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Nach Formel-1-Unfall: Massa bewegt Hände und Füße

Nach seinem Horror-Crash im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn wird Felipe Massa mit kurzen wachen Augenblicken aus dem künstlichen Koma geholt. Wenn man ihn anspreche, antworte der Formel-1-Fahrer mit Bewegungen, hieß es. Eine genaue Gesundheitsprognose sei aber noch nicht möglich.

Der schwer verunglückte Formel-1-Pilot Felipe Massa bewegt nach Angaben der ungarischen Behörden bereits wieder Hände und Füße. Wenn man ihn anspreche, antworte der Ferrari-Fahrer mit Bewegungen. Dies sei ein "gutes Zeichen", sagte der Sprecher des ungarischen Verteidigungsministeriums, Istvan Bocskai, am Montagmorgen im Fernsehen. Massa werde immer öfter kurz aus dem künstlichen Koma geweckt. Es gebe die Hoffnung, dass er sich nach seinem schweren Unfall am Samstag auf dem Hungaroring "langsam erholt".

Wahrscheinlich habe der Brasilianer keine weiteren Verletzungen, jedoch sei der Genesungsprozess noch nicht in der Phase, in der man dies mit Bestimmtheit sagen könne, erklärte Bocskai. Massa sei auch per Ultraschall untersucht worden, dabei sei es darum gegangen, ob es Wasseransammlungen gebe. Das Ergebnis sei "beruhigend" gewesen.

"Es gab keine Komplikationen", erklärte auch Ferrari-Sprecher Luca Colajanni am Montagvormittag. Wie ihm Familienangehörige weiter mitgeteilt hätten, habe Massa "eine ruhige Nacht" im Militärhospital in Budapest verbracht. Am Montagnachmittag solle eine weitere Computertomographie neue Erkenntnisse bringen.

Massa war am Samstag beim zweiten Qualifikationsdurchgang beim Großen Preis von Ungarn von einer etwa 800 Gramm schwere umherfliegenden Stahlfeder am Helm getroffen und verletzt worden. Zu dem Zeitpunkt war der Ferrari des Brasilianers etwa 240 Stundenkilometer schnell. Offensichtlich stark benommen oder gar bewusstlos, drückte der Pilot gleichzeitig das Brems- und das Gaspedal und raste mit etwa 190 km/h in eine Reifenbarriere. Die Metallspirale hatte sich vom Zentraldämpfer an Rubens Barrichellos Brawn-Mercedes gelöst.

Die Ärzte hatten Massa wegen schwerer Kopfverletzungen operiert und danach in ein künstliches Koma versetzt. Am Sonntag trafen seine im fünften Monat schwangere Ehefrau Rafaella, seine Eltern und sein persönlicher Arzt Dino Altmann in Budapest ein. Bruder Eduardo war bereits in der ungarischen Hauptstadt. Fiat- und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo wollte den Rennfahrer im Laufe des Montags besuchen. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali und weitere Teammitglieder blieben nach dem Rennen in Ungarn, um ebenfalls bei Massa zu sein.

Altmann erklärte, dass ihm der behandelnde Neurologe mitgeteilt habe, dass Massa "ein kleines Ödem" (Schwellung) im Hirn-Nervengewebe erlitten habe. Es handele sich aber nicht um ein Hämatom oder gar eine Verletzung. Seinen Weg aus dem Koma werde der Formel-1-Pilot zunächst mit kurzen wachen Augenblicken beginnen. "Danach werden diese Zeitabschnitte ausgedehnt."

Massa wird nach ersten ärztlichen Diagnosen mindestens sechs Wochen lang ausfallen. Somit müsste der Vize-Weltmeister mindestens die nächsten beiden Rennen in Valencia (23. August) und Spa- Francorchamps (30. August) pausieren.

DPA / DPA
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