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Montoya attackiert Schumi: "Blind oder blöd"

Während die Presse neue Superlative für Schumi erfinden muss, flüchtet sich ein frustrierter Juan Montoya in wilde Verbalattacken gegen den Meister.

Nach Michael Schumachers vierter Solonummer der Saison in Serie droht die Formel 1 in Langeweile zu erstarren. Doch da ist ja noch Juan Pablo Montoya. Der Große Preis von San Marino war durch die Spazierfahrt des wohl bald siebenmaligen Weltmeisters schon längst entschieden, da spuckte der Kolumbianer immer noch Gift und Galle. "Man muss schon blind oder blöd sein, um mich nicht zu sehen, er hat mir schon einmal meine Titelchance kaputt gemacht", attackierte ein gereizter Montoya seinen übermächtigen Konkurrenten aus Kerpen.

Schumacher hatte Montoyas Versuche, ihn in der ersten Runde zu überholen, auf recht rustikale Weise verhindert.Der Rennleiter hatte die Rad-an-Rad-Duelle allerdings als regelkonform eingestuft und auf Sanktionen verzichtet. Dies wiederum brachte Montoya noch mehr in Rage.

Er brach die obligatorische Fernseh-Fragerunde im Freien nach wenigen Minuten ab und stapfte wutentbrannt zu seinem Motorhome. "Juan Pablo reagiert sehr emotional, besonders unter der Anspannung eines Rennens", bat BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen um Nachsicht für den Hitzkopf.

Schumacher war sich keiner Schuld bewußt. "Das sind einfach Zweikämpfe. Das gehört zum Business, das macht es interessant", wies er Montoyas Anklagen zurück.

Die Kommentatoren beurteilen den Vorfall eher hämisch: "Es gibt nur eine Möglichkeit, Schumi zu schlagen. Man muss ihn von der Piste drängen. Und ehrlich gesagt: genau das hat Montoya nach dem Start versucht", schob das sonst eher Schumacher-kritische italienische Fachblatt "Gazzetta dello Sport" dem Kolumbianer die alleinige Schuld in die Schuhe. Für die zeitung ist Schumi schlicht "unschlagbar". Auch sonst glaubt keiner mehr an einen EInbruch des sechsfachen Weltmeisters. " "Das Genie ist nicht mehr aufzuhalten", urteilte der "Corriere della Sera".

Konkurrenz bemitleidet sich

Nur noch bedauernswerte Opfer der Schumacher-Scuderia-Dominanz sind die chancenlosen Konkurrenten. «Ferrari liegt sehr weit vor den anderen und ist derzeit nicht zu schlagen», sagte der Überraschungszweite Jenson Button. Montoya schäumte: «Wir sind meilenweit davon entfernt, schnell zu sein.» Williams-BMW werde wieder Licht am Ende des Tunnels sehen, «entweder dieses oder nächstes Jahr oder irgendwann».

Theissen hofft auf eine Wiederholung des Vorjahres, als die zunächst abgeschlagenen Weiß-Blauen zur Saisonmitte die Wende schafften und noch ins WM-Rennen eingreifen konnten. "Ich habe den Kampf um Platz eins noch nicht abgeschrieben", sagte der BMW-Mann. "Ob und wie schnell wir an Ferrari rankommen, ist aber Spekulation."

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