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Anschuldigungen gegen FC Bayern: Rummenigge kämpft um "weiße Weste"

In der Manipulationsaffäre um zwei Uefa-Mitarbeiter verhärten sich die Fronten zwischen dem FC Bayern und dem Fußballverband. Die Fifa hält sich noch bedeckt, obwohl auch deren Chef Sepp Blatter der Bestechlichkeit bezichtigt wird.

Bayern München kämpft mit Frontmann Karl-Heinz Rummenigge in der abenteuerlich anmutenden Manipulationsaffäre vehement um seinen guten Ruf. Der Fußball-Weltverband Fifa scheint die Bestechungsvorwürfe hingegen auf diskrete Art lösen zu wollen, obwohl die Anschuldigungen durch Robin Boksic, einem engen Mitarbeiter von Uefa-Disziplinarchef Peter Limacher, nach einem Bericht des "stern" auch vor Fifa-Präsident Joseph Blatter nicht haltmachen.

Rummenigge verteidigte nach dem 2:0 des deutschen Meisters am Mittwochabend gegen den AS Rom zum Auftakt der Champions League sein juristisches Vorgehen gegen Mitarbeiter der Europäischen Fußball- Union (Uefa) als alternativlos. Für den Bayern-Boss geht es darum, den Verein und namhafte Führungskräfte gegen Bestechungsvorwürfe in Schutz zu nehmen. "Das ist nicht aus der Hüfte geschossen, sondern gut überlegt, wie wir reagiert haben", erklärte Rummenigge.

"Das Image und der Ruf des FC Bayern - die im wahrsten Sinne des Wortes weiße Weste - lassen wir uns von niemandem beflecken", sagte Rummenigge mit drohendem Unterton. Der FC Bayern hat Strafanzeige gegen Limacher, den UEFa-Chefermittler in Sachen Wettmanipulation, und Boksic gestellt. Die Uefa hatte sich "geschockt" gezeigt und das Vorgehen als eine Überreaktion des deutschen Meisters bewertet.

Fifa will sich nicht einmischen

"Peter Limacher steht an vorderster Front eines sehr schwierigen Kampfes, und er hat unser vollstes Vertrauen", sagte Uefa- Generalsekretär Gianni Infantino. Gleichzeitig wurde der FC Bayern in einer Erklärung am Mittwoch von jedem Verdacht freigesprochen. "Wir können voller Überzeugung sagen, der FC Bayern hat sich nie und nimmer etwas zuschulden kommen lassen."

Das Duo Limacher/Boksic soll die Bayern nach einem Bericht des "stern" diskreditiert haben. Unter anderem geht es um den Vorwurf, das Uefa-Cup-Spiel im Mai 2008 bei Zenit St. Petersburg (0:4) an die russische Mafia "verkauft" zu haben. Konkret beschuldigt haben sollen Limacher und Boksic den heutigen Bayern-Präsidenten und damaligen Manager Uli Hoeneß, Finanzvorstand Karl Hopfner sowie einen namentlich nicht genannten Spieler.

Der Weltverband Fifa will sich in die Affäre nicht öffentlich einmischen - obwohl auch Fifa-Chef Blatter durch Boksic in Misskredit gebracht worden sein soll. "Aus Prinzip diskutiert die Fifa sicherheitsrelevante Fragen nicht in der Öffentlichkeit. Jedoch wird die Fifa alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Glaubwürdigkeit des Spiels zu schützen", teilte der Weltverband am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Die Vorwürfe gegen den FC Bayern und dessen juristische Schritte seien Angelegenheit von Verein und Uefa.

"Das darf man sich nicht bieten lassen"

Laut "stern" will Boksic als angeblicher BND-Mitarbeiter auch Zugang zu Beweisen gehabt haben, nach denen Blatter "eine Million Euro Bestechungsgeld" erhalten haben soll. Unkommentiert ließ die Fifa am Donnerstag Passagen aus dem Bericht des "stern", nach denen Boksic auf Uefa-Empfehlung und Fifa-Kosten zur WM nach Südafrika gereist sein soll. Dort soll er mit angeblichen Bestechungsvorwürfen gegen zahlreiche Teams - unter anderem auch gegen Spieler des in der Vorrunde gescheiterten deutschen Gruppengegners Serbien - intern für Aufregung gesorgt haben.

Bei den Bayern hat sich der Zorn nicht so schnell gelegt. "Zu behaupten, dass bei einem Uli Hoeneß oder einem Karl Hopfner oder einem Spieler von uns Hausdurchsuchungen durchgeführt worden sind von der Staatsanwaltschaft oder dass bei einem Spieler eine Million Dollar in cash oder auch Kokain gefunden worden sind, das sind keine Kinkerlitzchen, die man mit links zur Seite wischen kann", erklärte Rummenigge.

"Das darf man sich nicht bieten lassen", sagte Hopfner am Mittwochabend. Hoeneß sprach in der Münchner "tz" von einem "Scharlatan", der die Vorwürfe erhebe. "Ich gehe davon aus, dass dieser Mann ganz schnell aus dem Verkehr gezogen wird." Limacher hat zurückgewiesen, er habe falsche Beschuldigungen gegen den FC Bayern verbreitet. Die ihm vom "stern" zugeschriebenen Äußerungen habe er nicht getätigt, sagte er der "Financial Times Deutschland".

In einem geheimen WM-Bericht des Weltverbandes soll laut "stern" Boksics Unglaubwürdigkeit konstatiert worden sein, da er für seine zahlreichen Vorwürfe keine Beweise liefern konnte. Dazu wollte die Fifa keine Stellung nehmen. Ein juristischer Erfolg des FC Bayern in dieser brisanten Angelegenheit würde auch ein sehr schlechtes Licht auf Uefa-Präsident Michel Platini werfen, der durch seine Funktion als Fußball-Kontinentalboss auch Vize-Chef der Fifa ist.

DPA/SID/kbe

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