Formel 1 Schumacher gewinnt Trainingsduell gegen Alonso


Ein wenig konnte Michael Schumacher die Hoffnung seiner Fans auf ein WM-Wunder schüren: Im freien Training zum Großen Preis von Brasilien belegte er den sechsten Platz und ließ Fernando Alonso vier Ränge hinter sich.

Rekord-Champion Michael Schumacher darf sich nach dem gewonnenen Auftaktduell gegen Spitzenreiter Fernando Alonso minimale Hoffnungen auf ein WM-Wunder auf der Zielgeraden machen. Der Ferrari-Pilot belegte am Freitag im zweiten Training zum Großen Preis von Brasilien den sechsten Platz und ließ seinen Renault-Rivalen um vier Ränge hinter sich. "Es lief ganz gut, ich bin sehr zufrieden", sagte Schumacher.

Um in Sao Paulo seine einmalige Formel-1-Karriere mit dem achten Titel krönen zu können, müsste der künftige Renn-Rentner beim Saisonfinale allerdings siegen und den Spanier zugleich um mindestens acht Plätze distanzieren. "Die Fahrer-WM ist nicht wirklich in unserem Augenmerk", beurteilte Schumacher seine Chancen jedoch als nahezu aussichtslos. "Ich bräuchte zu viel Hilfe von anderen." Und auf einen Ausfall Alonsos setzt er nicht.

"Vom Speed her eng zusammen"

Die beiden Titel-Rivalen gingen bei diesem Vorgeplänkel allerdings kein volles Risiko und machten auch nicht die letzten Reserven locker. Wie immer am Freitag stand die optimale Abstimmung der Autos im Vordergrund der Arbeit. Schumacher fuhr auf der 4,309 Kilometer langen Buckelpiste in 1:13,713 Minuten aber immerhin 0,107 Sekunden schneller als der Spanier. "Die Zeiten sind aussagekräftig. Es ist keine Überraschung, dass wir vom Speed her eng zusammen liegen", sagte er. Seinen Ausrutscher ins Gras führte der 37-Jährige auf eine zu locker eingestellte Traktionskontrolle zurück.

Richtig zur Sache geht es dann im WM entscheidenden Rennen am Sonntag (Start: 19.00 Uhr MESZ/RTL und Premiere). Obwohl für die beiden dominierenden Piloten viel auf dem Spiel steht, wollen sie den Kampf fair bestreiten. "Ich denke nicht, dass auf der Piste mit schmutzigen Tricks gearbeitet wird. Das wäre ein Riesenskandal, über den sich die ganze Welt empören würde", sagte Alonso, dem schon ein Punkt zur Titelverteidigung reicht.

Schnellste Runde an Testpiloten

Großzügig überließen Schumacher und Alonso im Kampf um die schnellste Runde den Testpiloten die Bühne. Williams-Vertreter Alexander Wurz (Österreich) erzielte in 1:12,547 Minuten die Bestzeit vor dem Briten Anthony Davidson im Honda und Sebastian Vettel. Das BMW-Sauber-Talent aus Heppenheim überzeugte als Dritter erneut. "Es war ein guter Freitag. Ich bin viel gefahren", sagte der 19-Jährige.

Ralf Schumacher (Kerpen) kam im Toyota auf den siebten Rang. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) wurde im BMW-Sauber 18., Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams-Cosworth 23. Vor diesen beiden Stammpiloten platzierte sich Red-Bull-Freitagsfahrer Michael Ammermüller (Pocking) als 14. McLaren-Mercedes-Mann Kimi Räikkönen belegte Rang 9.

Abschiedsgeschenk von Pelé

Schumacher wird bei seinem Abschieds-Grand-Prix mit Geschenken und Ehrungen überhäuft. Unter anderem überreicht Fußball-Legende Pelé dem scheidenden Formel-1-Star kurz vor dem Start eine Trophäe für dessen herausragende Leistungen und Verdienste um den Motorsport. "Es ist eine große Ehre und es macht mich glücklich, alle Brasilianer bei dieser Übergabe zum Abschied des größten derzeitigen Formel-1-Idols zu vertreten", sagte Pelé. "Michael ist ein leuchtendes Beispiel für die jüngere Generation und wird nie vergessen werden."

Die Ferrari-Mechaniker überraschten ihren "Michele" mit einem großen Bild als Geschenk: Darauf sind alle Schrauber in Farbe und ein Boxenstopp in schwarz-weiß abgelichtet. BMW-Sauber, Red Bull Racing und Honda richteten auf ihren Rennwagen Grußbotschaften an den künftigen PS-Pensionär. "Danke Michael" verabschiedeten die Weiß-Blauen aus München ihren Landsmann. "See ya" ("tschüss") stand auf dem Heckflügel an Anthony Davidsons Honda.

Elmar Dreher/DPA DPA

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