kurs 1,722 Sekunden Rückstand. Heinz-Harald Frentzen erreichte im Sauber-Petronas in 1:22,714 Minuten den siebten Rang, sein Teamkollege Nick Heidfeld wurde 14. Bester McLaren-Mercedes-Pilot war David Coulthard als Vierter.

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