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Grand Prix von Abu Dhabi Mercedes verzichtet auf Protest: Verstappen bleibt Formel-1-Weltmeister

Max Verstappen feiert mit dem Red-Bull-Team in Abu Dhabi seinen ersten WM-Titel
Max Verstappen feiert mit dem Red-Bull-Team in Abu Dhabi seinen ersten WM-Titel
© Bryn Lennon / Getty Images
Der Triumph von Max Verstappen ist sicher: Der Formel-1-Rennstall Mercedes gibt den Protest auf und kämpft nicht mehr vor der nächsten Instanz um den achten WM-Titel für Superstar Lewis Hamilton.

Max Verstappen ist und bleibt der neue Weltmeister einer denkwürdigen Saison. Mercedes hat nach drei Tagen angekündigt, auf einen weiteren Protest gegen den WM-Gewinn des Red-Bull-Piloten zu verzichten. Der Formel 1 bleibt damit ein heikles Nachspiel vor dem Berufungsgericht des Motorsport-Weltverbandes Fia erspart. Verstappen war Weltmeister geworden, nachdem ein Safety Car kurz vor Ende des Rennens den Vorsprung von Lewis Hamilton geschrumpft und die Rennleitung das Rennen zwei Runden vor Schluss wieder freigegeben hatte. Verstappen nutzte die Chance für ein Überholmanöver und wurde so Weltmeister. Mercedes erklärte nun in einer Mitteilung: "Wir ziehen hiermit unsere Berufung zurück."

Unmittelbar nach Verstappens Triumph vor dem geschlagenen und entthronten Hamilton auf dem Yas Marina Circuit hatte Mercedes gleich zwei Proteste eingereicht. Einer wegen der Fahrweise Verstappens während der Safety-Car-Phase, ein zweiter – und das war der weitaus bedeutendere – gegen die Rennleitung um Michael Masi wegen des Prozederes gegen Ende der Safety-Car-Phase in den letzten Runden. Beide Proteste waren von den Rennkommissaren abgeschmettert worden.

Daraufhin hatten die Verantwortlichen der Silberpfeile den Formalien entsprechend binnen 60 Minuten eine Absichtserklärung für eine Berufung hinterlegt. Das wiederum gab ihnen weitere 96 Stunden, um mit Anwälten die Chancen auf einen Erfolg zu prüfen. Nach eingehenden Beratungen entschieden sie sich gegen den Gang vor den International Court of Appeal des Automobilweltverbandes Fia.

Mercedes: konstruktiver Dialog mit der Fia

"Wir sind im Sinne der sportlichen Fairness in Berufung gegangen, und wir haben seitdem einen konstruktiven Dialog mit der Fia und der Formel 1 geführt, um in Zukunft für Klarheit zu sorgen", hieß es nun in der Mercedes-Erklärung. In diesem Zusammenhang begrüßte der Konstrukteurs-Weltmeister die Entscheidung der Fia, eine Kommission ins Leben zu rufen, um die Geschehnisse in Abu Dhabi gründlich zu analysieren. Das hatte der Weltverband am Mittwoch bekanntgegeben.

"Zudem begrüßen wir, dass die Fia die Teams und Fahrer eingeladen hat, daran teilzunehmen", hieß es. So soll die Entscheidungsfindung in der Formel 1 künftig verbessert werden. Mercedes will nun "aktiv mit der Kommission zusammenarbeiten, um eine bessere Formel 1 zu schaffen – für alle Teams und alle Fans".

Verstappen hatte Hamilton nach Beendigung der Safety-Car-Phase in der letzten Runde überholt und sich mit seinem zehnten Saisonsieg erstmals den Titel gesichert. Die Mercedes-Bosse hatten angeprangert, dass das Safety Car ihrer Meinung nach den Regel entsprechend erst eine Runde später in die Box hätte fahren dürfen. Das Rennen wäre dann dahinter beendet worden und Hamilton Titelträger auch in diesem Jahr und mit acht Triumphen alleiniger Rekordweltmeister vor Michael Schumacher gewesen.

Safety Car brachte Max Verstappen den Sieg

Zudem ging es um das sogenannte Zurückrunden nur einer bestimmten Zahl von Autos, nicht aber aller Wagen. Die Rennkommissare verwiesen bei ihrer Urteilsbegründung am Sonntag unter anderem darauf, dass der Rennleiter über den Einsatz des Safety Cars entscheiden könne.

Verstappen hatte durch die Phase, deren generelle Notwendigkeit nach einem Einschlag von Nicholas Latifi mit seinem Williams in die Streckenbegrenzung absolut unstrittig war, überhaupt noch mal die Chance bekommen, an Hamilton heranzukommen. Der 36 Jahre alte Brite hatte das Rennen nach einem Überholmanöver vorbei an Pole-Mann Verstappen direkt nach dem Start kontrolliert und alle Versuche des Red-Bull-Teams erfolgreich gekontert.

Durch die Vorkommnisse während der Safety-Car-Phase war Verstappen von rund elf auf eine Sekunde an Hamilton rangekommen. Er hatte zudem schnellere Reifen aufziehen lassen, da er nichts mehr zu verlieren hatte. Der Plan war aufgegangen, und Verstappen hatte das Rennen und den Titel gewonnen. An diesem Donnerstag kann der 24 Jahre alte Niederländer nun ohne mögliche weitere Zweifel nach dem vierstündigen Bangen am Rennabend die WM-Trophäe bei der offiziellen Zeremonie in Paris entgegen nehmen.

"Wir möchten unseren aufrichtigen Respekt für Eure Erfolge in diesem Jahr zum Ausdruck bringen. Ihr habt diese Saison zu einem absolut epischen Formel-1-Titelkampf gemacht. Max, wir gratulieren Dir und Deinem gesamten Team herzlich", schrieb Mercedes nun an Red Bull und Verstappen, sparte aber auch nicht mit Lob für Hamilton: "Lewis, du bist der größte Rennfahrer in der Geschichte der Formel 1, und du hast dir in jeder einzelnen Runde dieser unglaublichen Saison die Seele aus dem Leib gefahren. Du bist ein tadelloser Sportsmann und ein Vorbild für Millionen von Menschen überall auf der Welt."

tis / Jens Marx und Thomas Wolfer DPA

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