Formel Schumacher Schumi souverän wie immer


Michael Schumacher spielt weiter mit seiner Konkurrenz: Ohne Überholmanöver fuhr der Weltmeister in Silverstone im elften Rennen seinen zehnten Sieg ein. Zweiter wurde Räikkönen im neuen Silberpfeil.

Michael Schumacher hat die Konkurrenz wieder einmal an der Box ausgetrickst und beim Großen Preis von Großbritannien im elften Rennen des Jahres schon seinen zehnten Erfolg herausgefahren. Nach dem 80. Sieg seiner Formel-1-Karriere fehlen dem Ferrari-Star nun noch vier erste Plätze, um zum siebten Mal den Titel zu erobern.

Zweiter in Silverstone wurde am Sonntag McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen im neuen Silberpfeil MP4-B19 vor Schumachers Teamkollegen Rubens Barrichello. Während die Silberpfeile endlich Anschluß gefunden haben an Ferrari, dümpelt BMW-Williams weiter vor sich hin. Das deutsch-englische Tandem brachte nur den Fünftplatzierten Juan Pablo Montoya (Kolumbien) in die Punkte.

Guter Start für Räikkönen

Räikkönen hatte den "Silbernen" von McLaren-Mercedes erstmals seit dem 28. September 2003 (Indianapolis) in einer Qualifikations-Farce wieder die Pole-Position beschert. Der Finne nutzte diesen Vorteil auch eiskalt aus und legte vor rund 100 000 Fans einen Blitzstart hin: Schon nach einer halben Runde klaffte eine deutliche Lücke zwischen Räikkönens MP4-19B und dem Ferrari von Barrichello. Nach zwei Runden betrug der Abstand zwischen Silber und Rot zunächst 4,3 Sekunden. Der Brite Jenson Button (BAR) und Schumacher konnten als Dritter bzw. Vierter ihre Startpositionen ebenfalls behaupten.

Die Ferrari-Taktik ging wieder auf

Zum ersten Tankstopp kam nach neun Runden nicht etwa der vermutlich viel «leichtere» Räikkönen an die Box, sondern Barrichello. Zwei Umläufe später musste dann aber auch der Finne zum Nachtanken und Reifenwechsel. Michael Schumacher stoppte erstmals nach 15 Runden, nachdem er eine schnellste Runde nach der anderen hingelegt hatte.

Die "Roten" setzten einmal mehr auf ihre bewährte Sieg-Strategie: länger als die Konkurrenz draußen bleiben und mit Super-Runden unbehindert den nötigen Vorsprung herausfahren. Und die Rechnung ging wieder auf: Der Weltmeister bog knapp vor "Vize" Räikkönen auf die Piste - erstmals lag der Champion in Führung. Unbeeindruckt von den Gedanken an seinen schweren Unfall vor fünf Jahren, als er nach einem Beinbruch in der Stowe-Kurve seinen schon sicher geglaubten Titel verlor, spulte der Rheinländer konzentriert sein Pensum ab.

Schumi gab Führung nicht mehr ab

Danach stand das Duell der beiden Führenden im Blickpunkt, aber der Finne konnte den Weltmeister nicht gefährden. In der 28. Runde kam Räikkönen wieder an die Box, während Spitzenreiter Schumacher neun Umläufe länger auf der 5,141 km langen Piste unterwegs war. Nach 9,5 Sekunden Standzeit ging es weiter, Schumacher blieb vorn - das war die Entscheidung und sein dritter Sieg in Silverstone nach 1998 und 2002.

Schlimmer Crash von Trulli

Nach einem spektakulären Unfall des Italieners Jarno Trulli im Renault musste für fünf Runden das Safety Car ausrücken. Die Schumacher-Verfolger kamen alle an die Box, während der Weltmeister ubeirrt seine Kreise zog. Trulli überstand den Horror-Crash in der 40. Runde, bei dem sich sein Rennwagen mehrmals überschlug, scheinbar unverletzt.

Titel für Schumi wohl nur noch Formsache

Zum Heimspiel in 14 Tagen auf dem Hockenheimring kommt der sechsmalige Champion mit einem komfortablen Punktepolster: Nach elf Rennen hat der Champions bereits 100 Zähler auf dem Konto, 26 mehr als sein brasilianischer Teamkollege Barrichello. Setzt der einsame Mann an der Spitze seine Erfolgsstory fort, könnte Schumacher bereits am 12. September beim Ferrari-Heimspiel in Monza seinen siebten Titel abholen.


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