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1. Bundesliga: Werder schlägt Hertha 2 -1

Was für eine packende Partie: Erst traf Rückkehrer Adrian Ramos, dann glich Claudio Pizarro aus. Als Werder auf die verdiente Führung drängte, dezimierte Hertha sich durch zwei Gelb-Rote Karten selbst. Thomas Schaaf musste auf die Tribüne und zitterte dort bis in die Nachspielzeit, ehe Pizarro den knappen Sieg doch noch sicherte.

Werder Bremen hat durch den vierten Sieg im vierten Heimspiel den zweiten Tabellenplatz sichern können. In einer packenden Partie feierten die Norddeutschen einen 2:1-Erfolg über Hertha BSC Berlin.

Doch auf dem Weg zu diesem Dreier erlebten die 41.500 Zuschauer im Weserstadion nicht nur die Tore der rechtzeitig für die Partie wieder genesenen Stürmer Adrian Ramos (3.) und Claudio Pizarro (23./90.+3), sondern auch eine wahre Karten-Flut.

Schiedsrichter Felix Brych, der in den bisher von ihm geleiteten drei Saisonspielen gerade einmal acht Kartons gezeigt hatte, verteilte insgesamt zehn Gelbe und zwei Gelb-Rote Kartons. Nachdem die bereits verwarnten Christian Lell (57.) und Torschütze Ramos (63.) sich unnötige Platzverweise abgeholt hatten, brauchte Werder trotz einer Zwei-Mann-Überzahl bis in die Nachspielzeit, ehe der insgesamt verdiente Sieg feststand.

Da sich Sokratis kurzfristig verletzt abgemeldet hatte, musste Thomas Schaaf umstellen. Aleksandar Ignjovski wechselte auf rechts, auf links kam Lukas Schmitz zum Einsatz. Beide Trainer hatten zudem wieder auf ihre zuletzt verletzten Stürmer bauen können. Pizarro mischte auf Seiten Werders mit, Markus Babbel freute sich, dass sich Ramos nach seiner Zysten-OP zurückmeldete.

Die Comeback-Stürmer treffen

Beide führten sich glänzend in die sehr lebhafte Partie ein. Das Spiel hatte kaum begonnen, da durfte zunächst der Hertha-Comebacker den ersten Treffer bejubeln. Völlig freistehend hatte Ramos an der Strafraumgrenze eine Flanke des von Philipp Bargfrede nicht energisch genug gestörten Raffael annehmen, ein paar Meter in Richtung Tor gehen und zum 0:1 (3.) vollenden können.

Werder drängte mit erhöhtem Druck gegen die in der Folge sehr tief und kompakt stehende Hertha auf den schnellen Ausgleich. Da sich die Hausherren aber einige Ungenauigkeiten leisteten, kam Hertha immer wieder zu Kontern, die allerdings insgesamt wenig Gefahr brachten. Wirklich gefährlich war der Angriff, der Werders Ausgleich brachte, eigentlich auch nicht (23.). Clemens Fritz hatte von links an den Fünfer geflankt, Pizarro stützte sich bei Levan Kobiashvili leicht auf und gab einen nicht allzu druckvollen Kopfball ab, den Thomas Kraft durch die Finger gleiten ließ.

Hertha zeigte sich vom Ausgleich etwas geschockt, was sich in zeitweiliger Passivität niederschlug, die Werder nutzte, um den Druck zu erhöhen und auf die mittlerweile verdiente Führung zu drängen. Mit einer Glanzparade verhinderte Kraft nach einem Freistoß von Aaron Hunt einen möglichen Rückstand der Hertha, kurz darauf klatschte ein Distanzschuss des Bremers an den Pfosten, ehe Marco Arnautovic kurz vor der Halbzeit nach einem schnellen Konter zu hoch zielte.

Zwei dämliche Platzverweise für Hertha

Werder gab auch zu Beginn des zweiten Durchgangs den Ton an und Hertha schwächte sich selbst. Der bereits verwarnte Christian Lell leistete sich an der Außenlinie eine überharte und vor allem unnötige Grätsche gegen Andreas Wolf und bekam von Schiedsrichter Felix Brych die Ampelkarte gezeigt. Die letzte halbe Stunde mussten die Berliner in Unterzahl überstehen.

Schaaf reagierte sofort, brachte mit Marko Marin für Mehmet Ekici eine frische Offensivkraft. Doch zunächst war die Hertha am Drücker. Der eingewechselte Christoph Janker hatte sich nach Doppelpass mit Raffael durch die Werderabwehr gespielt, wurde jedoch rechtzeitig gestoppt. Doch der Höhenflug setzte sich nicht fort, denn plötzlich waren die Gäste nur zu neunt. Nach einem Foul an Bargfrede hatte Ramos den Ball weggeschlagen und musste ebenfalls mit Gelb-Rot den Gang in die Kabine antreten.

Bei Werder kam mit Markus Rosenberg für die letzten 20 Minuten auch noch ein dritter Stürmer. Doch die nächste dicke Chance hatten nicht die Hausherren, sondern die Gäste, die gut verteidigten und trotz Unterzahl mit Raffael immer wieder für Entlastung sorgten. Ein Schuss des Herthaners nach Zusammenspiel mit Kobiashvili landete abgefälscht neben dem Werder-Tor.

Schaaf sieht Tor von der Tribüne 

Die letzten zehn Minuten hatten es noch einmal in sich. Pizarro wurde ein zweiter Treffer wegen eines angeblichen Stürmerfouls aberkannt, Schaaf musste wegen wilder Proteste auf die Tribüne und Arnautovic vergab aus halblinker Position eine gute Chance zur Führung.

In der Schlussminute der regulären Spielzeit hielt Kraft noch einen indirekten Freistoß des verdeckt stehenden Naldo. Erst in der Nachspielzeit brachte Pizarro (90.+3) die Entscheidung. Nachdem Rosenberg eine Marin-Ecke verlängert hatte, nickte der Peruaner zum 2:1 ein.

Malte Asmus 

sportal.de / sportal

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