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Formel 1: Villa von McLaren-Mercedes-Chef durchsucht

Der Ärger für McLaren wegen der Spionage-Affäre hört nicht auf: Die Polizei durchsuchte jetzt das Hauptquartier von McLaren in England und die Villa von Ron Dennis - eine spanische Zeitung spekulierte bereits über die Ablösung des McLaren-Chefs.

Das bestätigte der Formel-1-Rennstall in einer Pressemitteilung und erklärte, dass man die Maßnahmen der Beamten unterstützt habe. "Diese Aktionen sind Teil eines normalen juristischen Prozesses in Zusammenhang mit fortlaufenden Untersuchungen", hieß es in dem McLaren-Statement. Die Polizei der Grafschaft Surrey leistete dabei ihren italienischen Kollegen Amtshilfe. Es geht um die Klage von Ferrari wegen Industriespionage bei der Staatsanwaltschaft Modena im Zuge der Spionage-Affäre in der Königsklasse. Nach Informationen italienischer Medien sollen unter anderem auch die Häuser von McLaren-Chef Ron Dennis und Geschäftsführer Martin Whitmarsh durchsucht worden sein.

Sportintern war McLaren-Mercedes wegen des Besitzes geheimer Ferrari-Daten vom Automobil-Weltverband Fia zu 100 Millionen Dollar (72 Millionen Euro) Geldstrafe und dem Abzug aller Konstrukteurs-Punkte der Saison 2007 verurteilt worden.

Rücktrittsspekulation um Ron Dennis

Zuvor gab es Spekulationen über Ron Dennis: Die spanische Zeitung "Marca" hatte ganzseitig vermeldet, dass Mercedes Ron Dennis in den Ruhestand schicken werde. Mercedes hat den Bericht schnell deutlich zurückgewiesen: "Die gemachten Ausführungen sind reine Spekulationen". Zweieinhalb Wochen vor Saisonbeginn betonte Mercedes: "Tatsache ist, dass in unserem Formel-1-Team der bekannte Status quo existiert, und dieser bedeutet eine unveränderte Führungsmannschaft mit gleichbleibenden Zuständigkeiten."

Die Sportzeitung hatte am Dienstag ganzseitig berichtet, dass die Entscheidung bereits getroffen sei. Das Blatt nannte aber keine Quellen für seinen Bericht. In der Öffentlichkeit solle Dennis' vermeintlicher Rauswurf als Abschied des 60-jährigen Briten verkauft werden, orakelte "Marca". Dennis werde in den kommenden Tagen in einem Kommunique mitteilen, dass für ihn eine "Etappe" zu Ende gehe und er McLaren verlassen werde. Mercedes werde dies "mit Bedauern" zur Kenntnis nehmen.

Merdedes hält die Mehrheit

Nach derzeitigem Stand gehören Mercedes 40 Prozent an dem Formel-1-Team und damit so viel wie keinem anderen Mitbesitzer. Die restlichen 60 Prozent verteilen sich zu je 15 Prozent auf Ron Dennis und Mansour Ojjeh sowie 30 Prozent auf eine Investmentgesellschaft des Königreichs Bahrain.

Nachdem es im vergangenen Jahr zur Spionageaffäre um McLaren- Mercedes gekommen war, weil ein hochrangiger McLaren-Mitarbeiter geheime Unterlagen von einem Ferrari-Mechaniker angenommen hatte, hatten die Spekulationen um eine Übernahme durch Mercedes wieder Fahrt aufgenommen. In Fachkreisen gilt sie als sehr wahrscheinlich. Derzeit führt Dennis das Team zusammen mit Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh.

DPA/SID/tis / DPA

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