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Bau-Chronik: Von der Vision zur Wirklichkeit

Die Münchner Fußballclubs konnten in diesem Jahr große Erfolge verbuchen: der FC Bayern München ist zum wiederholten Mal Meister geworden und der TSV 1860 München hat am UEFA-Cup teilgenommen. Zeit für ein neues Stadion.

"Fußball schauen", sagte Franz Beckenbauer damals, "soll allen Spaß machen und ein tolles Erlebnis sein." Deshalb fordern die Fans ein neues fußballgerechtes Stadion. Doch die Stadt will keinen Neubau, sondern einen Umbau des Olympiastadions.

September 1997:

Der Verwaltungsbeirat des FC Bayern München, dem der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) vorsteht, stimmt für den Bau eines eigenen Stadions. Rund 500 Millionen Mark sollen investiert werden. Doch am Gedanken des Umbaus des Olympiastadions hält die Stadt fest.

März 1999:

Nach einem neuerlichen Stadiongipfel mit Münchens OB Christian Ude (SPD), Beckenbauer und 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser heißt die Devise: Bau einer völlig neuen Multifunktionsarena in der Nähe der Neuen Messe Riem.

Januar 2001:

Nach langem Hin und Her schließen der FC Bayern und der TSV 1860 ein Bündnis zum Neubau eines eigenen Stadions. 66 000 Plätze und modernste Architektur sollen in Zukunft die Zuschauer ins Stadion locken.

Februar 2001:

Fünf mögliche Standorte wurden gefunden. In einem erneuten Gipfeltreffen wurden das Gelände nördlich des Messegeländes Riem, Fröttmaning, Freiham, Olympiapark Süd und das Hochschulsport-Gelände als mögliche Standorte in Erwägung gezogen.

Juli 2001:

Die Würfel sind gefallen. Der neue Standort soll München- Fröttmaning heißen. Doch noch muss das Stadion-Komitee zittern, denn das letzte Wort hat die Münchner Bevölkerung beim Bürgerbegehren am 21. Oktober 2001.

August 2001:

Nach einer europaweiten funktionalen Ausschreibung reißt sich die Weltelite der Architektur um den Bau des Stadions. Der FC Bayern und der TSV 1860 stellen die acht Planungsgemeinschaften vor, die in der engeren Auswahl stehen.

21. Oktober 2001:

Beim Bürgerbescheid stimmt eine überwältigende Mehrheit der Münchner für den Bau des Stadions in Fröttmaning. Zudem erfolgt ein fast einstimmiger Stadtratsbeschluss zum Bau des neuen Stadions und zur Übernahme der Infrastrukturkosten. November 2001: Zwei der acht Entwürfe haben den Sprung in die nächste Runde geschafft. Die Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron und das Hamburger Büro Meinhard von Gerkan und Volkwin Mang gehen als Gewinner der ersten Runde hervor.

Dezember 2001:

Zum gemeinsamen Bau des neuen Münchner Stadions haben die beiden Münchner Vereine zu jeweils 50 Prozent die München Stadion GmbH gegründet. 8. Februar 2002: Die Entscheidung ist gefallen. Das Obergutachtergremium für den Stadionneubau hat seine Empfehlung ausgesprochen und die Bauherren, Bayern München und TSV 1860, haben sich für das Modell der Architekten Herzog/de Meuron entschieden. Gleichzeitig wird bekannt gegeben, dass die Allianz AG das Namensrecht übernimmt und die neue Heimat der beiden Münchner Traditionsclubs Allianz Arena heißt. Der Vertrag läuft zunächst bis 30. Juni 2021.

Mai 2002:

Nach dem Abschluss des Raumordnungsverfahrens als Voraussetzung zur Erlangung des Baurechts im Dezember wurde offiziell der Bauantrag eingereicht. 21. Oktober 2002: Der offizielle Startschuss zum Baubeginn des modernsten Stadions Europas ist gefallen. Unter den Augen von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), Edmund Stoiber, OB Ude sowie weiteren Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft schwebte der Grundstein nach einer beeindruckenden Lasershow vom Himmel herab.

13. Februar 2003:

Mit der Erteilung der endgültigen Baugenehmigung für die Allianz Arena wurde auch die letzte bürokratische Hürde gemeistert.

4. November 2003:

Die Organisationskommission des Fußball- Weltverbandes (FIFA) hat den Spielplan für die WM 2006 festgelegt. Demnach finden in der Allianz Arena mit dem Eröffnungsspiel, drei weiteren Vorrundenspielen, einem Achtelfinale und einem Halbfinale insgesamt sechs Spiele statt.

9. März 2004:

1860-Chef Wildmoser und sein Sohn Karl-Heinz werden wegen Bestechungsverdachts festgenommen. Bei der Vergabe des Bauauftrages sollen sie 2,8 Millionen Euro Schmiergeld kassiert haben. Wildmoser senior wird nach drei Tagen Untersuchungshaft wieder freigelassen.

26. März 2004:

Der Stadionrohbau ist zum anvisierten Termin fertig gestellt worden. Die letzten 4,5 Kubikmeter Beton wurden in einem feierlichen Akt in das letzte noch zu betonierende Stück im Stadionrund eingebaut.

27. Oktober 2004:

Die FIFA-OK hat beschlossen, dass die deutsche Nationalmannschaft das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft am 9. Juni 2006 in München bestreiten wird. 30. April 2005: Das leitende Bauunternehmen Alpine Bau GmbH übergibt die fertig gestellte Allianz Arena offiziell an den Eigentümer München Stadion GmbH.

4. Mai 2005:

Das Straßennetz rund um das Stadion wird fertig gestellt. Die neu errichteten Erschließungsstraßen werden zusammen mit dem neuen U-Bahnhof Fröttmaning offiziell eingeweiht.

13. Mai 2005:

Im Korruptionsskandal um den Stadionbau wird Wildmoser junior wegen Bestechlichkeit und Untreue nach 14 Monaten U-Haft zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Gegen eine Kaution von 250 000 Euro wird der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt.

19. Mai:

Vor-Eröffnung mit dem Spiel der Traditionsmannschaften vom FC Bayern und TSV 1860.

30. Mai 2005:

Als erster der beiden Hausherren tritt der TSV 1860 zum ersten offiziellen Eröffnungsspiel der Allianz Arena im bayerischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg an. 31. Mai 2005: Zur zweiten offiziellen Eröffnungsfeier misst sich die Mannschaft des FC Bayern München mit der deutschen Fußball- Nationalmannschaft.

DPA

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