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Bundesliga im stern-Check: Wie Darmstadt-Fans für die witzigste Aktion des Spieltags sorgten

Die Bayern kommen in Hoffenheim mit einem blauen Auge davon - aber Borussia Dortmund schießt sich in der Tabelle trotzdem an den Münchnern vorbei. Die Aktion des Spieltags lieferten aber ganz andere.

Von Tim Sohr

Henrikh Mkhitraryan springt Matthias Ginter beim Torjubel auf den Rücken

Huckepack an die Tabellenspitze: Matthias Ginter und Henrikh Mkhitraryan bejubeln das erste BVB-Tor in Ingolstadt

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Ein Aufreger in vielerlei Hinsicht: Die Bayern kassieren ein Tor! Welttorhüter Manuel Neuer wird überwunden! Und das auch noch so früh wie nie zuvor! In Hoffenheim spritzt Kevin Volland in einen schlampigen Pass von David Alaba und trifft nach neun Sekunden zur Führung. Tatsächlich gelang dem Nationalstürmer damit das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte - zwar hatte auch der Leverkusener Karim Bellarabi am ersten Spieltag der letzten Saison in Dortmund in der neunten Sekunde getroffen, zahlreiche Messungen so ziemlich aller TV-Sender ergaben aber: Volland war wohl noch ein paar Hundertstel schneller.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Leverkusens Hakan Calhanoglu (10/verdeckt) erzielt seinen Treffer zum 0:1 gegen Hannover 96 per Freistoß

Der Leverkusener Siegtreffer: Die Hannoveraner Mauer streckt sich vergeblich, wie fast jede Mauer bei einem Freistoß von Bayers (verdecktem) Hakan Calhanoglu

Es könnte Ihnen so vorkommen, als hätten Sie dieses Tor schon mal gesehen, und tatsächlich macht das die Faszination der Freistoß-Kunst des Hakan Calhanoglu aus: Mit der Selbstverständlichkeit eines Elfmeters zwirbelt der Zauberfuß einen ruhenden Ball nach dem anderen in den Winkel. Seinen 1:0-Siegtreffer in Hannover sollten sie daher nochmal sehen. Werden sie aber ohnehin, wahrscheinlich schon beim nächsten Leverkusener Freistoß aus aussichtsreicher Position ...

Gewinner des Tages

Eigentlich gibt es zwei Gewinner, die auf ihre Art nicht unterschiedlicher sein könnten: Borussia Dortmund beweist auch im zweiten Bundesliga-Spiel unter Thomas Tuchel, dass man in dieser Saison nicht so schlafmützig starten möchte wie im Vorjahr - im Gegenteil: Nach dem zweiten 4:0 im zweiten Spiel, diesmal auswärts beim tapferen Aufsteiger Ingolstadt, grüßt der BVB von der Tabellenspitze. Apropos Aufsteiger: Als Gewinner, der am Wochenende gar nicht gewonnen hat, ist definitiv auch der SV Darmstadt 98 zu bezeichnen. Nach dem Auftakt-Unentschieden erkämpfen sich die defensiv gut organisierten Lilien einen beachtlichen Punkt auf Schalke. Keine Frage: Die Truppe von Trainer Dirk Schuster nimmt die Herausforderung Bundesliga mit großer Disziplin an.

Verlierer des Tages

Es ist oft nicht fair, im Falle des Misserfolgs einen einzelnen Spieler aus einer Mannschaft hervorzuheben - aber an der 2:3-Niederlage des VfB Stuttgart im turbulenten Samstagabendspiel beim Hamburger SV traf nun mal vor allem Abwehrspieler Florian Klein eine beträchtliche Schuld: Ohne seine überflüssigegelb-rote Karte nach zwei überharten Aktionen gegen Ekdal und Ostrzolek hätte das Team von Trainer Zorniger sicher nicht verloren. Zu mutig hatte sich der VfB bis dahin präsentiert. Zu zehnt hatte die Mannschaft der späten Aufholjagd des von frenetischen Fans getragenen HSV dann aber nichts mehr entgegenzusetzen. Dabei hätten die Stuttgarter den Befreiungsschlag nach der Heimniederlage gegen Köln am ersten Spieltag mindestens genau so nötig gehabt.

Bild des Tages

Die Fans von Darmstadt und ihr Banner in Gelsenkirchen: "Wir wären heute auch mit einer Knappen-Niederlage zufrieden".

"Wir wären heute auch mit einer Knappen-Niederlage zufrieden": Das Banner der Darmstädter Fans in der Arena in Gelsenkirchen


Ja, wir geben es zu, in dieser Rubrik haben die Darmstädter Fans schon in der letzten Woche mit "Hier ticken die Uhren noch anders" den Wochensieg abgeräumt - aber das Banner, das sie sich für die Schalker Arena ausgedacht haben, stellt die Choreografie der Vorwoche zumindest humoristisch noch mal in den Schatten: "Wir wären heute auch mit einer Knappen-Niederlage zufrieden", war auf dem Banner zu lesen. Knappen, so werden natürlich die Spieler des FC Schalke bezeichnet. Ziemlich witzig, liebe Darmstädter. Ihr belebt die Liga definitiv.

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