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Bayerische Trainerfrage: Hitzfeld vor dem Aus

Medienberichten zufolge ist der vorzeitige Abgang von Bayern-Trainer Hitzfeld am Ende der Saison intern beschlossene Sache. Beckenbauer hatte gestern erstmals offen von einer Trennung gesprochen.

Die Tage von Ottmar Hitzfeld in München scheinen gezählt. Nach sechs Jahren und vier Meistertiteln und einem Champions-League-Sieg sitzt der Münchner Erfolgtrainer wahrscheinlich nur noch zweimal auf der Trainerbank.

Angeblich am Montagabend vereinsinterner Beschluss

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung ist seine Demission intern beschlossene Sache. Danach wurde Hitzfelds Abschied am Montagabend bei einer Sitzung im Münchner Sheraton-Hotel beschlossen. In der Runde seien fast alle Aufsichtsratmitglieder inklusive Franz Beckenbauer, Manager Uli Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge anwesend gewesen. Die Runde sei zu dem Schluß gekommen, eine weitere Saison sei mit Hitzfeld nicht durchzustehen.

Wäre Felix Magath ein würdiger Nachfolger Ottmar Hitzfelds?

"Wir warten ab, wie Felix Magath entscheidet"

Der Bayern-Präsident hatte gestern bereits mehr als deutlich von einer möglichen baldigen Trennung von Ottmar Hitzfeld gesprochen. "Ottmar Hitzfeld war ein Glücksfall für den FC Bayern. Viel erfolgreicher als er kann man mit einer Mannschaft nicht arbeiten. Aber es kommt irgendwann einmal der Punkt, an dem man vielleicht nicht mehr in der Lage ist, die Mannschaft zu motivieren" - wie ein Nachruf klangen seine Worte, die er "Premiere" am Donnerstag anvertraute. Gleichzeitig spielte er offen dem VfB-Coach den Ball zu: "Wir warten ab, wie Felix Magath sich entscheidet."

Magath und Hitzfeld zeigen sich genervt

Beckenbauer hatte mit seinen Äußerungen wieder die Trainerdebatte angeheizt, die den beiden Betroffenen inzwischen sichtlich auf die Nerven gehen. "Das nervt nicht nur mich", klagte Magath am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit etwa 50 Medienvertretern. "Ich konzentriere mich auf meine Arbeit hier", erklärte Hitzfeld in München. "Da wird vieles schon als perfekt gemeldet, was nicht perfekt ist."

Ein klares Bekenntnis zum schwäbischen Vorzeige-Club ließ Magath aber vermissen. "Ich denke nicht daran, mich zu irgendeiner Vertrags- Situation zu äußern", sagte er und ließ die Frage nach einer Ausstiegsklausel unbeantwortet. Er wolle sich «nicht zwingen lassen», zu diesem Thema Stellung zu beziehen.

Nach Angaben von Philipp Lahm hat die Diskussion keine Auswirkungen auf die Mannschaft. Sein Nationalteamkollege Kevin Kuranyi meinte: "Der Trainer hat es verdient, bei einem großen Verein zu arbeiten, warum sollte er es nicht machen."

DPA / DPA

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