Bazar Nationalmannschaft Wechsel-Theater lässt Rudi kalt


Kahn will ins Ausland, Torsten Frings ist auf dem Sprung zu den Bayern, wo es auch Didi Hamann wieder hinzieht: Im EM-Trainingslager geht es zu wie auf dem Basar. Nur Rudi bleibt gelassen.

Oliver Kahn liebäugelt mit dem Ausland, Michael Ballack steht auf der Wunschliste des FC Barcelona, Torsten Frings ist auf dem Sprung zum FC Bayern und nimmt vielleicht Didi Hamann mit, der sich eine Rückkehr zum Rekorsmeister sehr gut vorstellen kann. Und die Münchner Abendzeitung spekuliert bereits heftig über Timo Hildebrand vom VfB Stuttgart als möglicher Kahn-Nachfolger bei den Münchnern: Im Trainingslager der Nationalmannschaft geht es kurz vor dem EM-Start zu wie auf einem Basar.

Bayern-Chefs sauer über Kahn

Kahn hat mit seinen Abschiedsgedanken vom FC Bayern das Wechsel- Theater noch einmal richtig angeheizt. Nach "Bild"-Informationen will Manchester United Kahn gerne verpflichten.

Die Bayern-Chefs sind von den öffentlichen Abwanderungsgelüsten ihres einstigen "Torwart-Titans" alles andere als begeistert. Weder Rummenigge noch Beckenbauer wollte sich dazu äußern. Nur Manager Uli Hoeneß verwies knapp auf den laufenden Vertrag. "Wenn Kahn ein Problem hat, muss er mit uns reden, nicht mit der Presse. Im Übrigen soll er mal in seinen Vertrag hineinschauen - der läuft bis 2006", sagte Hoeneß der "Süddeutschen Zeitung".

Frings wird wohl zu den Bayern wechseln

Aber auch eine andere Bayern-Personalie erhielt einen neuen Impuls: Durch den im Eiltempo abgewickelten Arbeitsplatzwechsel des Trainers Matthias Sammer von Borussia Dortmund zum VfB Stuttgart rückt der Transfer von Torsten Frings zum FC Bayern immer näher. "Ich will zu den Bayern", sagte er mehr als deutlich der "Bild"-Zeitung. Borussias Manager baute dem 27-Jährigen bereits eine goldene Brücke: "Kommt die entsprechende Ablöse auf den Tisch, kann die Personalie schnell über die Bühne gehen", sagte Meier.

Hamann wäre bereit für Bayern

Abgesehen von den Diskussionen um Kahn, Ballack und Frings ist auch die Zukunft weiterer EM-Fahrer offen. Dietmar Hamann verfolgt gespannt, wer nach der Entlassung von Gerard Houllier neuer Trainer beim FC Liverpool wird. Vorsorglich kündigte der 30-Jährige bereits an, sich auch eine Rückkehr zum FC Bayern vorstellen zu können.

Stuttgarter schwärmen von Magath

Die hochkarätigen Trainerwechsel in der Bundesliga sorgen zusätzlich für Ablenkung. So rätseln die Bayern Kahn, Ballack und Jens Jeremies, was ihnen unter Hitzfeld-Nachfolger Felix Magath blühen könnte. Andreas Hinkel prophezeite den Münchnern glorreiche Zeiten, wenn sie Magaths hartes Training annehmen: «Die Bayern haben so viel Qualität, wenn dann noch die körperliche Fitness da ist, sind sie schwer zu schlagen.» Gemeinsam mit seinen Stuttgarter Kollegen Kevin Kuranyi, Philipp Lahm und Timo Hildebrand konnte sich Hinkel selbst bei den Dortmunder Nationalspielern über Sammer schlau machen.

Rudi: Alles normal

Angesichts des Rummels bleibt Teamchef Rudi Völler erstaunlich gelassen. "Der Markt hat sich verändert. Es ist nicht mehr so wie vor zehn oder 20 Jahren". Er glaubt nicht, dass Kahn und Co. sich vom großen Ziel Europameisterschaft ablenken lassen. "Das müssen die Spieler abschütteln, das darf sie nicht belasten", forderte der Teamchef.

Bundestrainer Michael Skibbe bezeichnete es am Dienstag sogar als inzwischen alltäglichen Vorgang, dass Spieler mit einer ungeklärten Zukunft in ein Turnier gehen und "sich während der EM noch anbieten wollen".

Klaus Bergmann und Jens Mende/DPA DPA

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