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1. Bundesliga: Die schlechtesten Spieler der Bundesliga-Saison 2011/12

Wenn ein Club gleich fünf der zehn notenschlechtesten Spieler stellt, dürfte eines klar sein: Das ist ein Absteiger. In diesem Fall aus Köln. Und trotzdem haben wir Trost für die Kölner, denn aus der 2. Liga kann es nur bergauf gehen. Ebenso wie aus unserer Flop Ten heraus. Glauben Sie nicht? Hier steht der Beweis!

Wenn man absteigt, dann richtig. Dachten sich, so dachte der neutrale Beobachter, die Kölner und fuhren mit Pauken und Trompeten, aber ohne Sportdirektor und Trainer, in die 2. Bundesliga. Außerdem repräsentieren sie mit fünf Spielern die Hälfte unserer Flop Ten der Saison. Durch den Abstieg entkommen sie nun für mindestens eine Spielzeit dieser gefürchteten Rangliste, daher gebührt ihnen noch ein letztes "Alaaf".

Dagegen hat es nicht ein einziger Spieler des Tabellenletzten Kaiserslautern in diese Liste geschafft. Das ist vor allem einem Umstand geschuldet. Im Gegensatz zu ihren Kölner Kollegen ließen es Pfälzer an wirklicher Konstanz vermissen. Nicht in Sachen schlechter Leistung. Sondern in der Anzahl der Spiele. Nach Notenschnitt stehen gleich drei Lauterer vor der Nummer eins dieser Liste, einem Kölner. Richard Sukuta-Pasu entkam dem Schicksal notenschlechtester Spieler dieser Saison um ein ganzes Spiel.

Die gute Nachricht für die zehn hier versammelten Spieler: Aus der letztjährigen Flop Ten hat es keiner in die Auswahl diesen Jahres geschafft. Und es kommt noch besser: Der von uns in der letzten Saison zum notenschlechtesten Spieler der Saison gekürte Patrick Herrmann landete in den Top 100 aller Bundesligaspieler auf Rang 46 und auf Rang 15 der Mittelfeldspieler. Da hat einer doch unsere konstruktive Kritik verstanden. Oder aber einfach nur viel besser gespielt. Ebenso wie Patrick Helmes, der Zweite der letzten Saison. Also auf meine Herren, wir wissen, dass es in Ihnen steckt.

10. (neu) Christian Clemens (1. FC Köln)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,11 (27 Spiele /5 Tore)

Wie so viele seiner Mitspieler zeigte sich der Mittelfeldspieler als Dr. Clemens und Mister Christian. So verdiente er sich am 16. Spieltag mit einer direkt verwandelten Ecke gegen Freiburg die Berufung in die Elf der Woche, nur um danach bei zwei weiteren Anlässen über eine Note 4 hinauszukommen. Der seit seinem zehnten Jahr bei den Kölner aktive Clemens, der als Nationalspieler alle U-Mannschaften des DFB durchlaufen hat, hat nun erst einmal ein Jahr Ruhe von unserer Flop Ten und kann gestärkt aus der zweiten Liga in Richtung Top Tens schielen.

9. (5.) Lorenzo Davids (FC Augsburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,16 (17 Spiele/1 Tor)

Als der Wechsel Davids im Mai letzten Jahres nach Augsburg bekannt wurde, juckte sicher dem einen oder anderen Kollegen der Finger mit der Schlagzeile "Augsburg holt Davids" aufzumachen. Und das nicht zu Unrecht, ist der vom NEC Nijmwegen gekommene Davids doch der Neffe vom großen Edgar, von Louis van Gaal mit dem Spitznamen Bulldogge versehen, und Cousin von RoystonDrenthe. Wie sein Onkel spielt Lorenzo den Part des defensiven Mittelfeldspielers und verdiente sich ebenfalls einen Spitznamen – "Staubsauger von Nijmwegen" hieß er in der Heimat.

Beim FCA klappte das Absaugen der gegnerischen Chancen nur bedingt, zumal sich Davids nach der Hinrunde ein ums andere Mal auf der Bank wieder gefunden hatte. Ein sehr drastisches Fazit über Davids erstes Bundesliga-Jahr zieht übrigens die Augsburger Zeitung: "Lorenzo Davids ist ein dergestalt eigenschaftsloser Fußballer, dass man ihn gedankenlos auf jeder Position einsetzen kann. Er spielt überall schlecht, was Luhukay nicht daran hinderte, Davids in allen Partien der Hinrunde in die Startelf zu setzen", schrieb sich Siegfried Zagler auf daz-augsburg.de nach Saisonabschluss derart in Rage, dass man Davids fast wünschen muss, in der nächsten Saison bei einem anderen Verein spielen zu dürfen.

8. (4.) Christian Eigler (1. FC Nürnberg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,17 (18 Spiele/1 Tor)

Auch Christian Eigler entkommt in der nächsten Spielzeit unseren Ranglisten, geht er doch ablösefrei nach Hamburg zum FC St. Pauli. Eigler ist in dieser Rangliste übrigens kein Unbekannter, sondern ein Wiedereinsteiger. Bereits im Jahre 2010 fand er sich in den Flop Ten wieder. Auf Rang vier, wie in der Hinrunde, von daher ist dieses Comeback sogar noch positiv zu sehen. Kollege Michel Massing nannte ihn damals einen "Relegationsspezialisten". Und dies nicht zu Unrecht, traf er doch in jedem der Relegationsspiele des Clubs. Vielleicht kann er diese Stärke bei seinem neuem Arbeitgeber in einem Jahr ausspielen. Und möglichst auch davor dafür sorgen, dass er seine große Stärke überhaupt ausspielen kann.

7. (1.) Josue (VfL Wolfsburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,17 (26 Spiele/0 Tor)

Die gute Nachricht für Josue: Er hat es seit der Hinrunde vom ersten auf den siebten Platz dieser Rangliste geschafft. Die schlechte: Er ist eben immer noch Mitglied der Flop Ten. Eigentlich verdankt er genau diese Platzierung der äußerst schlechten Hinrunde, der er eine mäßige, meist mit 3,5 – 4 benotete Rückrunde folgen ließ. Trotz aller Querelen – er übte sich unter anderem mit Ex-Mitspieler Koo Ja-Cheol beim Training in einer Art Schulhofprügelei - und schlechter Leistungen in dieser Saison, der Meisterkapitän von 2009 will seinen Vertrag beim VfL bis 2013 erfüllen. Wenn ihn denn Felix Magath lässt.

6. (2.) Peniel Mlapa (1899 Hoffenheim)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,18 (17 Spiele/1 Tor)

In der Hinrunden-Rangliste ließ sich Kollege Gunnar Beuth wie folgt aus: "Peniel Mlapa ist Angreifer bei der TSG Hoffenheim. Zu seinen Aufgaben gehört sicherlich das Erzielen von Toren. Doch daran hapert es leider, weswegen das 20-jährige Talent sich zur Halbserie hier verantworten muss." Nach der vollen Spielzeit konnte er die Torausbeute immerhin um 100 Prozent steigern, doch als Stürmer Nummer eins dürfte er sich mit dieser Statistik nicht empfohlen haben. Und so ist es fast schon klar, dass mit Eren Derdiyok einer nach Hoffenheim geholt wurde, der Mlapas Einsatzzeit weiterhin begrenzen könnte.

5. (neu) Henrique Sereno (1. FC Köln)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,18 (25 Spiele/kein Tor)

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern fand sich Sereno noch nicht in dieser Liste wieder, jetzt darf er – nach dem von den Mitspielern "weit" entfernten Clemens – die "tollen" vier Kölner in den Top Five anführen. Danach sagen wir allerdings vorerst "até logo" zu dem Innenverteidiger, der wohl zu seinem Stammclub FC Porto zurückkehren dürfte.

Bei den Kölnern war der am Schluss verletzte Portugiese nicht der sichere Fels in der Abwehrbrandung, begünstigte zudem einige Gegentore durch Patzer und musste sich als Krönung für eine geborgte Saison eine 6 im Spiel gegen Borussia Dortmund gefallen lassen – ebenso viele Tore hatte der Meister am 27. Spieltag gegen Sereno und den Rest der Kölner Hintermannschaft erzielt.

4. (neu) Miso Brecko (1. FC Köln)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,20 (25 Spiele/kein Tor)

Dieselbe Note wie Sereno verdiente sich auch Nebenmann Miso Brecko. Der Slowene zeigte gerade in der Bewachung schneller Flügelflitzer seine Schwächen und wirkte oft überfordert. Neben dem Platz machte er sich noch weniger Freunde, als er im Februar nach einer Karnevalsfeier angetrunken auf den Gleisen der Stadtbahn landete und damit die endgültigen Kölner Chaostage einleitete, die schließlich im Abstieg mündeten.

3. (neu) Nikita Rukavytsya (Hertha BSC)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,22 (28 Spiele/kein Tor)

Fast wäre diese Rangliste nur mit Spielern des Tabellen-17. ausgekommen, während der 18. und 16. ausgeklammert bleiben. Die Lauterer bleiben weiterhin außen vor, doch zumindest die Hertha darf noch einen Vertreter in diese illustre Runde entsenden. Und das hat sich Nikita Rukavytsya redlich verdient, brachte er es doch gegen Bayern und Lautern jeweils auf die Note 6.

Nicht nur in diesen beiden Spielen ließ er es vor allem an der richtigen Arbeit in der Abwehr fehlen, sondern fiel auch durch Stellungsfehler auf. Genau diese mangelnde Defensivarbeit warfen ihm Kritiker gerade nach Otto Rehhagels Übernahme vor, als er sich streckenweise noch als Außenstürmer etablieren wollte und dabei zum "Hertha-Harikiri", wie es auf hertha-blog.de hieß, beitrug.

2. (neu) Christian Eichner (1. FC Köln)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,25 (28 Spiele/kein Tor)

75 Gegentore sprechen dafür, dass ein drittes Mitglied der Kölner Abwehr in dieser Liste auftaucht. Zu langsam, desolates Abwehrverhalten, unsicher und oft überfordert – so lauteten die Kritiken nach den Kölner Spielen, die oft in einer Note mit 4 oder 5 vor dem Komma für Eichner endeten. Bis 2013 hat der Verteidiger noch einen Vertrag in Köln, vielleicht kann er die Zeit in der 2. Liga für einen Neustart nutzen.

1. (neu) Milivoje Novakovic (1. FC Köln)
sportal.de-Durchschnittsnote 4,40 (20 Spiele/5 Tore)

Ein Licht, eine 1 beim 4:1 gegen Leverkusen am 6. Spieltag und ansonsten viel Schatten stehen für Lukas Podolskis Sturmpartner nach dieser Saison auf der Habenseite. Ob gerade die Leistung nach der Winterpause der Verletzung, die ihn neun Spieltage der Hinrunde verpassen ließ, geschuldet ist, müsste ins Reich der Spekulationen verbannt werden. Dass aber bei seiner einzigen Note 3,5 im Jahr 2012 auch Worte wie "drucklos" und "unpräzise" in der Einzelkritik stehen, spricht fast schon Bände. Ihm möchten wir zum Trost und stellvertretend für Spieler dieser Flop Ten zurufen: Wandle auf den Spuren von Patrick Herrmann.

Sven Kittelmann

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