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Schwerer Unfall in der Formel 1 Viele schimpften über den Sicherheitsbügel – jetzt rettete er Grosjean das Leben

Als der Sicherheitsbügel in die Formel 1 eingeführt wurde, war die Kritik bissig. Zahlreiche Funktionäre und Piloten wetterten gegen das Halo-System. Nach dem Unfall von Romain Grosjean dürften die letzten Kritiker endgültig verstummen.

Dass der Formel-1-Rennfahrer Romain Grosjean den Unfall beim Großen Preis von Bahrain am Sonntag überlebte, grenzte an ein Wunder. Nach dem Ausgang einer Kurve kollidierte er mit dem Auto des Russen Daniil Kwjat und raste anschließend mit 250 Stundenkilometern frontal in eine Leitplanke. Sein Auto fing Feuer und wurde zweigeteilt. Grosjean rettete sich nach 27 Sekunden selbst aus dem brennenden Wrack. Er trug lediglich Verbrennungen an den Handrücken davon.

Neben dem feuerfesten Rennanzug und dem stabilen Monocoque, dem Cockpit aus einem Stück, rettete Grosjean vor allem das Halo-System das Leben. Der schon als "Toilettenring" geschmähte Sicherheitsbügel verhinderte, dass der Franzose schwerste Kopfverletzungen erlitt.

Niki Lauda: Der Halo ist das Schlimmste

Als der Halo vor zwei Jahren eingeführt wurde, waren die Widerstände teilweise groß. Die Aussagen von damals wirken heute vor dem Hintergrund von Grosjeans Unfall befremdlich. Der deutsche Formel-1-Fahr Nico Hülkenberg (aktuell kein Team) sagte damals: "Es sieht für mich einfach falsch aus. Immer nur Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit. Wir dürfen den Sport auch nicht sterilisieren und verweichlichen", moserte er. Formel-1-Legende Niki Lauda war außer sich: "Das Halo-System ist das Schlimmste, was der Formel 1 je angetan wurde." Der ehemalige Rennfahrer Marc Surer war richtiggehend beleidigt: "Das Sicherheitsdenken ist hier übertrieben. Auf der einen Seite verbietet man die Heckflosse, um die Autos wieder schöner zu machen. Auf der anderen Seite baut man dann aber diesen fürchterlichen Toilettenring hin. Jetzt sehen die Autos wie Buggys aus. Das kann doch nicht sein."

Zum Glück hielten sich die meisten Teamchefs mit ähnlichen Äußerungen zurück und der Motorsport-Weltverband an den Plänen fest, weil damals schon kein Zweifel bestand, dass der Bügel zwar nicht besonders schön, aber effektiv seine würde. 

Formel-1: Der Rennwagen von Romain Grosjean geht in Flammen auf.

Romain Grosjean gehörte selbst zu den Kritikern

So sahen es auch zahlreiche Piloten: Lewis Hamilton, der zuerst noch sehr kritisch war, kam schließlich zu dem Urteil: "Die Ära der gutaussehenden Autos ist vorbei, es geht bergab. Aber immerhin nimmt die Sicherheit zu." Sebastian Vettel wies auf die Todesopfer hin, die durch herumfliegende Teil tödlich am Kopfgetroffen worden waren, weil ihre Auto keinen Halo hatten: "Die Ästhetik ist nicht schön, aber wir haben in den letzten vier Jahren mit Henry Surtees (ein Nachwuchsfahrer) und Justin Wilson (Indy Car) zwei Fahrer wegen einem ähnlichen Unfall verloren. Es gibt nichts, was hässlich genug wäre, um zu rechtfertigen, dass die zwei nicht mehr leben."

Romain Grosjean gab nun im Krankenbett zu, wie wichtig der Halo war. Er gehörte vor Jahren ebenfalls zu den Kritikern. In einer Video-Botschaft auf Instagram sagte er: "Ich war vor einigen Jahren selbst gegen das Halo. Aber jetzt denke ich, dass es die großartigste Neuerung der Formel 1 war. Ohne Halo könnte ich jetzt nicht zu Euch sprechen."

Quellen: "sportschau.de", "t-online"


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