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1. Runde DFB-Pokal: Hoffenheim blamiert sich - auch Fürth stolpert

Was für eine Blamage! Für Hoffenheim ist die Pokalsaison bereits vorbei. Beim Berliner AK 07 erlebte die Babbel-Truppe ein Debakel. Auch ein weiterer Bundesligist ist draußen.

Berliner Fußball-Nobodys haben 1899 Hoffenheim eine unfassbare Pleite beigebracht und für die erste Sensation im DFB-Pokal gesorgt. Der Viertligist Berliner AK 07 demütigte den Bundesligisten um dessen neuen Torwart Tim Wiese und Trainer Markus Babbel am Samstag in der ersten Runde mit einem 4:0 (3:0).

Glauben konnten selbst die Berliner Anhänger unter den 1468 Zuschauern nicht, was ihre Amateur-Kicker auf den Platz des kleinen Poststadions zauberten und so den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte perfekt machten. Gerade einmal 120 Sekunden waren gespielt, da prallte der Ball von der Latte ins Tor der hochkarätig besetzten Hoffenheimer. Mit einem Drehschuss von der Strafraumgrenze hatte Cakmak den einige Schritte vor seinem Kasten lauernden 1899-Neuzugang Tim Wiese überwunden.

Hacke, Spitze, eins, zwei, drei

Von den lethargischen Hoffenheimern war trotz vier Neuzugängen in der Startformation nichts zu sehen: keine Kombinationen, kein Zweikampfverhalten, gar nichts. Bei einem Kopfball von Kruschke konnten sich die Bundesliga-Profis, die sich dieses Prädikat am Samstag nicht im Ansatz verdienten, bei ihrem Keeper bedanken, der den Ball noch abwehren konnte. Nach einer knappen halben Stunde vergab dann Torschütze Cakmak aus kurzer Distanz zunächst die Riesenchance für seinen zweiten Treffer.

Gerlach machte es bei einem Konter besser: Er lief - allerdings aus Abseitsposition - mit dem Ball seelenruhig auf Wiese zu und schob das Spielgerät am ausgebooteten Ersatz-Nationalkeeper vorbei ins Tor. Mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei demütigte der Berliner Pokalsieger die Profis teilweise. Das Toreschießen und Kämpfen vergaßen die Hausherren dabei aber auch nicht. Kurz vor der Pause kullerte der Ball zum dritten Treffer über die Linie, nachdem Wiese den Schuss von Kruschke nur noch berühren konnte.

Babbel reibt sich die Augen

Babbel versuchte es zur zweiten Halbzeit mit zwei neuen Spielern, brachte Sejad Salihovic und Takashi Usami. Sechs-Millionen-Neuzugang Joselu von Real Madrid durfte weiter nicht ran. Es hätte wohl auch nicht genutzt. Denn nur fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff legte Kapitän Wiese mit einem verunglückten Abstoß Cakmak den Ball vor die Füße.

Zum Entsetzen von Trainer Babbel, der sich auf der Bank die Augen rieb, schob der Berliner Angreifer zu seinem zweiten Treffer für den Club ein, der eine Zeit lang wegen der Kooperation mit dem türkischen Erstligisten Ankaraspor auch "Berlin Ankaraspor Kulübü" hieß. Mittlerweile nennt sich der Verein, der vor zwei Jahren zum Auftakt des DFB-Pokals dem FSV Mainz 05 schon ein 1:2 abgetrotzt hatte, aber wieder Berliner Athletik Klub. Das werden die Hoffenheimer und Fußball-Deutschland so schnell nicht vergessen.

Auch Fürth scheitert in der ersten Runde

Am Abend machte es Erstliga-Neuling SpVgg Greuther Fürth nicht besser. Die Franken erlebten beim 0:2 (0:1) beim Drittliga-Vorletzten Kickers Offenbach eine böse Überraschung. Thomas Rathgeber (28./Handelfmeter) und Lars Bender (90.+1) schossen Offenbach eine Runde weiter. Edgar Prib (55. Gelb-Rot) und Abdul Rahman Baba (87. Tätlichkeit) mussten auf Fürther Seite sogar vorzeitig zum Duschen.

Felix Magaths keineswegs überzeugende Wolfsburger hingegen erreichten zumindest vom Ergebis her locker die nächste Etappe. Gegen Sechstligist Schönberg trafen dreimal Ivica Olic (28./30./67.), Diego (43.) und Neuzugang Bas Dost (66.).

Dortmund, Stuttgart und Leverkusen mühelos weiter

Keine Blöße gab sich trotz nahezu tropischer Temperaturen Cup-Verteidiger Borussia Dortmund beim 3:0 (2:0) beim FC Oberneuland. Bayer Leverkusen hielt Carl-Zeiss Jena mit 4:0 (2:0) wie erwartet in Schach. Ohne Mühe zog auch der VfB Stuttgart mit einem 5:0 (2:0) gegen den brandenburgischen Sechstligisten SV Falkensee-Finkenkrug in die zweite Runde ein.

Borussia Mönchengladbach hatte bei Alemannia Aachen selbst Probleme. Im Derby boten sich Luke de Jong und Juan Arango schon beste Chancen. Arango (70.) traf dann nach Vorlage von de Jong. Havard Nordtveit (90.+1) setzte den Schlusspunkt zum 2:0 (0:0)-Erfolg. Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) erlaubte den Spielern und seinen Assistenten wegen der großen Hitze Erfrischungspausen.

Auch der SC Freiburg tat sich unerwartet schwer. Bei Victoria Hamburg fiel die Entscheidung beim 2:1 (1:1) erst in der zweiten Halbzeit. Max Kruse (11.) brachte den Bundesligisten in Führung, Jakob Sachs (12.) glich für Victoria im Stadion Hoheluft schnell aus. Sebastian Freis erlöste die Breisgauer mit seinem Treffer zwölf Minuten vor dem Schlusspfiff.

Im Weserstadion tat Dortmund gegen den Bremer Stadtteil-Club Oberneuland nicht mehr als nötig. Der Double-Gewinner ging durch Marco Reus (11.) in Führung. Auch Jakub Blaszczykowski (39.) traf schon vor der Pause. Ivan Perisic (68.) legte später zum Endstand nach. Ähnliches Spiel in Jena: Leverkusen ging durch Simon Rolfes (2.) früh in Führung. Nach dem zweiten Treffer von Karim Bellarabi (14.) waren die Thüringer zu schwach, um ernsthaft Widerstand zu leisten. Stefan Kießling (81.) und Junior Fernandes (89.) sorgten für den Endstand.

Für den VfB Stuttgart trafen gegen den wackeren, aber chancenlosen SV Falkensee-Finkenkrug Vedad Ibisevic (29.), Martin Harnik (43./54.), Tunay Torun (79.) und Shinji Okazaki (87.).

Zwei Zweitligisten zogen ohne großen Aufwand in die zweite Pokalrunde ein. Der FC St. Pauli gewann durch zwei Tore von Mahir Saglik (23./67.) und einen Treffer von Daniel Ginczek (77.) beim Offenburger FV mit 3:0 (1:0). Der 1. FC Köln übersprang nach schwachem Ligastart die Hürde SpVgg Unterhaching dank Doppeltorschütze Thomas Bröker (28./40.) mit 2:1 (2:0). Der Anschlusstreffer von Andreas Vogelsammer (90.) kam zu spät. Der MSV Duisburg hatte hingegen beim Halleschen FC Mühe. Das 1:0 (1:0) durch Goran Sukalos (17.) war ein glücklicher Elfmetertreffer.

swd/DPA / DPA

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