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Bericht: Bierhoff muss gehen - welche Rolle Watzke dabei spielt

Oliver Bierhoff
5. Dezember
Vier Tage nach dem Vorrundenaus der Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Katar hat Oliver Bierhoff die Konsequenzen gezogen. Der 54-Jährige verlässt nach 18 Jahren den Deutschen Fußball-Bund, beide Parteien verständigten sich am Montag auf eine Auflösung des bis 2024 laufenden Vertrages.
"Ich mache damit den Weg frei für neue Weichenstellungen", sagte Bierhoff in einer Erklärung am Montagabend: "Einige Entscheidungen, von denen wir überzeugt waren, haben sich nicht als die richtigen erwiesen. Das bedauert niemand mehr als ich. Dafür übernehme ich die Verantwortung."
Der Top-Funktionär revidierte damit seine unmittelbar nach dem WM-Aus am Donnerstag geäußerte Haltung, dass er die Heim-EM 2024 als nächstes großes Ziel ansteuern wolle. "Ich wünsche dem DFB, seinen vielen engagierten Mitarbeitern, allen unter seinem Dach versammelten Verbänden und Clubs, Einrichtungen und Initiativen sowie unseren Nationalmannschaften viel Erfolg bei ihren wichtigen Aufgaben", sagte der frühere Profi nun.
Bierhoff räumt den Posten als für die Nationalmannschaften und die Akademie verantwortlicher DFB-Direktor noch vor dem für Mitte der Woche avisierten Krisengespräch mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke. Über die Nachfolgeregelung werden die DFB-Gremien beraten. Welche Konsequenzen der Rücktritt für die Zukunft von Hansi Flick als Bundestrainer hat, war zunächst unklar. 
Nach dem WM-Aus stehen beim DFB wichtige Entscheidungen an. Nicht nur Hansi Flick, sondern vor allem Oliver Bierhoff steht auf dem Prüfstand. Der Direktor der Nationalmannschaft muss wohl seinen Hut nehmen.

Nach dem WM-Aus stehen beim DFB wichtige Entscheidungen an. Nicht nur Hansi Flick, sondern vor allem Oliver Bierhoff steht auf dem Prüfstand. Der Direktor der Nationalmannschaft muss wohl seinen Hut nehmen.

Das berichtet die Bild-Zeitung. Demnach wird in der Verbandsspitze diskutiert, DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke stärker in Themen rund um die Nationalelf einzubinden - auf Kosten von Bierhoff. Schon während der WM sollen einige Spieler darum gebeten haben, den BVB-Geschäftsführer stärker in den Streit um die One-Love-Binde einzubeziehen.

Bierhoff, dessen Vertrag bis 2024 datiert ist, könnte auf seine Aufgaben als Direktor und Geschäftsführer der DFB-Akademie beschränkt werden und in Zukunft keinen Einfluss mehr auf die A-Nationalmannschaft haben. Beim DFB, so die Bild, wurde schon nach der Auftaktpleite gegen Japan über ein Krisen-Szenario gesprochen. Dabei herrschte Einigkeit, dass der Niedergang des Nationalteams seit dem WM-Titel vor acht Jahren weniger in Flicks, sondern vielmehr in Bierhoffs Verantwortung liegt. Einen Rücktritt hatte der EM-Held von 1996 schon kurz nach dem Turnier ausgeschlossen.

Zu dem Bericht der Bild-Zeitung passt die Ankündigung von Bernd Neuendorf, in der kommenden Woche ein Gespräch mit Bierhoff und Flick führen zu wollen. Auch Watzke wird daran teilnehmen. Von Bierhoff und Flick erwartet die Verbandsspitze eine WM-Analyse und eine Strategie, wie sich die Mannschaft bis zur Heim-EM 2024 verbessern kann.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf 90min.de als Bericht: Bierhoff muss gehen - welche Rolle Watzke dabei spielt veröffentlicht.

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