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Bundesliga: "Ein geiles Spiel"

Ailton kehrt zurück nach Gelsenkirchen - mit Vorfreude und Kampfgeist. Er will den HSV in Richtung Königsklasse schießen. Sein Ex-Club Schalke 04 gibt sich gelassen: "Er wird nichts zu lachen haben."

Begeistert war Ailton nie von Gelsenkirchen, jetzt aber fährt er mit Freude dorthin. Am Sonntag (17.30 Uhr) trifft der Brasilianer mit dem Hamburger SV in der Veltins-Arena auf seinen Ex-Club Schalke 04. "Das wird ein geiles Spiel", meint der 32-Jährige. Immerhin empfängt der Vierte der Fußball-Bundesliga den Zweiten. Für Ailton ist es mehr als nur ein Top-Spiel. Denn in seiner Zeit auf Schalke war für den Torjäger nicht immer alles eitel Sonnenschein.

Der Exzentriker machte sich im Revier schon vor seiner Ankunft keine Freunde: "Alles, was ich bisher über Gelsenkirchen gehört habe, ist ein Desaster. Es soll nicht besonders schön sein", hatte "Toni" damals geäußert. Er wollte deshalb auch nach seinem Wechsel in Bremen wohnen bleiben. Am Ende zog er doch von der Weser nach Gelsenkirchen-Buer und nervte dort die Nachbarn mit lauten Partys. Auch die Integration in die Mannschaft ließ zu wünschen übrig. "Hier reißt sich jeder für Toni den Arsch auf, aber er muss das auch für uns tun", schimpfte sein damaliger Stürmerkollege Ebbe Sand.

"Es war besser, ihn abzugeben"

In 29 Bundesliga-Spielen traf Ailton 14-mal für die Königsblauen, bevor er sich nach Saisonende für drei Millionen Euro zu Besiktas Istanbul transferieren ließ. "Mit den Fans, mit der Mannschaft und dem Club lief es immer gut. Es gab nur ein kleines Problem", erklärte das Enfant terrible in der "Sport Bild". Der Torjäger kam mit Schalkes Ex-Trainer Ralf Rangnick nicht zurecht. "Es gab keine Kommunikation mit ihm und er hat mich auf die Bank gesetzt."

Ailton sei am Ende unzufrieden gewesen, sagte Schalkes Manager Rudi Assauer. "Deswegen war es besser, ihn abzugeben." Gerald Asamoah, Ailtons Kumpel aus früheren Zeiten, freut sich auf das Wiedersehen mit dem Brasilianer. "Wenn er drei Tore gegen uns gemacht hat, lege ich ihm noch eines auf", scherzte der Nationalspieler. Auch Kevin Kuranyi, Ailtons Nachfolger bei den Königsblauen, ist gespannt auf den Torjäger. "Er ist ein lockerer Typ, der gerne mal lacht. Am Sonntag wird er aber nichts zu lachen haben."

Kaufoption für den "Kugelblitz"

Wie schon auf Schalke droht Ailton auch beim HSV die Bank - trotz seines ersten Saisontores am vergangenen Wochenende gegen Borussia Dortmund. Sergej Barbarez ist im Angriff gesetzt und die Torblockade von Stürmerkollege Benjamin Lauth gehört der Vergangenheit an. "Toni hat gegen den BVB gezeigt, dass er auch als Joker stechen kann", meint HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

Mit weiteren Toren will sich Ailton eine Zukunft beim HSV sichern. In der Winterpause wurde er für 450.000 Euro von Besiktas Istanbul ausgeliehen. Die Norddeutschen sicherten sich zudem eine Kaufoption für den "Kugelblitz". Sollte der HSV ihn behalten wollen, wären 1,75 Millionen Euro fällig. Bislang hat Ailton allerdings erst ein Spiel über 90 Minuten mit der Raute auf der Brust bestritten. Nach einem Kieferbruch kam der Stürmer zuletzt zu drei Kurzeinsätzen. "Ich tue alles dafür, dass ich in Hamburg bleiben kann, bin dabei Fahrt aufzunehmen", sagte der erste ausländische Fußballer des Jahres in Deutschland. "Ich will mit Hamburg in die Champions League. Dafür bin ich gekommen." Mit einem Sieg auf Schalke würden Ailton und seine HSV-Teamkollegen auf einem guten Weg in die Königsklasse sein.

Dirk Steinbach/DPA / DPA

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