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Abwehrchef Lucio: "Keine Sekunde mehr für Bayern"

Der Wirbel um Franck Ribéry hat sich gelegt, doch dem FC Bayern droht neue Unruhe. Mit Verärgerung hat Abwehrchef Lucio auf Spekulationen reagiert, wonach der neue Trainer in der kommenden Saison nicht mehr mit ihm plane. Die Bayern gaben derweil den sechsten Neuzugang bekannt.

Der FC Bayern baut um, neue Stars kommen, doch wer geht? Abwehr-Ass Lucio soll Gerüchten zufolge auf der Abschussliste stehen. Jetzt hat sich Lucio erstmals selber dazu geäußert. "Ich will bleiben. Aber wenn der Coach denkt, andere seien besser, spiele ich keine Sekunde mehr für Bayern", sagte Lucio, der als Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft derzeit mit der "Selecao" beim Confed Cup in Südafrika aktiv ist, in einem Interview mit der Münchner "tz" (Montag).

Die Bayern gaben derweil am Montag den sechsten Neuzugang bekannt. Der kroatische Nationalspieler Danijel Pranjic vom niederländischen Erstligaclub SC Heerenveen wechselt für angeblich zehn Millionen Euro nach München und erhält einen bis 30. Juni 2012 datierten Dreijahres- Vertrag.

Während die lange Zeit fragliche Verpflichtung von Pranjic in trockenen Tüchern ist, droht Lucio neun Tage vor dem Trainingsauftakt beim Rekordmeister mit seinem vorzeitigen Abschied aus München. "Wenn Bayern mich nicht mehr möchte, werden wir eben meinen Vertrag früher auflösen. Dann wechsle ich problemlos zu einen anderen Verein. Mit Sicherheit kann man mich woanders gut gebrauchen", sagte der derzeit beim Confederations Cup in Südafrika beschäftigte 31-Jährige, dessen Vertrag bei Bayern noch bis Saisonende 2010 läuft.

Kein Verständnis bei Lucio

Der offensivfreudige Abwehrrecke Lucio, der seit 2004 das Bayerntrikot trägt, soll bei van Gaal nach übereinstimmenden Medienberichten nicht mehr erste Wahl sein. Der holländische Coach hatte die Verpflichtung seines Wunschspielers und Landsmannes Edson Braafheid vorangetrieben. Der Zwei-Millionen- Einkauf von Twente Enschede ist exakt auf Lucios Position einsetzbar und beim Dienstbeginn am 1. Juli zur Stelle, während der Brasilianer erst am 16. Juli ins Training einsteigen kann.

Für die angeblichen Zweifel an seinen Qualitäten hat Lucio kein Verständnis. "Ich habe da ein paar Sachen gehört. Sobald ich in Brasilien bin, werde ich mich mit meinem Berater austauschen", sagte der Spielführer der "Selecao" und forderte von den Bayern-Bossen schnelle Aufklärung über ihre Zukunftspläne: "Sollten sie so über mich denken, wäre es besser, Sie würden frühzeitig mit mir reden."

Weiterhin Interesse an Bosingwa

Klarheit herrscht hingegen bei Andreas Ottl, Christan Lell, José Ernest Sosa, Breno und Tim Borowski - sie spielen in van Gaals Konzept keine Rolle mehr und dürfen sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Mittelfeldspieler Ottl wird mit Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Nürnberg in Verbindung gebracht, doch der "Club" hat kein Geld mehr für weitere neue Spieler. Borowski liebäugelt mit einer Rückkehr zu Werder Bremen. "Für Tim wäre das eine interessante Geschichte", sagte Borowskis Berater Jörg Neubauer in der "Kreiszeitung Syke" (Montag).

Mit dem 22-fachen kroatischen Auswahlspieler Pranjic, der für Heerenveen in der letzten Saison 16 Tore erzielte, steht Trainer van Gaal ein Mann fürs linke Mittelfeld zur Verfügung. "Er stand auf der Wunschliste unseres neuen Trainers ganz oben", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Am Montag hatte sich der Bayern-Vorstand mit Vertretern aus Heerenveen auf den Transfer geeinigt. Pranjic ist nach Mario Gomez, Anatoli Timoschtschuk, Ivica Olic, Alexander Baumjohann und Braafheid der sechste Neuzugang. Bayern-Interesse besteht noch an Rechtsverteidiger José Bosingwa von Michael Ballacks Londoner Club FC Chelsea.

DPA/kbe

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