Bayern-Absturz "Ich bin sehr zufrieden"


Verkehrte Welt beim FC Bayern: Trotz eines kaum aufholbaren Rückstands auf Fast-Meister Werder versuchen sich die Bayern-Verantwortlichen im Schönreden und in Beschwörungsformeln. Die Ruhe vor dem Sturm?

Neun Punkte Rückstand auf Fast-Meister Bremen, blamables Aus im DFB-Pokal und in einer Woche wartet in der Champions League Real Madrid: Den Bayern drohen bereits kurz nach dem Start der Rückrunde alle Titel-Felle davonzuschwimmen. Doch statt neuerlich den FC Hollywood zu inszenieren, versuchen sich die Bayern-Verantwortlichen im Schönreden und in Beschwichtigungsformeln. Die Ruhe vor dem Sturm?

Das Staunen war groß, als Uli Hoeneß in dem vergeblichen Aufbäumen seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit in Bochum "die beste Auswärtsleistung" in dieser Saison erkannte. Auch die Titelverteidigung hat er keineswegs abgeschrieben. "Ich glaube, dass wir die Wende noch schaffen. Ich bin viel zuversichtlicher als letzte Woche. Der Trend ist your friend."

"Der Trend is your friend"

Hoeneß hat die Mindest-Anforderungen an den FC Bayern München nach dem Rückrunden-Start vergleichsweise bescheiden formuliert. Auch die Bremer "Last-Minute-Tore" können ihn nicht schocken. "Am Ende wird nicht der Meister, der schlecht spielt und punktet. Am Ende wirst du nur Meister, wenn du selbst gut spielst. Und das war heute in der zweiten Halbzeit der Fall."

Der Realität näher scheinen nur die Spieler zu sein. Willy Sagnol hat die Meisterschaft bereits abgeschrieben. "Neun Punkte, das ist fertig für uns, ich glaube, wir müssen jetzt für den zweiten Platz kämpfen", meinte der Franzose resigniert.

Ausscheiden gegen Real "kein Beinbruch"

Selbst eine Saison ohne Titelgewinn kann den erfolgsverwöhnten Manager des FC Bayern nicht aus der Ruhe bringen. In einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" sagte er: "So lange wir die Qualifikation für die Champions League erreichen, ist das kein Problem."

Auch ein mögliches Ausscheiden in den bevorstehenden Champions-League-Spielen gegen Real Madrid wäre für Hoeneß "kein Beinbruch". Der Rekordmeister sei gegen Real "totaler Außenseiter". Der FC Bayern könne mit seinem Finanzrahmen mit solchen Vereinen nicht mithalten, weil man nicht diese Schulden machen wolle. In der Transferpolitik wollen die Bayern-Verantwortlichen "keine verrückten Sachen machen". Er nannte 15 bis 20 Millionen Euro als Rahmen-Summe. Dennoch werde der FC Bayern 2005, wenn das neue Stadion fertig ist, mit zwei, drei Superstars angreifen.

Interesse an Dede bestätigt

Das Interesse der Bayern an Leonardo Dede von Borussia Dortmund bestätigte Hoeneß. "Wir haben uns mal erkundigt und gefragt, ob der Spieler zu haben ist, das ist aber bis jetzt noch nicht klar." Von Verhandlungen sei jedoch bis jetzt nicht die Rede gewesen. Dede ist bis Juni 2005 vertraglich an Dortmund gebunden. BVB-Manager Michael Meier hatte zuletzt erklärt, der Brasilianer sei "kein Heiligtum".

DPA DPA

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