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2. Bundesliga Eintracht Frankfurt dreht Spitzenspiel in Fürth


So früh wie selten startete die 2. Liga in die neue Saison. Und so früh wie möglich kam es zum ersten Spitzenspiel zweier Aufstiegskandidaten am Fürther Ronhof. Spielerisch nicht immer begeisternd, aber packend bis zur letzten Minute war der Gipfel, den Eintracht Frankfurt nach 0:2-Pausenrückstand noch mit 3:2 gewann - durch ein Tor Sekunden vor Schluss von Karim Matmour.

So früh wie selten startete die 2. Liga in die neue Saison. Und so früh wie möglich kam es zum ersten Spitzenspiel zweier Aufstiegskandidaten am Fürther Ronhof. Spielerisch nicht immer begeisternd, aber packend bis zur letzten Minute war der Gipfel, den Eintracht Frankfurt nach 0:2-Pausenrückstand noch mit 3:2 gewann.

Christopher Nöthes zwei Tore (20., 44.) hatten die Gastgeber zur Halbzeit verdient in Führung gebracht, und die Franken hatten noch zwei Großchancen zum 3:0, bevor Alex Meier mit einem Doppelpack (56., 64.) den Ausgleich markierte. Der eingewechselte Karim Matmour krönte sein Eintracht-Debüt in der 89. Minute mit dem späten Siegtreffer.

Da beide Teams bis zum Ende auf drei Punkte setzten, sahen die 14.200 Fans am Ronhof eine spannende Begegnung, in der Frankfurts Neuzugänge Gordon Schildenfeld und Thomas Kessler zunächst eben so wackelten wie der Fürther Keeper Max Grün. Doch am Ende durfte der Bundesligaabsteiger über einen Sieg jubeln, der viel erhoffen lässt für die weitere Saison der Eintracht. Denn viel schwerere Spiele als in Fürth wird Armin Vehs Team nicht mehr zu bestreiten haben.

Occéan und Schmidtgal neu im Fürther Team

Für den nach Salzburg zurückgekehrten Alexander Walke stand wieder Grün im Fürther Tor. In der Innenverteidigung spielte Asen Karaslavov an Stelle von Mergim Mavraj neben Thomas Kleine, und links hinten debütierte Neuzugang Heinrich Schmidtgal für Edgar Prib, der ins defensive Mittelfeld rückte und dort Johannes Geis verdrängte. Vorne wurden Sercan Sararer und der nach Mainz gewechselte Nicolai Müller durch Christopher Nöthe und Neuzugang Olivier Occéan vertreten. Links im Mittelfeld spielte Stephan Schröck für den abgewanderten Leo Haas. So standen nur fünf Fürther in der Startaufstellung, die am Saisonende im Mai gegen Fortuna Düsseldorf gespielt hatten.

Bei Eintracht Frankfurt war hingegen viel mehr neu: die Liga, der Trainer, und auch ein Großteil des Kaders. Thomas Kessler, neu vom FC St. Pauli, spielte für den nach Schalke gewechselten Ralf Fährmann im Tor. Von Sturm Graz kam der kroatische Verteidiger Gordon Schildenfeld, der Aleksandar Vasoski ersetzte, links hinten spielte Constant Djakpa (neu aus Leverkusen) an Stelle von Benjamin Köhler.

Matthias Lehmann, auch von St. Pauli verpflichtet, wurde zentral eingesetzt, Caio spielte dafür rechts, als Ersatz für den Neu-Wolfsburger Patrick Ochs. Links spielte Alex Meier für den verletzten Martin Fenin, und in der Spitze erhielt Erwin Hoffer den Vorzug vor Fanis Gekas.

Frankfurt mit Überlegenheit - aber 0:2-Rückstand

Im Großen und Ganzen klappte das Frankfurter 4-3-2-1 zunächst ganz gut, vor allem auch defensiv. Das massierte Mittelfeld konnte von Fürth kaum einmal spielerisch durchquert werden. Dass es zur Pause dennoch 2:0 für das Kleeblatt stand, lag an zwei Faktoren.

1.) In der Frankfurter Defensive zeigte Neuzugang Schildenfeld, wie groß der Abstand zwischen österreichischem und deutschem Profifußball ist, und auch Kessler offenbarte Abstimmungs- und Entscheidungsprobleme beim Herauslaufen. Vor dem 1:0 in der 20. Minute verlor Schildenfeld nach einem langen Ball aus der Abwehr das Kopfballduell gegen Olivier Occéan, setzte dann Nöthe hinterher und ließ sich von diesem verladen, nicht ohne zugleich noch dem herausgeeilten Kessler Sicht und Laufweg zuzustellen. Vor dem zweiten Tor war es erneut Occéan, der Schildenfeld so sehr im Luftkampf zusetzte, dass der Kroate nicht an den Ball kam. Danach wurde er auch noch von Kessler abgeräumt, so dass Nöthe keine Mühe hatte, das leere Tor zu treffen.

2.) Nach vorne wiederum lief bei der Eintracht wenig zusammen, weil sich oft alle Mittelfeldspieler in der Zentrale tummelten. Weder Caio noch Meier sind echte Außenbahnspieler, so dass Flankenläufe Mangelware blieben.

Prib und Schröck hatten das 3:0 auf dem Fuß

Nicht unverdient gingen die Franken also mit einer scheinbar komfortablen Führung in die Pause. Hätten Prib, der kurz nach Wiederanpfiff ein gutes Solo mit einem Schuss an den rechten Innenpfosten abschloss, oder Schröck, der, von Bernd Nehrig frei gespielt, aus zehn Metern übers Tor schoss, ihre Großchancen besser verwertet, dann wäre die Spielvereinigung sicher als Sieger vom Platz gegangen.

So aber traf der nach der Pause stark verbesserte Meier unmittelbar nach Schröcks Fehlschuss zum Anschlusstreffer und in der 64. Minute zum Ausgleich. Das 1:2 war alles andere als unhaltbar. Karaslavov hatte eine Djakpa-Flanke vor die Füße von Meier geköpft, dessen Halbvolley lange unterwegs war, bevor er über Grüns Handschuhe hinweg ins Tor sprang.

Beim Ausgleich war der Keeper dann aber machtlos. Ein von Nehrig an Sebastian Rode verschuldeter Freistoß wurde von Pirmin Schwegler an den langen Pfosten getreten, wo Meier sich im Kopfballduell gegen Kleine und Occéan durchsetzte und den Ball gut im Netz platzierte.

Fürth bis zum Ende offensiv - und am Ende ohne Punkte

Das bis zum Ende von beiden Teams intensiv geführte Spiel hätte von Fürth gut noch gewonnen werden können. Schröcks Flanke fand Occéan, der seinen Kopfball aber nicht aufs Tor drücken konnte, und der eingewechselte Sercan Sararer schlenzte den Ball nach Kopfballablage von Occéan knapp am Tor vorbei.

Der Siegtreffer gelang dennoch der eben so aufopferungsvoll kämpfenden Eintracht, als der eingewechselte Karim Matmour in seinem ersten Pflichtspiel für Frankfurt eine Minute vor Schluss nach Anspiel von Meier Schmidtgal aussteigen ließ und den Ball - vom Kasachen noch abgefälscht - von rechts in der langen Ecke platzierte.

Daniel Raecke

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