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Brandstifter-Prozess: FC Bayern weist Vorwürfe von Brenos-Ex-Manager zurück

Fußballprofi Breno stand in der Brandnacht laut seinem Manager unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss. Das Schlafmittel soll der Spieler vom FC Bayern erhalten haben. Sportchef Nerlinger dementiert energisch.

Fußball-Profi Breno hat nach Angaben seines früheren Managers in der Nacht, in der sein Haus in Flammen aufging, unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss gestanden. "Ich denke, er hatte auch noch ein Schlafmittel eingenommen. Er nahm das Medikament regelmäßig abends", sagte der Ex-Manager am Montag vor dem Münchner Landgericht. Seinen Angaben zufolge hat Breno das Mittel vom FC Bayern bekommen.

Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger dementierte am Abend energisch: "Diese Aussagen entbehren jeglicher Grundlage. Grundsätzlich gibt es beim FC Bayern keine Schlafmittel", so Nerlinger. Beim deutschen Rekordmeister würden Medikamente nur auf Anordnung der medizinischen Abteilung ausgegeben. Nerlinger: "Unsere medizinische Abteilung gehört zu den besten der Welt und hier wird höchst professionell gearbeitet."

Der Ex-Manager des Brasilianers, der sich am Tag vor dem Brand im vergangenen September in der angemieteten Villa des Abwehrspielers vom FC Bayern München aufgehalten hatte, schilderte am fünften Verhandlungstag chaotische Szenen. Immer wieder sei Breno aus dem Haus gelaufen und einmal sogar aus dem Badezimmerfenster gesprungen. Er habe davon gesprochen, das Haus sei umstellt. Außerdem habe er seinen Mannschaftskollegen Rafinha retten wollen. Wovor, das wisse er nicht. "Ich habe das nicht zusammen gebracht", sagte der Ex-Manager. "Er war so seltsam geworden."

Breno habe sich sogar ein Messer geholt. Daraufhin habe er Brenos Frau Renata dazu bewogen, sich mit den drei Kindern in einem Zimmer einzuschließen und schließlich mit ihnen das Haus zu verlassen. Breno habe er erst wieder gesehen, als das Haus bereits in Flammen stand. Der Ex-Manager, dessen Beratungsvertrag nach eigenen Angaben seit kurzem nicht mehr besteht, berichtete auch von zwei weiteren alkoholbedingten Ausfällen Brenos lange vor dem Feuer.

Rafinha, der Breno am Abend vor dem Brand noch kurz besucht hatte, sagte vor Gericht, so betrunken wie in der Brandnacht habe er seinen Landsmann noch nie gesehen. Der 22-Jährige sei sehr traurig gewesen, weil er möglicherweise noch einmal am Knie operiert werden musste.

Polizei hatte Breno gleich in Verdacht

Breno zog gleich in der Nacht, in der sein Haus abbrannte, die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. "Es war für mich nicht auszuschließen, dass Herr Borges in irgendeiner Form an diesem Brand beteiligt ist", sagte ein Polizeibeamter vor Gericht. Breno habe den Rettungskräften etwa drei Feuerzeuge übergeben - mit der Aufforderung, diese wegzuwerfen. Eines der Feuerzeuge sei stark verrußt gewesen - ebenso Brenos Finger. Der Eindruck des Polizeibeamten: "Da stimmt was ganz gewaltig nicht."

Der 22-jährige Breno Vinicius Borges steht wegen Verdachts der schweren Brandstiftung vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, aus privatem und beruflichem Frust im September 2011 seine angemietete Villa im Münchner Nobel-Vorort Grünwald in Brand gesteckt zu haben. Bei dem Feuer entstand ein Millionenschaden.

Breno hatte nach Angaben von Polizei und Rettungskräften in der Brandnacht sichtbare Wunden und war "am ganzen Körper verrußt". Mit einem Tuch habe er sich die Hände abgewischt, sagte ein Polizeibeamter am fünften Verhandlungstag weiter. "Das Tuch war pechschwarz."

"Ich dachte nur: Der ist nicht ganz dicht"

Auf die Frage, wo das Feuer ausgebrochen sei, habe der Profi geantwortet: "Im Bad". Er habe angegeben, seine Frau habe das Feuer gelegt. "Ich dachte nur in dem Augenblick: Der ist nicht ganz dicht." Zwischen Breno und seiner Frau habe es keinen Kontakt gegeben. Nach seinen Kindern habe er immer wieder gefragt. "Er signalisierte mir, dass die Frau egal ist."

Die Polizisten sorgten sich in der Brandnacht um Breno. "Er hat auf mich sehr verstört gewirkt", sagte ein weiterer Polizeibeamter. "Wir hatten Angst vor einem Suizid." "Er zitterte am ganzen Leib", sagte sein Kollege. Zwei Beamte begleiteten den Sportler ins Krankenhaus und wachten sogar an seinem Krankenbett.

Auf Ansprache habe er zunächst nicht reagiert, er habe nach Alkohol gerochen. Ein Alkoholtest brachte folgendes Ergebnis: "Ein Fußballspieler mit diesem Body-Mass-Index und diesem Alkoholisierungsgrad, das ist bemerkenswert." Der Polizist sprach von Zeichen einer "gewissen Alkoholgewöhnung".

Breno war 2008 als damals 18-jähriges Abwehrtalent für eine Ablösesumme von zwölf Millionen Euro aus Brasilien nach München gekommen, konnte im Verein aber nie wirklich Fuß fassen. Sein Vertrag bei den Bayern läuft Ende des Monats aus. Wie es danach für ihn weitergeht, hängt auch vom Ausgang des Verfahrens ab.

mlr/DPA / DPA

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