Formel1 FIA plant Regel-Revolution


Während Schumi beim freien Training in Imola wieder allen davon fuhr, sorgten angekündigte Regeländerungen für viel Wirbel: FIA-Präsident Mosley will unter anderem die manuelle Kupplung wieder einführen.

Ferrari-Star Michael Schumacher hat zum Auftakt des Großen Preises von San Marino die Konkurrenten deklassiert. Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister aus Kerpen fuhr am Freitag in Imola im freien Training souveräne Bestzeit und untermauerte damit eindrucksvoll seinen Anspruch auf den vierten Saisonsieg in Serie.

Schumi klar vorn

Schumacher benötigte auf dem 4,933 km langen Kurs für seine schnellste Runde 1:20,084 Sekunden. Der Brite Jenson Button wies nach den beiden Trainingsdurchgängen als Zweiter bereits 0,884 Sekunden Rückstand auf. Sein Teamkollege Takuma Sato (Japan) rundete als Dritter das gute Resultat für BAR-Honda ab. Rubens Barrichello belegte beim Europa-Auftakt und Ferrari-Heimspiel zehn Jahre nach den beiden tödlichen Unfällen von Superstar Ayrton Senna und Roland Ratzenberger den vierten Platz.

Ralf Schumacher (Kerpen) reichte es im Williams-Renault in 1:22,057 Minuten nur zu Rang 11. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) kam im Jordan-Ford auf den 20. Platz; Jordan-Testpilot Timo Glock (Dinklage) wurde 24. Vor dem vierten Saisonlauf führt Michael Schumacher mit dem Maximum von 30 Punkten die WM-Wertung souverän vor Barrichello (21) an. Button (15) ist Dritter.

Mehr Show, weniger Kosten und mehr Fahrkunst

Unterdessen sorgte Verbandspräsident Max Mosley mit seiner geplanten Regel-Revolution für einen Paukenschlag und viel Wirbel bei den Teams. Ziel ist es, den Zuschauern bei den Rennen mehr Show zu bieten, angesichts der enormen technischen Entwicklungen wieder den Fahrer in den Vordergrund rücken und vor allem Kosten zu sparen.

Die Liste der geplanten Veränderungen ist lang und spektakulär und sollen schon 2005 verabschiedet werden:

Mosley möchte beispielsweise

nur noch Acht-Zylinder-Motoren mit 2,4 Litern Hubraum

genehmigen und Reifenwechsel während eines Rennens nur noch bei Schäden erlauben.

Um die Fähigkeiten des Piloten hervorzuheben, wird

ein manuelles Getriebe und eine manuelle Kupplung eingeführt.

Das Gewicht des Chassis soll von derzeit 600 kg um 50 kg reduziert werden.

Nur noch ein Reifenhersteller

soll die Teams beliefern und der Einsatz eines Ersatzautos untersagt werden.

Und besonders gravierend:

Die Motoren sollen in Zukunft zwei komplette Rennwochenende überstehen.

Geteiltes Echo

Der Vorstoß des obersten Regelhüters stieß auf ein geteiltes Echo. "Einiges sollte kurzfristiger umgesetzt werden», meinte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug. Von den aktuellen Dreiliter-Motoren mit zehn Zylindern auf ein abgespecktes Modell umzusatteln, bezeichnete er als "nicht von uns favorisierte Lösung", da eine vollkommene Neukonstruktion mit hohen Kosten nötig sei. «Wir treten aber nicht als Blockierer auf», kündigte Haug für das am 4. Mai geplante Treffen mit den Teamchefs eine konstruktive Mitarbeit an.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hält die "Vorschläge in der Summe für sehr interessant, möchte sie aber erst in Ruhe im Detail anschauen". Mit schwächeren Motoren ließe sich zwar die Leistung, nicht aber die Kosten senken. "Ich plädiere dafür, das jetzige Motorenformat beizubehalten und die Laufzeit weiter zu steigern", plädierte er für das Dreiliter-Modell und mehr Renneinsätze.


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