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Formel 1: Nürburgring: Schumacher bremst Alonso aus

Dieser Heimsieg war ein taktischer: Dank einer perfekten Rennstrategie und idealer Boxenstopps gewann Michael Schumacher das spannende Duell gegen den WM-Spitzenreiter Fernando Alonso.

Mit einer taktischen Meisterleistung hat Michael Schumacher seine Aufholjagd im Titelrennen auf dem Nürburgring fortgesetzt und WM-Spitzenreiter Fernando Alonso erneut an der Box ausgebremst. Beim Heimspiel in der Eifel holte sich der Rekordweltmeister zwei Wochen nach seinem ersten Saisonsieg in Imola seinen 86. Karriereerfolg in der Formel 1 in souveräner Manier. Der Ferrari-Star war am Sonntag 3,7 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Titelverteidiger im Renault. Der Kerpener verkürzte den Rückstand zu dem Spanier auf 13 Punkte. 121 000 Zuschauer feierten Schumacher nach dem fünften Triumph beim Großen Preis von Europa mit Trompetengetöse und schwenkten wild die Ferrari-Fahnen.

In einem von der Taktik geprägten Rennen vervollständigte Schumachers Teamkollege Felipe Massa aus Brasilien den Erfolgstag des italienischen Teams mit Platz drei vor dem Finnen Kimi Räikkönen im Silberpfeil. Der Wiesbadener Neuling Nico Rosberg im Williams unterstrich sein Talent als Siebter. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld im BMW war mit einer Runde Rückstand als Zehnter drittbester deutscher Fahrer. Ralf Schumacher hatte in seinem 150. Grand Prix Pech und musste an sechster Stelle liegend seinen Toyota in der 54. Runde mit einem Motorschaden abstellen. Auch Juan Pablo Montoya aus Kolumbien im zweiten McLaren-Mercedes sah die Zielflagge nicht.

Alonso verlor nach Boxen-Stopp

In der Marken-Weltmeisterschaft liegt Renault nach dem fünften von 18 Saison-Rennen mit 62 Punkten klar vor Ferrari (46) und McLaren- Mercedes (38). In der Fahrerwertung führt Alonso nach den 308,863 Kilometern in der Eifel mit 44 Punkten vor Schumacher (31) und Räikkönen (23). Trotz des Ausfalls ist Ralf Schumacher (7) als Achter zweitbester deutscher Pilot vor Heidfeld (5) und Rosberg (4).

Der von der Pole-Position gestartete Vorjahressieger Alonso verlor den fünften Saison-Grand-Prix beim zweiten Boxen-Stopp nach zwei Dritteln des Rennens. Eine Woche vor Alonsos Heim-Grand-Prix in Barcelona am Sonntag konnte der 37 Jahre alte Schumacher auf der 5,148 Kilometer langen Strecke in seinem 236. Grand Prix drei Runden länger auf der Piste bleiben als sein 24-jähriger Rivale aus Oviedo, der sein 75. Formel-1-Rennen bestritt.

Ralf Schumacher verlor schon beim Start fünf Plätze

Erstmals in diesem Jahr standen die beiden Rivalen beim Start direkt nebeneinander in Reihe 1. Alonso verteidigte die erste Pole- Position der Saison souverän, während Schumacher seinen Teamkollegen Felipe Massa in der Haarnadelkurve nur schwer unter Kontrolle halten konnte. Kurz danach kam das Safety-Car auf die Strecke, da der Italiener Vitantonio Liuzzi im Scuderia Rosso nach einem Getümmel im hinteren Teil des 22er-Feldes mit geplatzten Hinterreifen auf der Strecke stehen geblieben war.

Gleich fünf Plätze verlor der von Rang zehn gestartet Ralf Schumacher, während sich der von Position 13 ins Rennen gegangene Nick Heidfeld auf neun verbessert konnte. Nico Rosberg, der nach einem Motorschaden am Williams ganz vom Ende losgefahren war, beendete seine Aufholjagd mit der zweiten Platzierung in den Punkterängen.

Souverän in gewohnter Manier

Bis zum ersten Boxenstopp blieb Schumacher seinem spanischen Rivalen dicht auf den Fersen. Der Weltmeister kam in der 17. Runde mit einem Vorsprung von 0,6 Sekunden zuerst zum Halt und war nach einer Standzeit von 7,6 Sekunden wieder unterwegs. Eine Runde später war Schumacher beim Tanken, wurde 0,3 Sekunden länger bedient und musste sich knapp hinter Alonso einreihen. Die Ferrari-Hoffnung, Schumacher an der Box am Spanier vorbeizulotsen, war im ersten Anlauf nicht aufgegangen.

Auch danach kam der Rekordchampion nicht in den Windschatten seines Widersachers und hatte daher keine Chance zur Attacke. Doch dann nutzte Schumacher die Gunst der Stunde. 22 Runden vor Rennende holte sich Alonso zum zweiten Mal neue Reifen und stand 8,8 Sekunden lang. Danach drehte Schumacher drei schnellste Rennrunden in Serie, und benötigte nur 6,8 Sekunden beim Stopp. Als die Rivalen wieder auf der Bahn waren, lag der Deutsche deutlich vor dem Spanier. Souverän spulte Schumacher sein Pensum in gewohnter Manier ab, ballte die Faust und ließ sich feiern.

Elmar Dreher/DPA / DPA

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