Formel1 Quo vadis, Schumi?


Kimi Räikkönens wechselt wohl zu Ferrari, David Coulthard könnte für Red Bull antreten, aber der ganze Zirkus um mögliche Wechsel und Abschiede ist wohl erst entschieden, wenn sich der Meister selbst entscheidet: Michael Schumacher.

Schon vor der Zukunfts-Entscheidung von Michael Schumacher ist das Transferkarussell in der Formel 1 mächtig in Schwung gekommen. Früher als üblich haben die meisten Teams ihre Cockpits für das nächste Jahr bereits vergeben. Zuletzt stellte Red Bull den Schotten David Coulthard und den Australier Mark Webber als Fahrerpaar für 2007 vor. BMW-Sauber trennte sich indes von Ex- Weltmeister Jacques Villeneuve und setzt auf den Polen Robert Kubica. Sollte er nach seinem Debüt in Ungarn auch in den restlichen fünf Saisonrennen überzeugen, dürfte sein Platz für 2007 sicher sein. Damit sind bei sechs Rennställen die wichtigsten Personalentscheidungen bereits gefallen.

Dagegen warten die Top-Rennställe Ferrari, Renault und McLaren- Mercedes auf Schumacher: Von seinen Zukunftsplänen hängt ab, welcher Pilot bei dem Spitzentrio noch einen Platz bekommt. Erst in einem Monat will der Rekordweltmeister verkünden, ob er seinen Vertrag bei Ferrari verlängert oder seine einmalige Karriere beendet.

"Ein unsanftes Ende des Bullenritts"

Bisher steht fest, dass Weltmeister Fernando Alonso von Renault zu McLaren-Mercedes wechselt. Sein Teamkollege wird noch gesucht. Denn Kimi Räikkönens Abschied von den Silberpfeilen Richtung Ferrari gilt als sicher. Der Italiener Giancarlo Fisichella bleibt hingegen bei Renault. Teamchef Flavio Briatore hat sich wohl vergeblich um den Finnen Räikkönen bemüht. Die Tendenz geht nun zu Testfahrer und Räikkönen-Landsmann Heikki Kovalainen. Der Brasilianer Felipe Massa kann bei Ferrari nur auf ein Bleiben hoffen, sollte Schumacher sich verabschieden.

Unabhängig von Schumachers Entschluss zwischen Rente und Rennfahren haben die Mittelklasse-Teams längst gehandelt. Red Bull setzt im kommenden Jahr mit dem 35 Jahre alten Coulthard und dem sechs Jahre jüngeren Neuzugang Webber auf Routine und dürfte 2007 das älteste Fahrerduo haben. Für den 23-jährigen Österreicher Christian Klien ist am Saisonende Schluss bei den "Roten Bullen". "Ein unsanftes Ende des Bullenritts. Klien und Red Bull war von Anfang an eine Leidens- und keine Liebesgeschichte", schrieb der "Kurier".

Weil sich die meistes Teams schon früh festlegen, sind die Aussichten für Klien auf einen Platz in der Formel 1 schlecht. Auch nicht bei Red Bulls Schwester-Team Toro Rosso, wo Teamchef Gerhard Berger den Italiener Vitantonio Liuzzi und den lange als Wackelkandidaten angesehenen Amerikaner Scott Speed als gesetzt bezeichnete. "Wir arbeiten daran, dass er sich entwickelt und sagen nicht: April, April, wir nehmen jetzt einen, der einen Platz sucht", sagte Berger.

Rosbergs Leistung empfiehlt ihn für weitere Saison

Klien-Nachfolger Webber hatte bei Williams Alexander Wurz Platz machen müssen. Er sei sehr stolz, "dass sich Williams schon jetzt für mich entschieden hat, noch bevor das Transfer-Karussell richtig in Gang kommt", meinte der Österreicher nach seinem Aufstieg vom Test- zum Stammfahrer. Er wird Teamkollege des Wiesbadeners Nico Rosberg, der sich in dieser Saison mit seiner Leistung für ein weiteres Jahr bei Williams empfohlen hat.

Keine Veränderungen wird es bei den japanischen Rennställen Honda und Toyota geben. Ungarn-Sieger Jenson Button und der Brasilianer Rubens Barrichello haben noch für 2007 Verträge bei Honda. Rivale Toyota verlängerte vor kurzem mit dem Italiener Jarno Trulli, der damit Kollege von Ralf Schumacher bleibt.

Claas Hennig/DPA DPA

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