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1. Bundesliga: Bayern üben Selbstkritik und reden sich stark

Das Fehlen von Bastian Schweinsteiger darf keine Entschuldigung sein, und dass beim Spiel im Mainz nur die Hausherren Leidenschaft und Aggressivität an den Tag legten, sollte dem FC Bayern zu denken geben.

Der FC Bayern hat binnen einer Woche die Tabellenführung und die Aura einer "Über-Mannschaft" in der Bundesliga verspielt. In Augsburg deutete sich schon an, was gegen Dortmund und Mainz offensichtlich wurde: Das Fehlen von Bastian Schweinsteiger wiegt schwerer als es die Münchner wahrhaben wollten.

Die Abstinenz des Mittelfeldstrategen kann jedoch nicht allein als Ausrede dienen. Vielmehr stimmte es bedenklich, dass in Mainz lediglich die Hausherren mit leidenschaftlichem Einsatz auffielen. An Selbstkritik mangelte es den Münchnern daher nicht. "Es ist insgesamt ein negativer Trend, den wir in der Bundesliga haben", sagte Christian Nerlinger. Der Sportdirektor vermisste "grundlegende Eigenschaften" im Spiel seiner Truppe: "Laufbereitschaft, Aggressivität, Kompaktheit."

Kapitän Philipp Lahm bemängelte: "Wenn man nicht dagegen hält, verliert man auswärts so ein Spiel auch mal." Manuel Neuer, der bei Caligiuris fulminantem Flachschuss zum 2:1 zu spät in die Torecke abtauchte, meinte: "Wir haben so viel Qualität in der Mannschaft, aber es nützt nichts, dass wir das auf dem Papier haben. Wir müssen es auch zeigen."

Mit Schweinsteiger fehlt das "Gehirn der Bayern"

Die angesprochene Qualität hat unter dem Ausfall von Schweinsteiger gelitten. Das haben die bisherigen Spiele auf jeden Fall gezeigt. In Mainz versuchten sich David Alaba und Toni Kroos auf der Doppel-Sechs, aber sie bekamen das Spiel nie unter Kontrolle.

"Man soll nicht nur ein Spiel mit dem Fehlen eines Spielers festhalten, aber Schweinsteiger ist die Schaltzentrale, das Gehirn der Bayern", sagte Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld als Sky-Experte. Nerlinger, der den stark erkälteten Trainer Jupp Heynckes auf der Pressekonferenz vertrat, ist weiter der Meinung, dass es der FC Bayern kompensieren muss, wenn ein Spieler für eine gewisse Zeit ausfällt: "Wir sind alle froh, wenn Bastian zurückkehrt, aber das darf keine Entschuldigung sein."

Bis zur Winterpause müssen die Münchner noch ohne Schweinsteiger auskommen und die Bayern wären nicht die Bayern, wenn es nach einer Niederlage nicht gleich wieder die selbstbewussten Kampfansagen geben würde. Vollmundig kündigte Sportdirektor Nerlinger an: "Die Mannschaft wird in den nächsten Wochen bis zum Winter ein Zeichen setzen." Mal sehen, ob der nächste Gegner Werder Bremen sich davon beeindrucken lässt.

sportal.de / sportal

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