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1. Bundesliga: Hamburger SV und Kaiserslautern trennen sich 1 -1

Die Mission erster Heimsieg wurde für den HSV zu einer schweren Aufgabe, da Rajkovic schon nach zwanzig Minuten Rot sah. In einer leidenschaftlich umkämpften Partie gab es letztlich keinen Sieger, allerdings viel zu diskutieren.

Der Hamburger SV wartet weiter auf den ersten Bundesliga-Heimsieg in dieser Saison. Auch unter dem neuen Trainer Thorsten Fink kamen die Hanseaten im Kellerduell gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht über ein 1:1 hinaus.

Pierre de Wit traf in der turbulenten Begegnung in der 38. Minute zur Lauterer Führung, Paolo Guerrero (65.) erzielte den Ausgleich für die Hamburger. Die Hausherren mussten nach einem Platzverweis für Slobodan Rajkovic vor 55.348 Zuschauern fast 70 Minuten lang in Unterzahl spielen. Der HSV verbesserte sich mit neun Zählern auf Relegationsplatz 16, Kaiserslautern kletterte mit zwölf Punkten auf Rang 13.

Ohne Shechter, mit Guerrero 

Trainer Marco Kurz verzichtete überraschend auf Itay Shechter, Konstantinos Fortounis spielte für den Israeli. Dazu stellte Kurz die Taktik um, formierte sein Team in einem 4-2-3-1. Beim HSV stand nach dem schwerfälligen Weiterkommen im Pokal wieder die A-Elf auf dem Platz. Für den verletzten Mladen Petric rückte Marcus Berg in die erste Elf, der Schwede hatte in Trier den Ausgleich erzielt.

Kaiserslautern stand tief und kompakt. Der ballführende Hamburger wurde stets angelaufen und so provozierten die Gäste bei den ansonsten feldüberlegenen Gastgebern einige Fehlpässe. Die entstehenden Konter sorgten das erste Mal in der zehnten Minute für Gefahr, als Dorge Kouemaha nach dem abgewehrten Torschuss von Christian Tiffert nur das Außennetz traf.

Rot für Rajkovic

Dann wurde es hitzig. Ein Zweikampf an der Außenlinie weitete sich zum Eklat aus. Slobodan Rajkovic schirmte den Ball ab, nahm dabei allerdings den rechten Ellbogen hoch und blockte Tiffert im Gesicht. Tiffert zog sich eine blutende Platzwunde zu und Schiedsrichter Markus Schmidt entschied auf glatt Rot. Zwar war es kein absichtlicher Schlag ins Gesicht von Tiffert, allerdings ein absichtliches, grob unsportliches Blocken mit dem Arm, der dort oben nichts zu suchen hat, und somit war Rot vertretbar.

Thorsten Fink reagierte und nahm Marcus Berg vom Platz, für ihn kam Dennis Diekmeier. Der ehemalige Nürnberger rückte auf die Rechtsverteidigerposition, Heiko Westermann übernahm den Job in der Innenverteidigung. Die HSV-Abwehr war noch nicht sortiert, da traf Kaiserslautern. Olcay Sahan tanzte Aogo auf rechtsaußen aus, flankte auf die gegenüberliegende Seite, dort gab Fortounis den Ball in die Mitte, sodass Pierre De Wit das Spielgerät aus 14 Metern in den rechten oberen Winkel zimmern konnte (38.).

Jansen im Pech, Drobny im Glück 

Die Partie blieb turbulent. Marcell Jansen scheiterte mit einem fast perfekten Distanzschuss an der Querlatte (40.). Auf der anderen Seite rettete Jaroslav Drobny mit einem glänzenden Reflex gegen den abgefälschten Schuss von Fortounis (41.). Eine hektische Halbzeit ging mit einer nicht unverdienten Führung der Gäste zu Ende. Der HSV zeigte sich zu konfus und ungenau im Spielaufbau.

Auch in der zweiten Hälfte standen Zweikämpfe und strittige Schiedsrichterentscheidungen im Mittelpunkt. Markus Schmidt zog sich in der 59. Minute endgültig den Zorn des Publikums zu. Paolo Guerrero nahm einen hohen Ball mit Hilfe des Armes an, schoss den Ball ins Tor, doch der Treffer wurde zu Recht abgepfiffen. Der HSV trat dann mal über die Außenposition in Erscheinung.

Erst Töre, dann Guerrero 

Gökhan Töre verschaffte sich durch eine Finte gegen Alexander Bugera Platz zum Flanken, seine Hereingabe von der rechten Seite wurde sechs Meter vor dem Tor von Paolo Guerrero wuchtig zum 1:1-Ausgleich eingeköpft (65.). Martin Amedick hatte den HSV-Stürmer nicht hindern können. Die Hamburger blieben das aktivere Team. Die in Überzahl spielende Mannschaft konterte. Kouemaha spielte dem eingewechselten Shechter frei, der aus spitzem Winkel an Drobny scheiterte (76.).

Das Spiel war völlig offen, beide Teams gaben das Mittelfeld preis und es ging zügig von Strafraum zu Strafraum. Christian Tiffert wäre um ein Haar zum Spieler des Spiels geworden, doch sein Fernschuss aus 20 Metern strich am linken Pfosten vorbei. Es blieb beim gerechten 1:1-Unentschieden. Der HSV betrieb in Unterzahl einen hohen läuferischen Aufwand, Kaiserslautern blieb nicht cool genug, konnte die Konter nicht zum Erfolg bringen.

Michel Massing 

sportal.de / sportal

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