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Michael Schumacher: "Drückt uns die Daumen"

Die deutschen Formel 1-Piloten haben sich für die kommende Saison viel vorgenommen. Michael Schumacher träumt nach einem verkorksten Jahr 2005 sogar wieder vom Titel.

Michael Schumacher ruft seine Fans zum Daumendrücken auf, Bruder Ralf will endlich den ersten Toyota-Sieg einfahren, Nick Heidfeld tritt auf die Euphorie-Bremse und Nico Rosberg hofft auf ein gutes Debütanten-Jahr. Das deutsche Formel-1- Quartett will mit klaren Vorsätzen und Zielen im neuen Jahr durchstarten. "Darin sind wir uns alle einig: wir wollen bei der Titelvergabe im nächsten Jahr wieder ein gewichtiges Wort mitreden", sagte Ferrari-Pilot Schumacher, der an diesem Dienstag seinen 37. Geburtstag feiert, zur Stimmung in der Scuderia.

Titel Nummer 8 soll es für den Rekord-Weltmeister aus Kerpen am Ende der Saison nach erneut 19 Rennen sein. "Drückt uns die Daumen!", appellierte Schumacher auf seiner Homepage an die Fans, nachdem er im vergangenen Jahr nur Dritter geworden war. Als antreibendes Beispiel für das gesamte Team ging der vom spanischen Renault-Piloten Fernando Alonso entthronte Formel-1-König bereits voran und absolvierte erstmals seit 1998 Testfahrten im sonstigen Urlaubsmonat Dezember.

Schumacher sprüht vor Tatendrang

"Die Zeichen stehen nicht schlecht, um es vorsichtig zu sagen. Oder um es weniger vorsichtig zu sagen: Es gibt viele positive Anhaltspunkte", sagte Schumacher, der in diesem Jahr den Brasilianer Felipe Massa als neuen Teamkollegen an seiner Seite hat und trotz fortgeschrittenen Alters vor Tatendrang sprüht. Die Regeländerungen mit dem nun vorgeschriebenen V8-Motor und dem wieder erlaubten Reifenwechsel «dürften sich für uns zumindest mal nicht nachteilig auswirken». Im Miseren-Jahr 2005 hatte die Mythos-Marke vor allem mit den Reifen Probleme.

"Ich will für Toyota schon 2006 ein Rennen gewinnen"

Während Ferrari die Öffentlichkeit über die Enthüllung der neuen "roten Göttin" noch rätseln lässt, darf sich Ralf Schumacher am 14. Januar im französischen Valenciennes mit dem neuen Wagen zeigen. "Ich will für Toyota schon 2006 ein Rennen gewinnen", kündigte der 30- Jährige an. Mit der Einführung und Entwicklung des neuen Autos und des neuen Motors liege das Team im Plan.

"Wir haben ehrgeizige Ziele für nächstes Jahr. Wir wollen 2006 unter die ersten drei der Konstrukteurswertung fahren", sagte Ralf Schumacher, nachdem sich die finanzstarken Japaner - angebliches Jahres-Budget 400 Millionen Euro - 2005 hinter Weltmeister Renault sowie McLaren-Mercedes und Ferrari mit Rang vier hatten zufrieden geben müssen. Unter zusätzlichen Druck dürften das Duo Schumacher/Jarno Trulli (Italien) derweil die Spekulationen um einen möglichen Wechsel von Vize-Weltmeister Kimi Räikkönnen (Finnland) von McLaren-Mercedes zu Toyota nach der kommenden Saison setzen.

Heidfeld bleibt Realist

Doppelt motiviert dürfte in diesem Jahr auch Nick Heidfeld aufs Gaspedal treten. Nachdem der gebürtige Mönchengladbacher wegen eines Unfalls mit dem Auto und anschließend mit dem Rad die letzten fünf Rennen nicht hatte fahren können, will er sich 2006 mit dem neuen BMW-Sauber-Team etablieren. "Ich hoffe, in die Top 6 gelangen zu können. Das hört sich jetzt sicherlich nicht gerade nach einem hochgesteckten Ziel an, aber für mich wird es wichtig sein, eine stetige Verbesserung zu erkennen", sagte er in einem Interview auf seiner Homepage. Sein Ziel bleibe es nach wie vor Weltmeister zu werden. Insgesamt betonte er aber: "Wir müssen realistisch bleiben".

Zehn Tage nach der Vorstellung des ersten Werks-BMW am 17. Januar im spanischen Valencia dürfte das Herz von Nico Rosberg höher schlagen. Denn am 27. Januar präsentiert Williams seinen FW 28 inklusive seines neuen deutschen Fahrers. "Ich möchte am Ende des Jahres zurückblicken und sagen können, das war eine gute Saison - so wie 2005", sagte der Filius von Ex-Weltmeister Keke Rosberg: Im vergangenen Jahr gewann der Wiesbadener die GP-2-Serie.

Jens Marx/dpa / DPA

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