HOME

Formel1: Schwerstrbeit in den Tropen

In Malaysia bereiten sich die Formel1-Piloten auf den schwersten Grand Prix des Jahres vor. Die tropischen Temperaturen machen schon das Training zur Hölle.

Michael Schumacher radelte auf einer Malediven- Insel, sein Bruder Ralf spielte Fußball am Strand, Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld joggten in der prallen Mittagssonne an verblüfften Einheimischen vorbei. Die Formel-1-Piloten haben sich mit einem speziellen Hitze-Training auf den mörderischen Grand Prix in Malaysia vorbereitet. "Die Leute haben uns ganz komisch angeschaut. Die machten natürlich zur heißesten Tageszeit Siesta und dachten: Was machen denn die bescheuerten Europäer da?", berichtete Heidfeld vom Training im thailändischen Phuket, wo die Sauber-Piloten die Bedingungen für das Rennen in Sepang simulierten.

Im Cockpit herrschen höllische Temperaturen

Beim anstrengendsten Grand Prix des Jahres wird den Piloten das Äußerste abverlangt. Die Außentemperatur beträgt meist über 30 Grad - wenn nicht gerade ein Monsun-artiger Platzregen gefallen ist. Im Cockpit müssen die Fahrer bis zu 55 Grad aushalten; 90 Prozent Luftfeuchtigkeit sind keine Seltenheit. Bis zu vier Liter Flüssigkeit verlieren die Piloten laut Frentzen während des 56 Runden langen Rennens. Auch Weltmeister Schumacher wird am Sonntag ausnahmsweise einen Trinkschlauch im Mund haben und Elektrolyt-Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei anderen Rennen trinkt er während der Fahrt nichts.

Voll im Trend sind Trainingslager. "Die Hitze und die Feuchtigkeit sind immens, daher ist es wichtig, sich zu akklimatisieren", sagt der Kerpener. Er war nach dem Saisonauftakt in Australien auf die Malediven gereist, wo er in tropischer Schwüle sein Sportprogramm absolvierte. "Man trainiert normal, aber unter diesen Bedingungen ist es natürlich anders als sonst", sagte er der malaysischen Zeitung «Star». "Es gab zwar keinen Fußballplatz, aber ich war Laufen, Squash-Spielen und Fahrrad-Fahren."

Bruder Ralf war als einziger deutscher Pilot zwischendurch nach Europa geflogen und machte dann bei der Anreise nach Kuala Lumpur einen Zwischenstopp auf der malaysischen Insel Langkawi, ging dort auf Mountainbike-Tour und hielt sich mit Ballspielen am Meer fit. "Je mehr man unter den örtlichen Bedingungen trainiert, desto besser passt sich der Körper an", meinte Melbourne-Sieger David Coulthard, der wie die Sauber-Piloten in Thailand war. Rubens Barrichello hat schlimme Erinnerungen an den ersten Grand Prix in Sepang 1999. "Da hatte ich 20 Runden vor Schluss nichts mehr zu trinken. Das war ein Albtraum. Ich habe mich wie in der Wüste gefühlt", erzählte Michael Schumachers Ferrari-Kollege.

Nicht nur die Fahrer leisten in Malaysia Schwerstarbeit. "Für die Mechaniker ist es am härtesten", weiß Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Die Team-Arbeiter schwitzen in der Box - ständig in Sorge um die Technik. Asphalt-Temperaturen von bis zu 60 Grad strapazieren die Reifen. Auch die Autos vetragen die extreme Hitze nicht besonders, die Motorleistung ist beeinträchtigt. Vor dem Start wird Trockeneis in die Kühlerschächte gepackt; Löcher in der Karosserie sollen zudem dafür sorgen, dass heiße Luft schneller entweichen kann.

Wissenscommunity