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Bundesliga: ARD-Sportschau will "ran"-Talfahrt stoppen

Einen Marktanteil von mindestens 20 Prozent strebt die neue ARD-Sportschau mit Bundesliga-Fußball am Samstag an. Der WDR präsentiert erstmals seit 15 Jahren wieder als alleiniger Erstsender die Samstag-Spiele der Bundesliga.

Kompakt, kompetent und kurzweilig - so soll die neue ARD-Sportschau mit Bundesliga-Fußball aussehen. "Mr. Sportschau" Heribert Faßbender stellte im Deutschen Sport-Museum in Köln das Konzept und ein Team vor, dass nach fünfwöchiger Vorbereitungszeit für den Startschuss am Samstag von 18.10 bis 19.40 Uhr bereit ist. "Alles ist so gut wie fertig. Eigentlich benötigt man drei Monate Vorlaufzeit. Aber beim WDR hat sich ein Tanker im Schnellboot-Tempo bewegt", erklärte Steffen Simon (38), neuer Leiter der Bundesliga-Redaktion.

"20 Prozent sind das Ziel"

Ziel der ARD ist es, mit der modernisierten Traditionssendung die Quoten-Talfahrt von Sat.1 und "ran" zu stoppen. "Wir werden mehr als 4,6 Millionen Zuschauer im Schnitt erreichen, da bin ich mir sicher", lautet die Prognose von ARD-Programmdirektor Günter Struve. Für die Auftaktsendung, in der Bayern-Manager Uli Hoeneß als Gast erwartet wird, wollte er sich wegen der Urlaubszeit aber nicht auf eine konkrete Quote festlegen. "Da sind 20 Prozent Marktanteil unser Ziel", sagte Struve.

Neues Studio soll modern und nostalgisch sein

Bereits am Freitag kommentiert ARD-Talkmaster Reinhold Beckmann (47) das Saison-Eröffnungsspiel zwischen Meister FC Bayern München und Aufsteiger Eintracht Frankfurt live aus dem Olympiastadion. Einen Tag später begrüßt Gerhard Delling (44) erstmals die TV-Zuschauer aus dem blauen WDR-Studio A in Köln. Beckmann und Delling wechseln sich in der Moderation der Sportschau ab, die neben einem Hauch Nostalgie - wie schwarz-weiße Filmausschnitte oder die Hymne "Football's coming home" - auch modernes Flair vermitteln soll. Die Studio-Wände sehen aus wie Stadion-Anzeigetafeln.

Ohne Publikum

Größter Unterschied zu "ran" dürfte der Verzicht auf Publikum im Studio sein. "Ich habe kein Problem, ohne Zuschauer auszukommen. Es gibt auch bei öffentlich-rechtlichen Sendern Unarten, mit Publikum im Studio umzugehen", sagte Beckmann. Er gilt als "Erfinder" von "ran". Mit der Abkehr vom Showformat wird der Verzicht auf Sperenzchen verbunden. "Wir streben in den 90 Minuten einen Anteil von 60 Prozent Fußball an", erklärte Simon. Zehn Reporter kommentieren die Spielberichte. Beim "Top-Spiel des Tages" übernehmen Waldemar Hartmann und Michael Antwerpes die Rolle eines "Stadion-Moderators."

Werbung auch bei der Sportschau nötig

Ganz ohne Drumherum geht es aber nicht. Neben einem Gewinnspiel und einer 90-Sekunden-Tagesschau, die aus rundfunkrechtlichen Gründen die Sportschau unterbricht, kann die öffentlich-rechtliche Anstalt wie auch Vorgänger Sat.1 nicht auf Werbung verzichten. Vier Werbeblöcke - einer vor, zwei während und einer nach der Sendung - sollen einen Teil der Gesamtkosten von rund 65 Millionen Euro refinanzieren. "Wir werden weniger Werbung als Sat.1 senden", versprach WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf.

Peter Hübner / DPA

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